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Aus 2 mach 1 - Wohnungssanierungen im Altbau

Wien ist bekannt für seine Architektur der Gründerzeit, also die Zeit ab 1860 bis 1914, als der alte Kaiser beschloss, das sogenannte Glacis zu bebauen und binnen weniger Jahrzehnte tausende Häuser entstanden. Zu damaligen Zeiten - Wien war immerhin die Hauptstadt eines wirklich großen Reiches und hatte mehr als 2 Millionen Einwohner - waren diese Wohnungen absoluter Luxus. Es gab fließendes Wasser in jeder Wohnung. Nur zwei bis vier Wohnungen teilten sich ein eigenes Wasserklosett. Alle Zimmer waren natürlich belichtet. Jede Einheit hatte eine eigene Kochgelegenheit. Die Stiegenhäuser waren groß, breit und aus nichtbrennbaren Baustoffen. Viele Errungenschaften, die man heute für selbstverständlich hält, damals aber wirklich eine unglaubliche Verbesserung der Lebenssituation darstellten, wenngleich diese Wohnungen anfangs nicht ganz billig waren.

Einige dieser Gründerzeithäuser waren als richtige Repräsentationsgebäude gestaltet, mit riesigen Wohnungen, Zimmerfluchten mit großen zweiflügeligen Türen, Raumhöhen - vor allem in der Beletage - von über vier Metern und entsprechend großen Fenstern. Der weitaus größere Teil der Häuser war aber zur Vermietung an weniger betuchte Leute vorgesehen und viele Wohneinheiten bestanden nur aus einem Zimmer, aus Zimmer + Küche, oder aus Zimmer + Küche + Kabinett.




Heutzutage sind diese Wohnungen natürlich absolut nicht mehr in dieser Form bewohnbar und dürfen, soferne sie kein Fließwasser haben, auch gar nicht mehr vermietet werden. Manchmal hat man aber das Glück, dass man zwei nebeneinanderliegende Wohnungen kaufen, diese zu einer verbinden und eine richtig tolle Stadtwohnung daraus machen kann.

Genau so etwas stelle ich euch heute vor.




Die beiden Wohnungen bestanden in Wohnung 1 aus einer Küche und einem Zimmer, Wohnung 2 nur aus einem Kabinett. Bereits vor etlichen Jahren wurde zwischen Wohnung 1 und Wohnung 2 ein Durchgang geschaffen, allerdings gab es weder Bad noch WC im Wohnungsverband. Das WC befindet sich am Gang.

Der Vorschlag, um aus diesen beiden winzigen Wohnungen eine tolle kleine Wohnung für ein bis zwei Personen zu schaffen, war
  • ein kleines Stück Gang dazuzukaufen - das war in diesem Fall möglich - und dort ein Vorzimmer unterzubringen
  • die Verbindungstüre zwischen dem Kabinett und dem Zimmer zuzumauern
  • in die ehemalige Küche ein WC einzubauen
  • einen Teil des Kabinetts abzutrennen, um ein Bad zu gewinnen
  • die Küche in das Zimmer zu integrieren und so eine offen Wohnlandschaft zu bekommen
  • Stauraum befindet sich im ehemaligen Küchenbereich vor der Badezimmertüre
Das alles auf nicht einmal ganz 44 m2. Natürlich hat diese Wohnung etliche Punkte, die nicht optimal lösbar sind, beispielsweise das wirklich kleine Schlafzimmer, in das nur ein Bett mit 160/200 hineinpasst. Dafür hat man auf 44 m2 eine echte getrennt begehbare 2-Zimmer-Wohnung, was normalerweise erst ab mindestens 50 m2 gut möglich ist. Durch das Einbeziehen des kleinen Gangstücks konnte ein Vorzimer geschaffen werden, das noch dazu natürlich belichtet ist. Die Wohnung kann querdurchlüftet werden - ganz wichtig - und das Schlafzimmer ist in den ruhigen Innenhof hin orientiert. Ein Vorteil, da die Wohnung doch an einer mäßig befahrenen Straße liegt.




Die Grundrisse mit Möblierung wurden übrigens mit Floorplaner gestaltet, ein praktisches kleines Gratisprogramm, das jeder leicht bedienen kann. Damit kann man auch als Laie leicht einen Grundriss gestalten und Möblieren. Die Schemazeichnungen sind mit einem CAD Programm erstellt.

Bei den 3D Ansichten kann man die Wände weniger hoch darstellen, um besser in die Zimmer zu sehen.




Wer also gerade sein Zuhause plant oder umgestalten möchte, ist mit diesem Tool recht gut beraten. Mit ein bisschen Geduld kann man nette Ergebnisse erzielen.

PS: der Post ist NICHT gesponsert, ich zeige euch einfach nur eine gute Möglichkeit, um leicht ein paar Ideen zu finden. Für den Profibereich darf und kann die Software auch gar nicht in dieser Form angewendet werden. Für den Privatbereich reicht die Gratisversion aus und liefert hübsche Ergebnisse.


 

Linkparty #11 ist noch offen, außerdem freue ich mich über alle neuen Linkpartys, die hier gesammelt werden. Mach mit, präsentiere deine Projekte oder deine neue Linkparty.

Mit liebem Gruß
Marie

Farbgestaltung

Wie ich ein Farbkonzept für Projekte entwickle, habe ich vor einiger Zeit vorgestellt. Ich orientiere mich gerne an der Natur, mische kräftige mit neutralen Farben und habe auch keine Angst vor Kontrasten. Die Welt ist bunt.

http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2015/06/bunt-ist-die-welt.html
http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2015/06/bunt-ist-die-welt.html
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Heute stelle ich ein paar Methoden vor, wie man so ein Farbschema ganz konkret in ein Produkt umsetzen kann. Schön, wenn ich weiß, welche Farben ich haben möchte, aber wie bekomme ich den Ton auf die Wand? Wie finde ich entsprechende Produkte?


Hilfe bietet hier wie immer der Computer. Mittels Farbanalyse stelle ich fest, welchen Code der gewünschte Farbton hat. Alle guten Foto-Bearbeitungsprogramme haben so ein Tool, bei Photoshop kann man sogar die Pantone Skala einstellen. Ich habe hier mit Paint gearbeitet, weil dieses Programm im Lieferumfang von Windows immer dabei und so leicht zu bedienen ist.




Zunächt ein wenig Theorie. Der Computer kennt de facto drei Möglichkeiten, einen Farbton auszugeben. RGB, YMCK und HEX. Die Farbschemata kann man mit Online - Tools gut umrechnen. Ich habe hierzu ein Tool auf www.farbtabelle.at gefunden






Bei Dezimal gebe ich meine Werte aus Paint ein.




Dann erhalte ich den HEX Code, mit dem ich beispielsweise die Farbe auf meine Homepage übernehmen kann. SO ZUM BEISPIEL! Einfach bei Farbe den HEX Code in HTML einfügen.


Für Freaks:
<span style="color: #133891;"><b>SO ZUM BEISPIEL! Einfach bei Farbe den HEX Code in HTML einfügen.</b></span><br />





Weitere Infos liefert die CYMK Farbskala, vor allem für den Vier - Farbdruck.




Im Bereich des Druckwesens und der Architektur ist neben der RAL Farbkarte (die aber nur recht wenige Abstufungen enthält) vor allem die PANTONE - Farbskala interessant. Hier gibt es wirklich jeden Farbton, den man sich nur vorstellen kann.

Mittels Online-Tools kann man die Farben gut durch Pantone Farbcodes annähern lassen. Hier wieder ein Online Tool: www.ngin.de.






Pantone Farbkarten und Farbfächer sind exorbitant teuer, aber in Fachgeschäften liegen sie normalerweise auf und man kann den gewünschten Farbton nochmals überprüfen, weil der Computer nicht immer perfekte Ergebnisse liefert. Hier spielen natürlich Bildschirmeinstellungen und Kalibrierungen eine Rolle, auch lassen sich nicht alle Farbtöne mittels HEX Skala ausgeben, eine Überprüfung des Tons mittels Originalfarbkarte ist also anzuraten.

Von meinem Ausgangsfarbton im Foto habe ich nun vier verschiedenen Werte, mit denen in fast jedem Baumarkt und im Fachgeschäft mittels Farbmischcenter die gewünschte Farbe angemischt werden kann. Toll ist, dass man von etlichen Herstellern auch unterschiedliche Produkte in exakt demselben Farbton anmischen lassen kann, beispielsweise Lack und Wandfarbe.

Wer auf ein fertiges Produkt zugreifen möchte, kann auf den Herstellerseiten meist recht genaue Angaben zu den lieferbaren Farbtönen finden. Hier ein Beispiel für den Hersteller Dulux und wie man den besten passenden Farbton fndet.







Website kopieren, in Paint einfügen und den Farbton abnehmen.





Die beiden Farben nebeneinandergestellt zeigen, wie ähnlich die gewünschte Farbe ist.

Viel trockene Theorie zu Farben, aber so kann man recht einfach die eigenen Vorstellungen verwirklichen.

Linkparty #9 Von Tag zu Tag ist offen. Mach mit, ich freue mich auf deine Projekte.

Einen schönen Vorfrühlingstag wünscht

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Du kennst eine neue tolle Linkparty oder gibst selbst eine? Dann verlinke sie doch bitte hier, damit viele Blogger Freude daran haben.

Projektplanung mit Pinterest

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: seit einigen Tagen habe ich tatsächlich ein Smartphone! Bisher war mir mein altes Tastenhandy gut und teuer, es funktionierte einwandfrei, war robust und konnte alles, was ich brauchte. Telefonieren und SMSen.

Nun haben wir aber seit ein paar Wochen neue Mitbewohner, drei an der Zahl, und die Kleinste (und Lebhafteste) fand es in der Nacht bei uns ziemlich langweilig. So knabberte und biss sie mein Handyladekabel durch bis nur mehr einzelne Drähte heraushingen. Nur um Missverständnisse zu vermeiden, es handelt sich um Katze Lilith, zarte 5 Monate alt und ein Energiebündel, wie es im Buche steht.

Da für dieses alte Gerät kein Ladekabel mehr erhältlich war - zumindest nicht einfach und schon gar nicht billig - ließ ich mich von meinen beiden Buben in den nächsten Elektromarkt verführen. Beim Preis hatte ich Mitspracherecht - BILLIG!!! - ansonsten erledigten meine Buben die Auswahl.

Ehrlich gesagt? Ich liebe es. Es eröffnet völlig neue Dimensionen. Nein, nicht die diversen Spiele und sonstige Unnötigkeiten, aber die Möglichkeit, auch unterwegs auf meine Daten zuzugreifen.

Wobei ich beim Thema bin: Projektplanung.

Wie viele wissen und ich immer wieder betone, passiert Projektplanung bei mir zuerst im Kopf und dann am Papier. Mit Stift, Farben, Katalogen und Ideen. Oft reicht das völlig aus.

In letzter Zeit tendiere ich aber immer öfter dazu, die elektronischen Hilfsmittel schon früh in den Prozess zu integrieren, und so habe ich Pinterest als Planungstool entdeckt.

Hier sammelte ich Ideen für eine Küchenplanung. Diese Küche werde ich euch demnächst vorstellen, meine liebe Mitbloggerin Maxi von Geschwisterkeks ist die Besitzerin und bäckt darin, nach vielen Schwierigkeiten mit dem leider recht unfähigen Küchenstudio, bereits die tollsten Leckereien. Aber lest selbst nach.




Bei meinem aktuellen Projekt ging ich sogar einen Schritt weiter. Da mein Kunde im Ausland lebt, spielt sich die meiste Kommunikation per Internet ab, außerdem geht es hier wirklich vor allem um Interior Design. Also richtete ich "geheime" Pinnwände auf Pinterest ein, auf denen der Kunde und ich Ideen abspeichern können. Eine tolle Sache. Hier ist beispielsweise die Pinnwand "Bad und WC".




Da die Badewanne bei diesem Entwurf sehr speziell ist, richteten wir eine eigene Pinnwand mit Badewannenmodellen, Preisen und Herstellern ein. So sehen wir auf einen Blick, welche Modelle in Frage kommen.




Zusätzlich entdeckte ich noch eine wichtige Funktion: die Datenbank für bereits verwendete Materialien. Bei allen meinen Projekten führe ich genaue Materiallisten, sammle Kataloge, Produktblätter, Farbmuster, etc. Das ist aufwändig und vor allem Platzintensiv, aber für einen guten Entwurf unerlässlich.




Wenn ich mich nach Produkten für ein Projekt umsehe, habe ich diese Sammlung meist bei mir. Aber manchmal entdecke ich im Zuge meiner Ausflüge plötzlich etwas, das zu einem anderen Projekt passen würde. Oder ich habe spontan Zeit, die Farbe für die Ausbesserungsarbeiten in meinem Haus zu besorgen - bloß - welcher Farbton war es nun genau? In solchen Momenten habe ich die Papierunterlagen garantiert nicht dabei.

Also gibt es bei mir nun auch eine Pinnwand der bereits verwendeten Materialien pro Projekt und Raum. Hier wird dann wirklich alles abgespeichert, von der Wandfarbe bis zur Mischbatterie, und zwar nur das, was tatsächlich zur Anwendung kam. Mit meinem neuen Smartphone kann ich jederzeit darauf zugreifen und beispielsweise garantiert den richtigen Lack nachkaufen.

In Zukunft werde ich auch Skizzen und vor allem Vermessungsunterlagen auf Pinterest laden, um so auch von unterwegs Zugriff auf die wichtigsten Projektdaten zu haben. Die geheimem Pinnwände machen es möglich.

Mit lieben Grüßen

Marie


Schränke - eine Lösung für kleine Räume

In unseren Wohnungen werden die Kinderzimmer und Schlafzimmer immer kleiner. Um auf 80 m2 eine Vier-Zimmer-Wohnung unterzubringen (die sich besser verkaufen / vermieten) lässt als eine Drei - Zimmer - Wohnung, schrumpfen die Räume oft zu Miniaturgröße. Oft ist es schwierig, in den winzigen Zimmern Bett, Schreibtisch, Regale und Kleiderkasten unterzubringen, selbst wenn nur ein Kind darin wohnt. Vor allem dann, wenn Fenster, Türen und Balkontüren ungünstig platziert sind.


Kasten in der Nische.


Die heute vorgestellte Lösung für kleine Räume ist eine sehr aufwändige, aber eine, die das Platzangebot und das Raumgefühl komplett ändert. Allerdings müssen kleine Umbauarbeiten statisch möglich und erlaubt sein. Die Idee ist aber auch eine Anregung für diejenigen, die ein Haus planen und mit einem begrenzten Budget (= begrenztes Raumangebot) auskommen müssen.

In den USA und England sind eingebaute Wandschränke gang und gäbe. Bei allen Nachteilen haben sie vor allem einen großen Vorteil: der meist 60 cm tiefe Kasten steht nicht mitten im Zimmer.

Meine Lösung, auf europäische Verhältnisse abgestimmt, lautet: verschränkte Wände.

In zwei nebeneinanderliegenden Zimmern werden die Wände um ca. 65 cm versetzt angeordnet, sodass zwei Nischen entstehen, in die ein handelsüblicher Kleiderkasten hineinpasst. Natürlich sind auch Einbauschranklösungen für diese Nischen eine tolle Sache.Prinzipiell würde ich die Nischen aber von den Abmessungen so wählen, dass ein normaler Kleiderschrank darin Platz findet, also beispielsweise 60 bis 65 cm tief und 155 cm breit (dann geht sich ein 150 cm breiter Kasten mit Sesselleisten bequem aus).




Vorteil: es entsteht im Zimmer eine gerade Wandflucht, der Kasten findet bequem Platz und die Gesamtgröße des Zimmers ändert sich nicht, trotzdem bleibt ein annähernd rechteckiges oder quadratisches Raumgefühl. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als eine Türe zu öffnen und auf die Seitenwand eines Schrankes zu "knallen".

Für alle, die ein Haus planen oder bei ihrer neuen Wohnung noch ein Mitspracherecht betreffend Raumaufteilung haben, ist das eine gute Idee.

Für alle, die diese Lösung in einer bestehenden Wohnung oder in einem Haus verwirklichen wolle: soferne keine tragenden Wände betroffen sind, ist es durchaus möglich, diese einfach zu ändern. Im Prinzip muss eine Trennwand neu aufgestellt werden und der Bodenbelag ist zu erneuern, eventuell müssen Leitungen verlegt werden.

Der handelsübliche Schrank sitzt in einer Nische von 155 x 60 cm.


In manchen Gemeinden braucht man dafür eine Baubewilligung, in manchen Orten reicht eine Bauanzeige (also eine Meldung, dass man diese Arbeiten durchführt), oft geht es auch ohne. Unbedingt vorher beim Bauamt erkundigen! Die Arbeiten können im Zuge einer vielleicht schon länger geplanten Renovierung durchgeführt werden und sind für geschickte Heimwerker großteils leicht selbst möglich (außer Elektro- und Wasserleitungen!!!)
Der Abbruch und Neuaufbau einer nichttragenden Leichtbauwand ist in zwei bis drei Tagen erledigt und kostet nicht die Welt.

Bitte entschuldigt die schlechte Fotoqualität, manchmal müssen die "Baustellenfotos" schnell und unter suboptimalen Bedingungen geknipst werden. Aber ich denke, ihr könnt euch ein Bild von der Lösung machen.

Nachtrag: Eine ähnliche Lösung wurde auch von anderen Bloggern schon toll umgesetzt, wie ich den Kommentaren entnehmen durfte. Schaut zum Beispiel einmal bei Probieren geht über Studieren vorbei.
http://kreativsein.blogspot.co.at/2015/01/endlich.html

Nachtrag 2: Wenn jemand eine meiner Ideen aufgreift oder dazu auch einen ähnlichen Post hat - her mit dem Link! Ich verlinke euch gerne! Das macht das Web und die Bloggerwelt bunter und informativer.

Es läuft noch meine Linkparty "Von Tag zu Tag". Schau vorbei, verlinke deine Projekte und nimm ein paar gute Ideen mit.


Linkparty

 
Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich auch wieder an Linkpartys teil. Danke an die Veranstalter!
Wer gerne auf meine Blogroll möchte, ist herzlich eingeladen.

Das Traumhaus - oder die Traumküche - oder die Traumwohnung - oder ...

Wir alle träumen manchmal vom idealen Leben mit der idealen Familie im idealen Haus in das wir nach dem idealen Arbeitstag im idealen Job nach Hause kommen. Die Realität sieht oft anders aus: die Kinder sind quengelig, der Ehemann müde, das Haus ein Chaos und Kunden und Chef ein Albtraum.

Das Leben ist selten in allen Bereichen ideal - aber das sollte uns nie, wirklich niemals, davon abhalten, das Beste aus jedem Tag zu machen. Egal wie unsere Situation aussehen mag.

Das beste Beispiel dafür ist unsere Wohnung oder unser Haus. Einige wenige wohnen wirklich in ihrem Traumhaus, die meisten von uns müssen sich in irgendeinem Bereich mit Kompromissen zufrieden geben. Und zwar ein Leben lang. Nun kann man resignieren, vom Traumhaus träumen, unrealistische Pläne für die Zukunft machen, dem idealen Haus hinterherlaufen - oder man fängt an, das Beste aus der derzeitigen Wohnsituation zu machen.

Und wie macht man das???

Hier sind meine Ideen und Erfahrungen mit ungeliebten und unpraktischen Wohnbereichen, die sich mit etwas Phantasie und gutem Willen oft in zumindest brauchbare, wenn nicht sogar originelle oder schöne Bereiche verwandeln lassen.

1. Schritt: ausräumen und putzen
Ein ungeliebter Bereich wird gerne vernachlässigt und damit noch hässlicher und unbrauchbarer. Der erste Schritt muss also sein, den Bereich auszuräumen, zu entrümpeln und gründlich zu reinigen. Nimm dir Zeit, sortiere alles aus, was sich so angesammelt hat. Danach putze den Bereich von oben bis unten, in jede Ecke und in jede Ritze.
Egal, ob es sich um einen hässlichen Schrank, einen winzigen Balkon (obwohl man doch so gerne einen Garten hätte) oder um eine uralte Küche (obwohl man von der Lanhausküche träumt) handelt, mach das Ding richtig sauber. 

2. Schritt: notwendige Reparaturen sofort ausführen
Beim Putzen wird dir auffallen, dass einiges nicht richtig funktioniert. Scharniere, die nicht richtig schließen, Farbe die abblättert, gebrochene Fliesen, etc. Mach eine Liste und überlege, wie man diese Dinge kostengünstig reparieren kann. Ein Kastenscharnier ist schnell getauscht und kostet weniger als 10 Euro. Gebrochene Fliesen kann man mit Reparaturspachtelmasse zumindest oberflächlich sanieren, auch das kostet nicht die Welt.
Selbst mit geringstem Budget ist es möglich, den Bereich funktionell zu erhalten. Es kostet nur ein wenig Mühe.

3. Schritt: was kann ich mit einfachen Mitteln verändern?
Wenn der Bereich gereinigt und repariert ist, geht es an die Veränderung. Hier ist folgende Frage wichtig: wieviel Geld und Zeit kannst und willst du investieren. Bei einer Mietwohnung, die man nicht lange bewohnen will, sollte man die Investitionen so gering wie möglich halten.
Wenn man eine Wohnung längerfristig bewohnen will, lohnen sich vielleicht einige Investitionen. Eine gut erhaltene Eigentumswohnung lässt sich wesentlich besser verkaufen als eine völlig abgewohnte. Eine Mietwohnung, die nicht nur eine kurzfristige Übergangslösung darstellt, sollte man auch in gutem Zustand erhalten, selbst wenn man die Investitionen beim Auszug nicht ersetzt bekommt. Lebensfreude und Lebensqualität über viele Jahre sind Lohn genug.
Einfache Mittel sind auf jeden Fall Farbe und Pinsel, Textilien, Bilder und Blumen. Mit ein wenig Phantasie und Mühe kann man fast alle Bereiche einladender gestalten.
Ein Klappstuhl und ein paar hübsche Blumentöpfe können auch aus einem winzigen Hinterhofbalkon eine kleine grüne Oase machen. Ein paar Töpfe Farbe machen aus einem hässlichen Schrank ein Schmuckkästchen. Und der alte Küche kann man vielleicht mit neuen Beschlägen ein ganz anderes Aussehen verpassen.

4. Schritt:  Langfristige Planung - Projektplanung in mehreren Phasen
Wenn du die Immobilie langfristig nutzen möchtest, ist auch ein langfristiger Plan für die Problembereiche sinnvoll. Wenn Geld, Zeit und Energie nicht für die sofortige Totalsanierung reichen, muss eben ein Stufenplan entwickelt werden.

Ein uraltes, aber noch funktionstüchtiges Bad mit grauenhaften Fliesen. So etwas hatte ich jahrelang...
In einer ersten Phase könnte man das Bad gründlich reinigen, die Wände frisch streichen, die tropfende Armatur austauschen, alle Silikonfugen erneuern, die Fliesenfugen auffrischen und neue Handtücher kaufen. Das kostet nicht allzuviel und das Ergebnis ist erstaunlich.
Phase 2 umfasst dann erst die Generalsanierung des Bades - wenn das Geld vorhanden ist.
Der Vorteil dieser ersten Phase ist, dass du sofort Ergebnisse siehst und das Bad gut funktioniert.

Ein winziger enger Flur ohne Tageslicht
In einer ersten Phase könnte man alles reinigen, die Wände hell streichen und schöne Bilder aufhängen.
Die zweite Phase umfasst dann vielleicht die Erneuerung der Beleuchtung, den Einbau eines Wandschrankes am toten Ende und die Verlegung eines neuen Bodenbelags.

Ein völlig verwilderter Garten
Eine erste Phase wäre, einen Teil des Bewuchses zu roden und die gesunden und schönen Sträucher und Bäume gründlich zurückzuschneiden. Das kostet eigentlich nur Abeitskraft. Danach kann man unter die Sträucher zahlreiche Frühlingsblüher setzten - und der Garten bekommt sofort ein anderes Gesicht
In einer zweiten Phase kann dann Bereich für Bereich geplant und schrittweise umgesetzt werden.

Es muss nicht alles gleich, sofort und heute sein. Die schrittweise Gestaltung unserer Lebensbereiche ist spannend und gerade beim Arbeiten kommen die besten Ideen. Manche Bereiche müssen sich entwickeln und eine erste schnelle finanziell aufwendige Lösung kann sich bald als grundfalsch herausstellen.

Jetzt bist du an der Reihe. Welchen Bereich in deiner Wohnung hast du mit minimalen Mitteln umgestaltet, obwohl er unpraktisch, hässlich oder ungeliebt war? Und was ist daraus geworden?

Ich bin neugierig!

Gruß
Marie

Projektplanung

Erste Ideen sammeln.
Es ist für den Erfolg eines Projektes ganz besonders wichtig, dass die Planung stimmt. Von Anfang an. Was man dazu braucht?

* ein wenig Grips
* ein Blatt Papier
* ein paar Stifte
* ein paar Informationen

Mehr nicht. Keine Planungssoftware, keine ausgeklügelten Formulare, keine tollen Hilfsmittel. Es ist absolut möglich, ein komplexes Projekt in allen Details auf ein paar Blatt Papier zu skizzieren.

Wenn die Planung dann genauer wird, muss man sicherlich auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen. Dann tut der Computer auch gute Dienste. Aber die prinzipielle Planung, die Ideensammlung, das Herausarbeiten und Lösen von Details und Problempunkten, kann und sollte "zu Fuß" gemacht werden.

Ich kenne viele Architekten und fast alle entwerfen ihre Projekte nach wie vor mit der Hand. Mit dem Bleistift. Am Papier. Weil es sich hier so wunderbar denken lässt. Weil Papier viel geduldiger ist. Weil die prinzipielle Denkarbeit durch das Zeichnen gefördert wird.

Hier ein Beispiel für eine schon ein paar Jahre zurückliegende Planung. Im Jahre 2008 erhielt ich den Auftrag, das Schlafzimmer eines Sommerhauses umzugestalten. Folgende Punkte waren zu berücksichtigen.

* geringes Budget
* das Zimmer wird von verschiedenen Familienmitgliedern benützt
* es sollte möglichst neutral und pflegeleich gestaltet werden
* Stauraum in Kästen und Kommoden
* das Zimmer war ziemlich klein

Hier ist das erste Konzept. Auf einem Blatt A4 legte ich Grundriss und Möblierungsplan fest, überlegte eine erste Gestaltung mit Farben und Textilien und identifizierte ein paar Problempunkte.

Übersicht Projektplanung Seite 1.

Zur besseren Vorstellbarkeit sind kleine perspektivische Handskizzen sehr hilfreich.


Blick in die linke Ecke mit Detailideen wie Farbfeld hinter dem Betthaupt und Zierleiste an der Decke.
Blick in die linke hintere Ecke mit der Schranklösung. Eine einfache Bleistiftzeichnung genügt.

Der Grundriss mit dem ersten Möblierungsvorschlag, maßstäblich gezeichnet.
Es ist schon in dieser Phase sehr wichtig, den Raum exakt zu vermessen und alle Maße genau zu notieren. Auch die erste Skizze muss annähernd maßstäblich sein, sonst verläuft man sich schnell und findet später schlecht das richtige Maß.

Problempunkt Kasten - Nachtkasterln - Bett.
Es ist wichtig, schwierige Punkte genau einzukreisen und eine Lösung zu suchen. In diesem Fall ist die Schranktüre nur bis ca. 60 Grad öffenbar. Die Auftraggeber erklärten sich damit einverstanden, ein Nachtkasterl sei aber unverzichtbar.

Nachtkasterl, Lampe und Bett.
Die Gestaltung der Wände, die Farbgestaltung und vor allem auch Bilder - alles sollte quasi gleichzeitig fertig werden. Nachdem das Schlafzimmer nicht ein persönliches Zimmer von zwei Personen ist, sondern den diversen Kindern und Schwiegerkindern im Sommer als Zimmer dient, sollte es nicht allzu persönlich gestaltet werden. Aber es sollte auch nicht an ein Hotelzimmer erinnern.

Fingerfarbbilder der Enkelkinder.
Also hatte ich die Idee, dass die damals noch sehr kleinen Enkelkinder der Familie mit Fingerfarben auf drei Keilrahmen einfach ihrer Kreativität freien Lauf lassen sollten. Abstrakte Bilder von Familienmitgliedern eben.

Farbkonzept, Materialien und Oberflächen.
Die Farben wurden in Abstimmung mit der Familie festgelegt. Es handelt sich um ein Nordzimmer, allerdings mit einem großen Fenster. Es wurden warme Wandfarben, helle Textilien und dunkle Möbel gewünscht.

Das generelle Farbkonzept. Hier sind die Farben durch den scan leider etwas verfälscht.
Farb- und Stoffmuster.
Aus diversen Katalogen schnitt ich Farb- und Stoffmuster aus und ergänzte das erste Konzept. Wichtig ist, es einfach zu halten.

Weitere Detaillösungen und Überlegungen, diesmal zur Beleuchtung.

Überlegungen zur Beleuchtung.
Die Finanzen waren ebenfalls ein wichtiger Punkt. Für einen ersten Kostenrahmen reicht aber eine kleine überblicksmäßige handschriftliche Liste. Die genaue Projektplanung erstelle ich dann allerdings auch am Computer - und natürlich dann die Kostenverfolgung.

Erste Kostenschätzung der damals bekannte Kosten.
Auch ein ungefährer Zeitplan und Arbeitsplan muss relativ bald erstellt werden. Bei diesem Projekt war ich für alles verantwortlich, auch für die Durchführung. Daher enthält der Plan, wie bei privaten Projekten im eigenen Haus auch, Details wie das Ausräumen des alten Zimmers, die Entsorgung der Möbel, etc. Und auch einen groben Plan der Elektroinstallationen legte ich fest.

Ein grober Arbeitsplan. Für den Anfang genügt das.
Zimmeransicht mit einem Online-Raumgestalter.
Da Ikea damals einen online - Raumgestalter anbot, konnte ich einen Teil des Zimmers ausdrucken und mit eigenen Skizzen ergänzen. Meine Handskizzen oben gefallen mir aber besser. :-)

Fotos des fertigen Zimmers folgen. Es ist wirklich fast genau so geworden. Und bewährt sich seit fünf Jahren.

Auf die Plätze, fertig, los! Welches Projekt in Ihrem Haus wollten Sie immer schon in Angriff nehmen? Schnappen Sie sich einen Zettel, einen Bleistift, ein Maßband und ein paar Buntstifte und zeichnen Sie los. Jeder kann zeichnen!

Wer möchte mir so ein Projekt schicken? Skizzen und Vorher - Nachher Fotos? Ich würde gerne darüber berichten.

vontagzutag. mariesblog (at) gmail. com (Leerzeichen entfernen und Klammeraffen einfügen).

Gruß
Marie

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