Machen wir Einbrechern doch einfach das Leben schwer!

Schön langsam werden die Tage kürzer und die gefürchteten Dämmerungseinbrüche nehmen wieder zu. Leider ist gerade in unserer Region (Wien und Umgebung) durch die Nähe zur Grenze die Statistik verheerend. Plus 40% Einbrüche in unserem Bezirk im letzten Jahr. Ehrlich gesagt: ich muss lange nachdenken, um im Bekanntenkreis jemanden zu finden, bei dem in den letzten Jahren noch nicht eingebrochen wurde.

Auch wir hatten schon unliebsame Besucher. Als wir unser Haus ganz neu übernommen und gerade komplett ausgeräumt hatten, kurz bevor die Bauarbeiten begannen, wurde eingebrochen. Man konnte durch alle Fenster genau sehen, dass das Haus leer war. Fazit waren trotzdem zwei kaputte Fenster, ein ruinierter Heizkörper, ein gestohlener Akkuschrauber und ein entwendeter Gameboy, den ein Kind versehentlich vergessen hatte. Ärgerlich.

Von den diversen Kriminaldiensten und Bürgerinitiativen gibt es zahlreiche gute und leicht anzuwendende Tipps, um Einbrüche zu verhindern. Es lohnt sich, diese Seiten genau anzuschauen.

Ich habe auch noch ein paar Tipps, die darauf abzielen, den Einbrechern das Leben so richtig schwer zu machen. Zusätzlich sehen einige davon auch noch nett aus.

Es ist doch so: ein Einbruch muss
  • schnell
  • lautlos
  • unsichtbar
erfolgen, damit das Risiko für die Täter minimal bleibt. Die meisten Einbrecher sind, gottseidank, nicht allzu gewaltbereit und brechen nur dort ein, wo kein Widerstand zu erwarten ist. Mein Haus (und viele andere Häuser) enthält nichts, was ein Einbrecher unbedingt haben möchte. Wenn es anderswo leichter geht, wird er sich hoffentlich ein anderes Haus suchen.

Der Punkt "unsichtbar" ist schwierig. Keiner von uns will in der Auslage leben, also begrenzen wir naturgemäß unsere Gärten, Terrassen und Balkone mit Zäunen und Sichtschutz. Hier sollte man aber eine strenge Kosten - Nutzenrechnung anstellen.

  • Ist es notwendig, den Hintereingang komplett hinter einer Hecke zu verstecken oder bietet der vorbeiführende Weg einen gewissen Schutz ohne meine Privatsphäre zu beeinträchtigen?
  • Muss der Zaun zum Nachbarn wirklich 2 m hoch sein oder genügt es, wenn er nur hüfthoch ist, sodass ein gewisser Überblick gewahrt bleibt? 
  • Muss der Vorgarten mit einer hohen Mauer umgeben werden oder ist ein durchsichtiger Zaun vielleicht vernünftiger - vor allem, wenn es vielleicht nur ein Ziergarten ist?

Der Punkt "lautlos" - hier kann man perfekt ansetzten. Alle Zugänge zum Haus sollten in irgendeiner Weise mit Geräuschen verbunden sein. Ein Glockenspiel an den Türen, Kies am Zugangsweg oder im Abstand zwischen den Häusern (toll! keiner kann auf Kies geräuschlos gehen), Windspiele an den Fenstern, hier gibt es viele Ideen, um Besucher und unliebsame Gäste zu hören. Das ist vor allem sinnvoll, wenn man in einer sehr ruhigen Gegend wohnt und aufmerksame Nachbarn hat.

Weiters muss man den Einbrechern sämtliche Wege erschweren - vor allem zur Flucht. Man darf weder "schnell" hinein - noch schnell hinauskommen. Versperrte Gartentüren sind dafür perfekt. Einbrecher können zwar über jeden Zaun klettern, mit Beute wird das aber schon schwieriger. Also Türen möglichst immer verschlossen halten.

Weitere Methoden, um Fenster und Türen attraktiv zu sichern:
  • Blumenkisternl - möglichst aufwendig bepflanzt und gut verankert. Herunterheben oder -werfen kostet Zeit und macht Lärm, darübersteigen ist oft nicht möglich. Mit Rosenkugeln oder ähnlichem macht es noch mehr Sinn.
  • Nippes, Pflanzen und Dekor auf den Fensterbrettern innen. Wenn Fenster von außen aufgebrochen werden, fallen diese Dinge zu Boden und verursachen Lärm.
  • Stachelige Büsche und Pflanzen vor den Fenstern. Perfekt. Eine dichte Hecke von beispielsweise Blutberberitze oder einer stacheligen wunderschönen Rose vor einem Fenster und niemand kommt verletzungsfrei daran vorbei.
  • Im Urlaubsfall: Fenster und Terrassentüren von innen zustellen, beispielsweise mit Möbeln. Auch hier gilt: das Wegräumen macht Lärm und kostet Zeit.

Weitere Methoden, um Anwesenheit vorzutäuschen:

Abgesehen von den vielen elektrischen und elektronischen Hilfsmitteln wie TV Simulator oder Zeitschaltuhren für Licht und Radio, ist es wichtig, dass das Haus nicht allzu aufgeräumt wirkt.

Meine Nachbarn sind so ein Fall für passionierte Einbrecher. Obgleich immer sehr ordentlich und aufgeräumt, ist ihr Garten im Falle einer Abwesenheit noch ordentlicher. Nichts steht herum, alles ist weggeräumt, alle Vorhänge sind akkurat geschlossen, alle Gartenmöbel penibel aufgereiht. Das Haus schreit geradezu: "Hier ist keiner zu Hause!"

Daher kann ein wenig Unordnung durchaus hilfreich sein:
  • Ein paar alte Schuhe vor der Türe
  • Kinderspielzeug im Garten verstreut
  • Ein paar (alte) Wäschestücke auf der Wäscheleine
  • Gartenmöbel, die nicht ganz akkurat auf der Terrasse stehen - so als wäre gerade jemand aufgestanden
  • Eine angefangene Arbeit, also zb Blumentöpfe, eine Schaufel und ein kleiner Sack Erde auf der Terrasse
Hier ist natürlich Vorsicht angebracht. Einem Einbrecher, der das Haus oder die Wohnung beobachtet, wird auffallen, dass diese Dinge viele Tage in gleicher Weise vor der Türe stehen. Aber einen Gelegenheitsdieb kann es durchaus abschrecken. Diese Tipps sind also vor allem auch für kurze Abwesenheiten  und zur Vermeidung der Dämmerungseinbrüche hilfreich.

Jetzt seid ihr gefragt! Ich suche Tipps zum Einbruchschutz. Welche Maßnahmen habt ihr angewendet, welche waren eventuell nicht erfolgreich? Was empfehlt ihr? Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare, eventuell werde ich die besten Ideen dann wieder in einem Posting zusammenstellen.

Mit liebem Gruß und gemeinsam gegen Einbrecher!
Marie

Kommentare:

Quibbis Abenteurer hat gesagt…

Wow, so ein ausführlicher Post. Wahnsinn, wieviele Gedanken du dir gemacht hast. Ich bin direkt versucht, alle Fenster mit Glocken vollzuhängen und die Fensterbretter zu dekorieren. Einbrecher will ja nun wirklich niemand haben.
Viele liebe Grüße, Jessie

Marie hat gesagt…

Danke für den lieben Kommentar.
Einbrüche sind bei uns in der Gegend leider ein wirklich großes Thema. Die Polizei ist macht- und hilflos, die Aufklärungsrate verschwindend gering, abgesehen vom Ärger und den Kosten. Also hilft nur vorbeugen!
Mit liebem Gruß
Marie