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Die perfekte Besteckschublade




Die Lösung für meine Besteckschublade verdanke ich einem Zufall, nein, eher dem entspannten und ziellosen Herumschlendern im Baumarkt. Wenn ich nichts Bestimmtes suche und ein wenig Zeit habe, dann treibe ich mich gerne in den diversen Abteilungen herum und finde oft völlig unerwartet Materialien, die mir bei der Lösung eines DIY Problems helfen. Andere shoppen Kleidung, ich mache den Baumarkt unsicher.

Ich kann ja nicht so richtig verstehen, warum Küchenanbieter für ihre Schubladen keine exakt passenden - und vielleicht sogar noch flexibel anpassbaren - Inneneinrichtungen anbieten. Unsere Besteckschublade, neu beim großen Möbelschweden gekauft, hat zugegebenermaßen seltsame Abmessungen, nämlich ca. 75 x 30 cm. Sie ist unter dem Ceranfeld angeordnet, daher nur halb so tief. Aber es ist ein Standardprodukt, warum werden dafür keine Einsätze angeboten?

Wie auch immer, ich hatte genug von halbherzigen, unpassenden, unflexiblen, rutschenden, teuren und unbrauchbaren Ladeneinsätzen. Somit rutschte das gesamte Besteck jetzt fast ein Jahr lang unsortiert durch die Lade. Auch nicht besser.

In unserer alten Küche hatten wir eine elegante Notlösung gefunden. Weil der Besteckeinsatz etwas kürzer als die Lade war und immer nach hinten rutschte, fixierten wir ihn mit ein paar großen Duplosteinen. Diese hatten exakt die richtige Größe und der Einsatz hielt.
Allerdings hatte unser Sohn das relativ schnell mitbekommen. Immer, wenn ihm beim Duplo-Spielen ein Stein fehlte, bediente er sich in der Besteckschublade. Und dann rutschten die Einsätze wieder herum...

Soweit, sogut, ein Jahr lang suchte ich einen exakt passenden oder zumindest exakt anpassbaren Ladeneinsatz, der nicht unbedingt mehr als die gesamte Lade kosten würde, schlank und elegant wäre, leicht zu reinigen, anpassbar auf meine Bedürfnisse, die Liste der Wünsche war wieder einmal lang.

Beim müßigen Herumschlendern im Baumarkt (das ich allen DIY Freaks nur wärmstens empfehlen kann!) entdeckte ich diese weißen Kunststoffprofile. Ich konnte direkt spüren, wie meine Gehirnwindungen in Gang kamen. Ein wenig Überlegung noch - vor allem, wie schneidet man sie - und schon waren vier dieser Profile im Einkaufswagen. Kostenpunkt: rund 10 Euro. Doppelseitiges extrastarkes Teppichklebeband (transparent!) dazugelegt und los ging es.






Ich habe das riesige Glück, dass mein Mann nicht nur fantastisch ist, toll kochen kann und meine DIY Kapriolen tapfer unterstützt - er ist auch noch begeisterter Modellbauer. Und so haben wir alle diese diversen Modellbauwerkzeuge wie Miniflex, kleine Polierkissen etc. natürlich zu Hause.

Nach exakter Planung und Vermessung stand das Konzept fest.




Dann ging es an die Ausführung. Was ein Jahr lang ein totales Chaos war, wurde in einem Abend locker beseitigt. Aufwand: weniger als 2 Stunden. Ein richtiges Superprojekt.

Die Plastikprofile wurden von meinem Mann auf exakt 31 cm zugeschnitten und die Schnittkanten sauber poliert. Das Material lässt sich wunderbar bearbeiten, vermutlich reicht auch eine feine Säge und Schleifpapier aus. Mein Mann benützte das Modellbauwerkzeug, während ich mit Bleistift und Geodreieck exakteste Linien zog. Hier zahlt es sich aus, wenn man genau arbeitet.




Die Profile bekamen unten einen vollflächigen Klebestreifen aus Teppichklebeband, wobei ich die Kanten rund 1 mm innerhalb der Profilkanten abschnitt - eine Fuzzelei mit dem Stanleymesser, aber es lohnt sich. Das Klebeband ist absolut unsichtbar.




Die exakte Platzierung war auch noch ein Thema, die Lade ist teilweise nicht genau rechtwinkelig. Somit kam mir ein uralter Planungstrick aus der Architektur zugute: wenn man etwas nicht exakt anschließen kann, dann muss man eine entsprechende Fuge machen. Das sieht immer ordentlicher aus als ein halbherziger Anschluss. Unter dem Begriff  "Schattennut" findet man dieses Konzept überall.





Die Profile wurden also im geplanten Abstand in die Lade geklebt, exakt 1 cm vom Rand entfernt. Damit wurden auch eventuelle minimale Längenunterschiede, die sich bei aller Exaktheit nicht vermeinden lassen, ausgeglichen. Als Abstandshalter verwendete ich einen Profilrest. Ob ein Profil hinten in der Lade eventuell einen mm länger ist, sieht man nämlich nicht.




Für die beiden Querstege wandten wir dasselbe Prinzip an. Ein exakter Anschluss war nicht möglich, also ließen wir eine Fuge.




Das Teppichklebeband klebt extra stark, die Profile halten wirklich bombenfest. Allerdings kann man diese Schubladeneinrichtung durchaus auch wieder einmal entfernen, wenn sich die Bedürfnisse ändern.




Fazit: einfache Lösung, kostengünstig, wenig Arbeit und ein Ergebnis, das mich wirklich überzeugt. Auch wenn ich fast ein Jahr nach so einem System suchen musste. Mein Ordnungsgen jubiliert!

Die Besteckschublade zaubert ein zufriedenes Lächeln auf mein Gesicht, wenn ich sie öffne und auch meine Familie benützt sie widmungsgemäß. Ein besseres Zeichen für ein gelungenes Organisationsprojekt gibt es wohl nicht.





Mit liebem Gruß

Marie

 Natürlich nehme ich auch wieder an Linkpartys teil!