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Kinderkleidung tauschen, weitergeben oder verschenken

Wer Kinder hat, kennt das große Dilemma: die lieben Kleinen wachsen permanent aus ihren Sachen heraus. Oft schneller, als man schauen kann. Also stehen wir Eltern ständig vor der Herausforderung, neue Sachen kaufen zu müssen - und gleichzeitig vor einem riesigen Berg an gut erhaltenen Kleidungsstücken, die eben leider nicht mehr passen.

Wer mehr als ein oder zwei Kinder hat, kann zumindest einen Teil der Kleidung weiterverwenden. Alle anderen müssen sich organisieren. Einerseits natürlich, um Geld zu sparen. Andererseits aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes.

Welche Gründe auch immer ausschlaggebend sind, wichtig ist es, sich zu organisieren. Hier meine besten Tipps, wie man ein wirklich gut funktionierendes Kleiderkarussell aufbaut.

Zunächst einmal: es ist schon lange keine Schande mehr, wenn man übertragene Kleidung trägt. Im Gegenteil, es zeugt von Verantwortungsbewußtsein und Intelligenz - und das verstehen auch die Kinder. Also: das Nachtragen von Kleidung gar nicht zum Thema machen, es soll einfach selbstverständlich sein.

Zunächst muss man aber selbst aktiv werden. Im Bekanntenkreis herumfragen, wer Bedarf an schöner abgelegter Kinderkleidung hat. Gratis oder um einen kleinen Unkostenbeitrag. So kann man sich schnell ein Netzwerk an Abnehmern schaffen.

Ich habe den großen Vorteil, dass meine Schwägerin ebenfalls zwei Buben hat, die genau zwei Jahre jünger sind - ein idealer Abstand. Alles, was meinen Buben nicht mehr passt, wandert automatisch zu meinen Neffen. Gottseidank haben die Buben einen ähnlichen Geschmack!

Es ist natürlich selbstverständlich, dass man nur absolut saubere und einwandfreie Kleidung weitergibt. Alles, was zerrissen, fleckig oder beschädigt ist und auch nicht mehr repariert werden kann, kommt in den Wertstoffmüll. Das gleiche gilt auch für Kleidung, die in die diversen Kleidercontainer von Caritas und Co eingeworfen werden kann, auch hier bitte nur einwandfreie Kleidung spenden.

Der nächste Schritt ist, dass man sich selbst Leute organisiert, von denen man Kleidung übernehmen kann. Hier hilft ein offenes Wort unter Nachbarn und Freunden. Am besten man erzählt von den vielen Dingen, die man herschenkt und merkt an, dass man sich auch über getragene Kleidung für die Kinder freut.

Ich erinnere mich noch, dass mich eine Mutter aus der Klasse meines älteren Sohnes (deren Sohn körperlich wesentlich größer ist als meiner) ganz verschämt fragte, ob ich vielleicht Interesse an ein paar fast neuen Hosen hätte, ihr Sohn sei so schnell daraus herausgewachsen. Und dann ganz erstaut war, als ich freudestrahlend danke sagte und mein Sohn ganz selbstverständlich in der Klasse verkündete, dass seine "neue" Hose von Maxi sei.

Keine falsche Scham, keine falsche Bescheidenheit!!!

Wenn man das erste Baby erwartet, ist es ganz besonders einfach. Man fragt bei Bekannten und Freunden mit etwas größeren Kindern nach, ob sie vielleicht Babykleidung abzugeben oder zu verborgen haben. Damit ist ein Anfang gemacht und oft geht die Kleider - Weitergabe dann automatisch in die nächste Runde.

Gerade Säuglingskleidung kann man auch gut bei Freunden ausborgen. Die winzigkleinen Strampler passen ja oft nicht einmal drei Wochen und sind nach dieser Zeit immer noch wie neu.

Und den meisten Leuten geht es mit Kinderkleidung so wie mir: sie sind froh, wenn sie einen Abnehmer finden, der sich über die Stücke freut.


Je größer die Kinder werden, desto weniger kann man übernehmen. Hosen sind oft schon kaputt, bevor sie zu klein werden und in späteren Jahren tragen die Kinder ihre Kleidung dann doch etwas länger.

Ja - und wenn mir etwas nicht gefällt? Oder wenn mein Kind etwas nicht anziehen will? Nun, dann gibt man es natürlich gleich wieder weiter - solange es noch halbwegs aktuell ist. Gebrauchte Kleidung zu tragen muss ja nicht bedeuten, dass man Dinge anzieht, die nicht gefallen.

Wenn man wirklich niemanden im Umfeld findet, der Bedarf  an getragener Kinderkleidung hat, finden sich sicherlich zahlreiche caritative Organisationen, die für jedes Stück dankbar sind.

Ganz wichtig: wer weiß, dass er Kleidung nicht mehr brauchen wird, soll sie möglichst sofort weitergeben. Dann hat der Beschenkte den meisten Nutzen davon. Die Kleidung jahrelang zu lagern und dann gnadenhalber abzugeben, ist wenig sinnvoll. Die lange Lagerung tut den Stücken nicht gut - und sie werden unmodern.

Eine Bekannte hat die Säuglingswäsche ihre Kinder jahrzehntelang aufgehoben - und dann entsorgen müssen. Schade, ich bin sicher, dass sich die eine oder andere junge Mutter damals sehr über die wirklich schönen Stücke gefreut hätte. Nach zwanzig Jahren waren die Dinge aber nur mehr reif für den Müll!

In diesem Sinne: weitergeben - tauschen - verschenken - und mit Freude annehmen

Einen schönen Tag wünscht
Marie