Recycling - Ziegelmauer oder die tollsten Materialien finden sich beim Abbruch

Unser Haus ist alt, fast 100 Jahre alt, um es genau zu sagen. In den letzten Jahren renovierten wir es zwar von Grund auf, aber es war uns wichtig, dass diese Renovierung sachte, sanft und bestandsschonend vor sich ging. Oder anders gesagt: man muss nicht auf den ersten Blick sehen, dass vieles (nicht alles) neu ist.
 



Vor allem im Garten verwendeten wir - auch aus Kostengründen - Recyclingmaterialien. Rund um das Rosenbeet war eine Einfassung notwendig. Da wir ausreichend Ziegel übrig hatten, die von zwei Parapetabbrüchen aus dem Haus stammten, mauerte mein Mann mit den Kindern ein kleines Beet. Für die Kinder war es die erste Erfahrung mit dem Mauern, aber ich finde, das sollte jeder können.




Schon in unserem Studium hatten wir bei Baustellen und Abbruchhäusern Ziegel mit interessanten Stempeln gesammelt. Es war nie ein Problem, die Erlaubnis zu bekommen, einen oder zwei Ziegel mitzunehmen, im Gegenteil, die Poliere waren immer sehr nett. Bisher fristeten die Ziegel allerdings ein eher unbeachtetes Dasein im Keller. Nun wurden sie in die Mauerkrone eingearbeitet.









Die Ziegel sind ganz einfache einmal gebrannte Mauerziegel. Wind, Wetter und Regen werden ihnen in den nächsten Jahren sicherlich zusetzen. Die Mauer ist definitv nicht für die Ewigkeit gebaut. Aber sie ist schön, funktionell, fast gratis (bis auf den Mauermörtel) und macht den Eindruck, als ob es sie immer schon gegeben hätte.




Der Verband ist ein einfacher Läuferverband. Da die Ziegel aber unterschiedliche Formate hatten (altes und neues Wiener Ziegelformat und ein paar andere), ist der Verband sehr frei definiert. Hauptsache keine Kreuzfugen, die schwächen die Stabilität.

Die Fugen wurden teilweise offen gelassen, damit sich mit der Zeit Bewuchs einstellen kann, außerdem bietet eine solche Mauer auch Lebensräume für zahlreiche Kleinlebewesen.











Diese Ziegelmauer war eines der Projekte, die man ganz schnell an einem Wochenende verwirklichen kann. Der Unterbau besteht aus einem ca. 20 cm tiefen Graben, in den als unterste Schichte eine Lage Fertigbeton eingebracht wurde. Als Fundament und ebener Untergrund. Darauf wurden vier Scharen Ziegel gemauert, drei sind nach dem Verlegen der anschließenden Terrasse noch sichtbar.

Update: natürlich reicht eine 20 cm tiefe Fundierung (35 cm inklusive der ersten Ziegelscharen) nicht aus, siehe auch die Kommentare (Danke an meine lieben Leser!). Für eine ausreichende Stabilität müsste ca. 80 cm tief fundiert werden. Aber: unter unserer Mauer liegen alte betonierte Terrassenteile, die wir nicht entfernen konnten und wollten. Daher die seichte Fundierung. Der alte Beton ist quasi das tiefere Fundament. Allerdings dürfte bei unserem milden Klima und der geringen Belastung der Mauer auch ein seichteres Fundament ausreichen.
Um diese Mauer wirklich standfest und langfristig haltbar zu machen, wären eigentlich zwei Dinge erforderlich: ein Fundament in frostfreier Tiefe und doppelt gebrannte Ziegel.
Noch eine Anmerkung: die Mauer steht seit mittlerweile zwei Wintern und hat sich nicht bewegt. 

Diese Mauer ist sicherlich nicht für die Ewigkeit gebaut. Dazu ist die Fundierung nicht tief genug, außerdem werden die Ziegel mit der Zeit abwittern. Aber für eine gewisse Zeit ist es eine schnelle, kostengünstige und sehr ansprechende Lösung, die jedes Mal ein Lächeln auf mein Gesicht zaubert.

Mit liebem Gruß
Marie

Jetzt gibt es wieder tolle Linkpartys mit vielen guten Ideen. Komm mit! Ich mach mit!

Kommentare:

G. Kaiser hat gesagt…

liebe Marie,
da habt ihr etwas ganz besonderes geschaffen!!!
Ich finde Eure Mauer ganz toll!
liebe Grüße
Gerti

ZamJu hat gesagt…

Deine Ziegelmauer ist sowas von klasse - ich bin echt begeistert.
Und was da schon so alles in Deinem Hochbeet zu finden ist, beeindruckt mich.
Liebe Grüße
ZamJu

Marie VonTagzuTag hat gesagt…

Danke!
Liebe Grüße
Marie

Marie VonTagzuTag hat gesagt…

Nachmachen lohnt sich, so eine Ziegelmauer ist echt schnell aufgestellt.
Liebe Grüße
Marie

TAC hat gesagt…

Hallo,
ich bin über Nina hier gelandet. Die Mauer ist toll, sowas will ich auch schon länger *g*
Leider hat Herr TAC Bedenken, weil wir beide keinerlei Erfahrungen mit mauern haben. Aber erstmal müssen wir das Zweithaus abreißen, um genügend Material für Hochbeete zu bekommen.
LG von TAC

Claudia Jahnke hat gesagt…

so schön sieht dein kleines mäuerchen aus. ich liebe das. wir haben auf unserer terrasse auch alte mauersteine verbaut und es sieht wunderschön aus.
alles liebe claudia

Kathinka hat gesagt…

Liebe marie,
Eure kleine Mauer ist klasse geworden. Nicht nur aus Kostengründen sondern auch wegen der Nachhaltigkeit finde ich es richtig, möglichst Recyclingmaterialien zu verwenden. Aber warum habt Ihr ein Fundament von nur 20 cm Tiefe gewähtl? Bei dem nächsten Frost könnte die Mauer doch schon Schaden nehmen, oder? ich wollte selbst ein paar große Gehwegplatten gießen und mit Mosaik verzieren, habe aber Sorge, daß die im Winter springen...
LG kathinka

Marie VonTagzuTag hat gesagt…

Hallo Kathinka,
unter unserem Fundament liegen alte betonierte Terrassenteile und sonstiger Kram, den wir nicht abbrechen wollten und konnten. Daher die seichte Fundierung. Wie gesagt, die Mauer ist nicht für die Ewigkeit gebaut, da bräuchten wir - wie du ganz richtig sagst - mindestens 80 cm Fundierungstiefe. Wir kommen inklusive der ersten Ziegelschar nur auf rund 35 bis 40 cm. Die Mauer steht schon zwei Winter (ich habe sie erst jetzt veröffentlicht) und bisher war alles ok. Außerdem wohnen wir in einem relativ milden Weinbauklima, wir haben im Winter selten weniger als -5°C. Trotzdem kann ich dir natürlich nur Recht geben: wer so eine Mauer baut und möchte, dass sie lange hält, muss sie erstens ordentlich fundieren und zweitens eher aus Klinkerziegeln bauen. Dann steht sie garantiert generationenlang.
Den alten Unterbau habe ich in meinem Text nicht erwähnt, das werde ich nachholen. Das ist auch der Grund, warum ich unten im Blog stehen habe, dass jedes Projekt und jede Projekvoraussetzung anders ist :-).
Mit liebem Gruß
Marie

Eclectic Hamilton hat gesagt…

Was für eine schöne Idee!
Aus Alt mach Neu - das liebe ich. Und die Umsetzung ist dir hervorragend gelungen.

Greetings & Love & a wonderful weekend
Ines
Blog: www.eclectichamilton.de