Alte Lieblingsstücke

Ich bin zwar kein absoluter Fan von Shabby Chic und mag meine Sachen eigentlich eher neu, sauber, funktionell und leicht zu reinigen, aber einige alte Dinge haben es mir angetan. Da wir ein altes Haus mit entsprechender Ausstattung erbten (99 % davon waren leider nur mehr reif für den Sperrmüll), konnte ich doch einige Kleinodien aufheben. Gemeinsam mit ein paar Erbstücken meiner Großmütter oder Großtanten kamen so doch etliche alte Dinge zusammen, die ich mit Begeisterung mit Neuem kombiniere.

Ein absolutes Lieblingsstück stelle ich heute vor.

Das uralte Schammerl






Um zu höher gelegenen Kasterln zu gelangen, braucht vor allem mein Kleiner noch ein kleines Stockerl, auf Altösterreichisch auch "Schammerl" genannt. Dieses stammt von meinem Urgroßonkel Joseph. Er war eigentlich Wagner (ein Beruf, der völlig ausgestorben ist, er baute Räder und Speichen für Kutschen), hatte aber auch großes tischlerisches Können. Was mir an diesem Schammerl besonders gefällt, ist die Verarbeitung und Einzapfung der Beine. Handarbeit, die heute nicht mehr zu finden ist und die auch kaum noch jemand beherrscht.








Wenn ich nicht Architektin geworden wäre, dann wäre meine Wahl sicherlich auf Tischler gefallen. Ich arbeite gerne und viel (und leider sehr unprofessionell) mit Holz und bewundere gute Handwerkskunst.

Zu alten und ererbten Dingen habe ich eine sehr pragmatische Einstellung. Entweder ich benütze sie oder sie müssen mein Haus verlassen, egal, woher sie stammen oder wie "wertvoll" sie sein mögen. Vitrinen voller Geschirr beispielsweise, das nicht verwendet wird, gibt es bei mir nicht. Und so ist auch dieses Stockerl täglich in Gebrauch.


Mit liebem Gruß
Marie

Jetzt gibt es wieder tolle Linkpartys mit vielen guten Ideen. Komm mit! Ich mach mit!


Wer noch Lust und tolle Projekte hat, meine Linkparty Von Tag zu Tag #5 ist noch offen. Komm vorbei!



Linkparty #5

Kommentare:

www. merlanne.lu hat gesagt…

Wir nennen sie hier "Bänkchen" und ich habe auch noch so ein Bänkelchen im Haus von den Großeltern. Das sind noch handfeste Möbel, wie sie heute nur selten zu finden sind.
Liebe Grüsse,
Claudine

Jana Risse hat gesagt…

Liebe Marie,
schön, wie du über dein "Schammerl" schreibst.
Das ist etwas ganz besonderes, wenn man zu so einem alten Teilchen auch die Geschichte kennt. Wir haben auch so ein, bei uns, "Ritschel", welches unser Jüngster liebt. Es steht für ihn am Waschbecken. Ich hab's vom Sperrmüll, nur etwas abgeschliffen.
Na klar, sollen die alten Sachen auch verwendet werden.
Aber ich lieb sie inzwischen mehr als das Neue, weil sie eben Geschichte haben und meist sind sie unverwüstlich. Bei Echtholzschrank gegen Fournier gewinnt bei mir ersteres.
Aber das ist halt Geschmackssache.
Liebe Grüße, Jana

Marie VonTagzuTag hat gesagt…

Liebe Jana,
also wenn ich mir alles in Echtholz, Tischlerarbeit, oder echte Antiquitäten leisten könnte, dann wäre das schlicht und einfach keine Frage. Natürlich hätte ich dann nur solche Dinge. Leider erlaubt das mein Budget nicht, seufz. Ich glaube, davon können wir alle ein Lied singen.
Aber ich liebe so wie du Sachen mit Geschichte, die ich zwischen Ikea und Co platzieren kann und die mein Budget nicht sprengen. Derzeit arbeite ich ein altes Schreibmaschinentischchen auf, um daraus meinen Schminktisch zu machen. Auch so ein uraltes Teil, Massivholz, das allerdings lackiert werden muss, damit ich es verwenden kann. Viel Arbeit, viel Spaß, wenn es fertig ist, zeige ich es hier.
Was ich weniger mag, ist extremer Shabby Chic, wobei ich gestern einen Blog gefunden habe, der diesen Stil total in einer Altbauwohnung durchzieht. Inklusive eigentlich völlig schadhafter Wände. Eine tolle Sache zum Ansehen, es hat durchaus viel Flair. In meiner Seitenleiste findest du den Blog
Gottseidank sind wir alle verschieden, das macht die Welt so bunt und lustig und lebenswert. Und die Bloggerwelt so interessant.
Liebe Grüße
Marie

Marie VonTagzuTag hat gesagt…

Gute Handwerkskunst ist leider selten geworden, aber die jungen Leute können oft nichts dafür. Wenn ich mir beispielsweise die derzeitige Ausbildung der Architekten anschaue - alles wird nur mehr mit dem Computer gemacht. Ich musste anfangs noch mit der Hand zeichnen, es gab zwar schon AutoCad und Co, aber das konnte sich keiner leisten. Heute schaffen es die fertigen Architekten kaum mehr, eine brauchbare Handskizze zu Papier zu bringen. Schade. Und nein, ich bin nicht SOOOOO alt!
Genauso ist es bei allen anderen Berufen, das richtige Handwerk stirbt aus und mit ihm geht leider ein riesiger Erfahrungshorizont verloren.
Ich sehe aber, dass viele Leute ganz privat (eben auch in vielen Blogs) die Handwerkskunst wiederbeleben - nicht auf professionellem Niveau, aber doch. Einerseits, weil vielen die Massenproduktion auf die Nerven geht. Andererseits aber auch aus ökonomischen Gründen: wenn man sich heutzutage gute Handwerker als Normalverdiener einfach kaum mehr leisten kann (wenn man sie überhaupt noch findet), dann greift man irgendwann selbst zum Werkzeug.
Es leben unsere bunten DIY Blogs
Liebe Grüße
Marie