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Montag, 4. November 2013

Erfahrungsberichte im Web

Manchmal lese ich sie, die vielen Erfahrungsberichte in den diversen Communities, bevor ich ein neues Gerät anschaffe. Meist allerdings nicht - und manchmal ärgere ich mich dann darüber, weil mein neues Gerät exakt jene Fehler aufweist, die schon viele andere vor mir festgestellt haben.

Allerdings ist das Web geduldig und es kann (fast) jeder (fast) alles schreiben, ohne dass es auf Wahrheitsgehalt oder Relevanz geprüft wird. Was soll man also glauben?

Mein ganz persönlicher (bauchgefühlorientierter) Analyseleitfaden, der mir durch diesen Dschungel hilft.

1. Es gibt nur wenige wirklich notorische Meckerer. Und die kann man recht leicht entlarven.
2. "Normale" Menschen wie Sie und ich schreiben meist nur dann Erfahrungsberichte, wenn wir entweder extrem "entzückt" (25%) oder extrem "angewidert" sind (75%). Dann machen wir unseren Gefühlen allerdings sehr detailliert Luft.
3. Firmen bezahlen Leute für (positive) Testberichte.

Daher prüfe ich die diversen Foren auf folgendes:

Wenn es sehr viele und auch detaillierte negative Berichte zu einem Produkt gibt, gespickt von ein paar kurzen nichtssagenden superpositiven Meldungen - dann weiß ich schon, was das bedeutet. Finger weg von diesem Produkt. Die positiven Meldungen sind oft nicht authentisch. Und detaillierte Fehler- und Mängelberichte deuten darauf hin, dass sich die Dinge wirklich so abgespielt haben.

Wenn es extrem schlechte, allerdings sehr allgemein gehaltene Testberichte mit zahlreichen Gemeinplätzen gibt, dann ist hier wohl ein notorischer Meckerer am Werk. Dem schenke ich wenig Glauben.

Detaillierte und genaue positive Beschreibungen sind schwerer zu durchschauen. Hier kann ein unabhängiger oder ein bezahlter Autor dahinter stecken.

Mein Fazit: viele detailliert geschriebene Beschwerden, die auch konkrete Beispiele und Fehler benennen, beeinflussen mich in meiner Kaufentscheidung. Euphorische positive Meldungen sehe ich mit Skepsis. Am Besten ist es, wenn man über ein Standardprodukt nur wenig findet. Aber generalisierte negative Bewertungen ohne konkrete Angabe von Fehlern und Schaden finden bei mir auch kein Gehör.

Anlass: meine hochwertige und teure neue Waschmaschine gibt scheinbar - nach nur 10 Monaten - den Geist auf. Natürlich hat sie noch Garantie, aber der Ärger ist ärgerlich. Tonnen von Wäsche und wochenlanges Warten auf den Kundendienst.
Im Netz finde ich leider viele, viele Berichte, die genau die Fehlersituation meiner Waschmaschine beschreiben - leider meist mit schlechtem Ausgang. Trotz Reparaturen haben die meisten Maschinen nach zwei Jahren endgültig den Geist aufgegeben. Oder die User haben die Maschine bald danach entnervt entsorgt.

Ich werde die Testberichte in Zukunft doch häufiger VOR dem Kauf lesen.

Schreiben wir alle doch öfter echte Berichte, wie es uns mit unseren Geräten ergangen ist - detailliert und ehrlich. Das hilft anderen - und letztendlich auch uns - bei der nächsten Kaufentscheidung.

Jetzt organisiere ich erst einmal den Waschsalon. Meine Kinder brauchen saubere Socken - und trotz guter Wäscheplanung kommen wir definitiv nicht länger als eine Woche ohne Waschmaschine aus.

Liebe Grüße
Marie




Dienstag, 1. Oktober 2013

Anleitungen, Rechnungen und Garantiescheine

Zu jedem Gerät bekommt man mittlerweile fingerdicke Anleitungen mitgeliefert, wobei die Anzahl der Seiten definitiv nichts mit der Qualität der Information zu tun hat. Meist sind es kurze Texte in miserablem Deutsch und in fünfzehn weiteren Sprachen und nach dem Lesen ist man so klug wie zuvor.

Die meisten Geräte sind gottseidank relativ selbsterklärend. Außerdem habe ich das Glück, einen technisch sehr begabten Sohn zu haben. Er sieht sich ein Gerät an und weiß, wie es funktioniert Also lasse ich mir neue Dinge meist von ihm erklären.

Nichtsdestotrotz muss man Rechnungen, Anleitungen, etc. irgendwo aufbewahren. Bei der Fülle der Geräte und der Dicke und Anzahl der Manuals nimmt das ganz schön viel Platz in Anspruch.

Daher bin ich schon vor einigen Jahren dazu übergegangen, nur mehr den deutschen (oder englischen) Teil der Anleitung aufzuheben und den Rest einfach wegzuschmeißen. Mittlerweile mache ich nicht einmal mehr das. Zu den meisten Geräten gibt es nämlich Anleitungen auf den diversen Homepages der Hersteller. Ich lade mir diese herunter und speichere sie in meinem Computer. Wenn das Gerät einmal läuft, sieht man ohnehin nur mehr sehr selten in den Anleitungen nach - und wenn es notwendig ist, finde ich sie auf einen Klick.

Ich habe in meinem Computer ein Verzeichnis Inventar angelegt, darunter Unterordner mit den Titeln Unterhaltungselektronik, Möbel, Haushaltsgeräte, Computer, etc. In diesen Unterordnern gibt es weitere Unterordner mit den Gerätenamen - und in diese Ordner speichere ich alles, was mit diesem Gerät zu tun hat. Ich scanne die Rechnung (und hebe sie nur so lange in Papierform auf, bis die Garantie abgelaufen ist), und speichere die Anleitungen dazu. Bei Computerzubehör speichere ich eventuell auch Treiber in dieses Verzeichnis - und ich mache ein Foto.

Screenshot des Inventarordners Drucker. Treiber, Rechnung, Anleitungen und ein Foto sind gemeinsam abgelegt.

Wenn ich nun über irgendeines meiner Geräte eine Info brauche, habe ich alles bei der Hand. Sehr praktisch ist das auch, wenn man schnell nachschauen will, ob ein Gerät noch Garantie hat bzw. im Versicherungsfall zum Nachweis des Anspruchs.

Eine Kopie aller dieser Dateien habe ich auf einer DVD gespeichert und getrennt vom Computer sicher verwahrt.Wenn der Computer also den Geist aufgibt oder gestohlen wird, habe ich meine Infos trotzdem noch bei der Hand.

Es ist für mich unmöglich, alle Geräte im Haushalt nachträglich so zu erfassen, ich möchte ja auch noch andere Dinge tun. Aber ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, alle neuen Geräte gleich einzugeben und die Anleitungen und Rechnungen zu scannen bzw. downzuloaden. Somit muss ich nur mehr die Originalrechnungen aufheben, solange Garantie besteht und der Papierwust hat sich binnen kurzer Zeit stark reduziert.

Ein Anfang des papierlosen Home-Office!

Liebe Grüße
Marie

Dienstag, 17. September 2013

Nachhaltigkeit oder wie man defekte Haushaltsgeräte ganz einfach los wird

Wer kennt das nicht: kaum ist die Garantiezeit vorbei, ist das Gerät auch schon kaputt. Waschmaschine, Geschirrspüler, Kühlschrank, Kaffeemaschine - meine Liste ist endlos. Nein, ich kaufe NICHT nur die billigsten Sonderangebote, im Gegenteil. Trotzdem überleben viele Geräte nur knapp die ersten drei Jahre.

Das soll allerdings nicht mein Thema sein, dazu gibt es unzählige Foren und solange wir uns als Konsumenten diese Praktiken der Industrie gefallen lassen, wird sich nichts ändern.

Aber ich habe zumindest eine kostenlose und schnelle Methode gefunden, um defekte Geräte los zu werden.

Meist fehlt den Geräten ja nicht viel: ein kleiner Defekt an der Elektronik, ein undichter Schlauch, eine defekte Pumpe, etc. Für einen Fachmann ist das leicht zu beheben.

Wenn ich aber nach Ablauf der Garantie den Gerätekundendienst anrufe, um das Gerät reparieren zu lassen, zahle ich im Minimum 70 Euro für die Anfahrt und mindestens 40 Euro für eine halbe Arbeitsstunde. Auch dann, wenn das Gerät nicht reparabel ist. Und dann kommen noch die Kosten für die Ersatzteile oder noch eine weitere Anfahrt bzw. Arbeitsstunde, falls doch etwas gemacht werden kann. Bei einigen Geräten übersteigen die Kosten für eine kleine Reparatur leicht die Anschaffungskosten.

Dieses Kostenrisiko ist mir einfach zu groß. Und leider kann ich elektrische und elektronische Geräte nicht selbst reparieren. Auch mein Mann scheut dieses Risiko. Wir kennen uns einfach zu wenig damit aus.

(Vorgestern habe ich versucht, einen defekten Dreikantschleifer zu reparieren. Er war innen völlig verstaubt. Geendet hat die Sache damit, dass ich ihn in den Müll werfen musste. Ich lasse also lieber die Finger von Elektrogeräten.)

Aber es gibt viele Leute, die sich mit derartigen Geräten sehr gut auskennen. Für die es nur ein Klax ist, einen kaputten Waschmaschinenschlauch zu ersetzen. Die problemlos eine defekte Pumpe im Geschirrspüler tauschen.

Wenn eines meiner Geräte also den Geist aufgibt, inseriere ich dieses mit genauer Angabe des Schadens auf Willhaben oder im Bazar. Als Gratis abzugeben. Im Normalfall wird das Gerät binnen 24 Stunden von einem glücklichen Heimwerker abgeholt und ich muss mich zumindest nicht mehr um die Entsorgung kümmern.

Es gibt mittlerweile auch zahlreiche soziale Initiativen, bei denen defekte Elektrogeräte kostengünstig repariert werden können. Meist muss man das Gerät dort aber vorbeibringen, was bei Waschmaschine und Co. etwas schwierig ist. Für meine Kleingeräte werde ich mich aber einmal genauer darüber informieren.

Nachhaltigkeit im täglichen Leben wird uns Konsumenten von der Industrie leider sehr schwer gemacht - trotz aller gegenteiliger Behauptungen. Aber es gibt doch oft einen Weg, um nicht sofort alles wegwerfen zu müssen.