Schränke - eine Lösung für kleine Räume

In unseren Wohnungen werden die Kinderzimmer und Schlafzimmer immer kleiner. Um auf 80 m2 eine Vier-Zimmer-Wohnung unterzubringen (die sich besser verkaufen / vermieten) lässt als eine Drei - Zimmer - Wohnung, schrumpfen die Räume oft zu Miniaturgröße. Oft ist es schwierig, in den winzigen Zimmern Bett, Schreibtisch, Regale und Kleiderkasten unterzubringen, selbst wenn nur ein Kind darin wohnt. Vor allem dann, wenn Fenster, Türen und Balkontüren ungünstig platziert sind.


Kasten in der Nische.


Die heute vorgestellte Lösung für kleine Räume ist eine sehr aufwändige, aber eine, die das Platzangebot und das Raumgefühl komplett ändert. Allerdings müssen kleine Umbauarbeiten statisch möglich und erlaubt sein. Die Idee ist aber auch eine Anregung für diejenigen, die ein Haus planen und mit einem begrenzten Budget (= begrenztes Raumangebot) auskommen müssen.

In den USA und England sind eingebaute Wandschränke gang und gäbe. Bei allen Nachteilen haben sie vor allem einen großen Vorteil: der meist 60 cm tiefe Kasten steht nicht mitten im Zimmer.

Meine Lösung, auf europäische Verhältnisse abgestimmt, lautet: verschränkte Wände.

In zwei nebeneinanderliegenden Zimmern werden die Wände um ca. 65 cm versetzt angeordnet, sodass zwei Nischen entstehen, in die ein handelsüblicher Kleiderkasten hineinpasst. Natürlich sind auch Einbauschranklösungen für diese Nischen eine tolle Sache.Prinzipiell würde ich die Nischen aber von den Abmessungen so wählen, dass ein normaler Kleiderschrank darin Platz findet, also beispielsweise 60 bis 65 cm tief und 155 cm breit (dann geht sich ein 150 cm breiter Kasten mit Sesselleisten bequem aus).




Vorteil: es entsteht im Zimmer eine gerade Wandflucht, der Kasten findet bequem Platz und die Gesamtgröße des Zimmers ändert sich nicht, trotzdem bleibt ein annähernd rechteckiges oder quadratisches Raumgefühl. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als eine Türe zu öffnen und auf die Seitenwand eines Schrankes zu "knallen".

Für alle, die ein Haus planen oder bei ihrer neuen Wohnung noch ein Mitspracherecht betreffend Raumaufteilung haben, ist das eine gute Idee.

Für alle, die diese Lösung in einer bestehenden Wohnung oder in einem Haus verwirklichen wolle: soferne keine tragenden Wände betroffen sind, ist es durchaus möglich, diese einfach zu ändern. Im Prinzip muss eine Trennwand neu aufgestellt werden und der Bodenbelag ist zu erneuern, eventuell müssen Leitungen verlegt werden.

Der handelsübliche Schrank sitzt in einer Nische von 155 x 60 cm.


In manchen Gemeinden braucht man dafür eine Baubewilligung, in manchen Orten reicht eine Bauanzeige (also eine Meldung, dass man diese Arbeiten durchführt), oft geht es auch ohne. Unbedingt vorher beim Bauamt erkundigen! Die Arbeiten können im Zuge einer vielleicht schon länger geplanten Renovierung durchgeführt werden und sind für geschickte Heimwerker großteils leicht selbst möglich (außer Elektro- und Wasserleitungen!!!)
Der Abbruch und Neuaufbau einer nichttragenden Leichtbauwand ist in zwei bis drei Tagen erledigt und kostet nicht die Welt.

Bitte entschuldigt die schlechte Fotoqualität, manchmal müssen die "Baustellenfotos" schnell und unter suboptimalen Bedingungen geknipst werden. Aber ich denke, ihr könnt euch ein Bild von der Lösung machen.

Nachtrag: Eine ähnliche Lösung wurde auch von anderen Bloggern schon toll umgesetzt, wie ich den Kommentaren entnehmen durfte. Schaut zum Beispiel einmal bei Probieren geht über Studieren vorbei.
http://kreativsein.blogspot.co.at/2015/01/endlich.html

Nachtrag 2: Wenn jemand eine meiner Ideen aufgreift oder dazu auch einen ähnlichen Post hat - her mit dem Link! Ich verlinke euch gerne! Das macht das Web und die Bloggerwelt bunter und informativer.

Es läuft noch meine Linkparty "Von Tag zu Tag". Schau vorbei, verlinke deine Projekte und nimm ein paar gute Ideen mit.


Linkparty

 
Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich auch wieder an Linkpartys teil. Danke an die Veranstalter!
Wer gerne auf meine Blogroll möchte, ist herzlich eingeladen.

Kommentare:

antetanni hat gesagt…

Eine tolle Idee. Ich wohnte früher mal in einer Wohnung, da war eine der Wände zwischen zwei Zimmern auch so eine Schranklösung mit Zugang von beiden Zimmern. Toll an den Einbauschränken finde ich vor allem, dass es kein "oben" gibt, wo sich irgendwelches (meist nutzloses) Zeugs stapelt und endlos Staub sammelt. Eine Superidee!

LÖwin.g hat gesagt…

Leider wird bei der Planung von Wohnungen, viel zu wenig auf die Nutzbarkeit nach der Möblierung Rücksicht genommen... Gerade bei Schlaf- und Kinderzimmern ist die Ausstattung ja vorhersehbar... oder in Badezimmern wo dann keine Waschmaschine Platz hat... Ich weiß aus Erfahrung, dass das nicht immer einfach ist mit der Planung aber bei manchen Grundrissen stellts mir echt die Haare zu Berge
LG Birgit

Marie hat gesagt…

Ja, da hast du völlig recht, viele Wohnungen vor allem im Sozialen Wohnbau sind völlig unbrauchbar, weil es den Auftraggebern nur um die Schaffung von m2-Zahlen geht. Ob der Grundriss brauchbar und möblierbar ist, scheint in den Statistiken der Genossenschaften und Kommunen nicht auf und interessiert dort auch keinen.
Wir Architekten müssen zeichnen, was der Bauherr uns anschafft und haben oft nur sehr wenig Spielraum, leider.
Darum arbeite ich gerne mit privaten Bauherren, die ihre Wohnungen und Häuser selbst bewohnen wollen. Dort kann man auf kleinen Flächen oft die tollsten Lösungen erarbeiten.
Liebe Grüße
Marie

Anonym hat gesagt…

Hallo!

Eine tolle Idee!
Meine Eltern haben vor 35 Jahren unser Haus um den Schlafzimmerkasten und Wohnzimmerschrank geplant und gebaut. Obwohl sich im Haus mittlerweile so einiges verändert hat, die beiden Schränke gibt es noch immer.

Liebe Grüße! K.

ZamJu hat gesagt…

Hallo Marie - da kann ich dir nur Recht geben. Ich bin so froh über diese Schränke in jedem Zimmer! Schau, was wir aus einem davon gemacht haben: http://kreativsein.blogspot.com/2015/01/endlich.html
Liebe Grüße aus der Ferne
ZamJu

Kath rin hat gesagt…

Die Idee ist wirklich nicht schlecht, aber ich glaube, teilweise hat man viel zu wenig Mitspracherecht bei Wohnungen, die sich noch im Bau befinden, um so etwas umzusetzen. Nachträglich ist es wohl eher schwierig so eine Lösung umzusetzen.

lg kathrin

Marie hat gesagt…

Ja, Einbauschränke sind immer toll, weil sie wirklich jeden Millimeter Platz ausnützen. Leider auch meist sehr teuer, seufz!
Liebe Grüße
Marie

Marie hat gesagt…

Wirklich gute Lösungen überleben alle Renovierungen und Umgestaltungen. Schranknischen gehören auf jeden Fall dazu.
Liebe Grüße
Marie

Marie hat gesagt…

Da hast du leider Recht, das Mitspracherecht beim Bau ist für Bewohner oft nur schwer durchzusetzen (und dann auch meist sehr teuer). Im sozialen Wohnbau ist es kaum möglich, einfacher wird es bei Eigentumswohnungen oder dem eigenen Haus.
Ob die Lösung nachträglich möglich ist, hängt vor allem von der Beschaffenheit der Wand ab. Leichtbauwände lassen sich recht einfach versetzen, bei tragenden Wänden ist es meist nur mit riesigem Aufwand zu bewerkstelligen, ebenso, wenn die Wand viele Installationen enthält. Aber ein guter Architekt oder Baumeister kann hier beraten und auch sofort eventuelle Kosten schätzen. Dann sieht man gleich, ob es sich lohnt oder nicht.
Mit liebem Gruß
Marie

Marie hat gesagt…

Danke für den Kommentar, ich habe einen Link zu deinem Post oben in den Artikel eingebaut. So gefällt mir das Web - interaktiv und informativ. Dein Schrank ist wirklich der Hammer!
Liebe Grüße
Marie