Posts mit dem Label Erinnerung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Erinnerung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Alte Rezepte - neu interpretiert: Kunst für die Küche

Im Laufe eines mittlerweile doch schon recht langen Lebens habe ich recht viele Dinge angesammelt. Obwohl ich Meisterin im Reduzieren und Entrümpeln bin, bleiben doch immer wieder schöne Dinge bei mir hängen. Besser gesagt, Dinge, die es nur einmal gibt, Unikate, die ein ganzes Universum an Geschichten beinhalten.




Ein Hobby, von dem ich bisher nichts verraten habe, ist die Familienforschung. Seit mittlerweile fast 30 Jahren sammle und horte ich Familienerbstücke und weil es sich bereits herumgesprochen hat, dass mein Archiv recht umfangreich ist, bekomme ich von allen Seiten auch viele Dinge, die im Verlassenschaftsfall übrigbleiben.




Eine wunderbare kleine Sammlung, die sich im Laufe der Jahre ergab, sind alte Kochrezepte von Großmüttern, Großtanten und oft auch unbekannten Vorfahren. Wenn ich also bisher ein Rezept vorstellte und berichtete, es sei von meiner Großmutter, wie hier und hier und hier und hier, so sind das weder leere Worte noch ein Gag, sondern Tatsachen. In meinem Besitz befinden sich mehrere hundert handschriftliche Rezepte aus den letzten rund 120 Jahren unserer Familie.




Diese Rezepte sind in unterschiedlichem Zustand und bunt zusammengewürfelt. Meist schrieben die Leute in einfache billige Schulhefte. Viele Rezepte sind nur auf losen Zetteln vorhanden, oft auf der Rückseite eines Kalenderblattes notiert. Etliche Rezepte kann ich keiner bestimmten Person mehr zuordnen, manche machten mir allerdings die Freude, sogar Ort und Datum zu notieren, wie dieses zauberhafte Rezeptbüchlein meiner Großtante Anna aus Annabichl. Sogar das Datum, der 20. Dezember 1935, ist angegeben.




Ob ich all diese Rezepte lesen kann: natürlich! Ich beschäftige mich seit fast 30 Jahren mit den Handschriften der letzten 400 Jahre - vor allem in Kirchenbüchern - und so ist es gar nicht so schwer, verschiedene Handschriften des letzten Jahrhunderts zu entziffern. Interessant ist vor allem die Mischung aus der alten Kurrentschrift und der neuen Schreibschrift, an die sich meine Großmutter beispielsweise nie gewöhnen konnte.




Diese wunderbaren Unterlagen lagen viele Jahre gut geschützt in säurefreien Kartons herum, weil mir Zeit und Platz fehlten, um sie zu bearbeiten oder auch nur systematisch zu sichten. Mit Beruf, zwei Kindern, Hausbau und vielem mehr kommt man wenig zu so zeitintensiven Hobbys wie Familienforschung. Die meiste Forschung konnte ich während meines Studiums erledigen. Immer, wenn ich sowieso in einem Archiv zu tun hatte - ich beschäftigte mich damals viel mit Architekturtheorie, Denkmalpflege und Archäologie - nahm ich mir einfach auch ein wenig Zeit, um die Familienforschung weiter zu treiben.




Auslöser für die neuerliche Beschäftigung mit den Familienunterlagen war, dass wir in den letzten Wochen endlich nach etlichen Jahren den Schweinestall in ein Arbeitszimmer und Atelier umbauten. Dazu mehr in den folgenden Tagen. Nein, das ist keine nette Umschreibung für ein Gerümpelzimmer, unser Atelier befindet sich in einem winzigen Anbau und war tatsächlich einmal der Schweinestall! In den letzten 50 Jahren wurde es allerdings eher als Rumpelkammer genützt.





Da die vielen Familienunterlagen endlich ein ordentliches Zuhause fanden, nachdem sie jahrelang am Dachboden ihr Dasein fristen mussten, wollte ich ein schon lange gehegtes Projekt verwirklichen. Das Rezeptbild für die Küche.

Seit vielen Jahren hing, in mittlerweile drei Küchen, ein zauberhaftes Bild von Tomatensorten. Es war das Bild, an dem ich meine Gartenzukunft festmachte, auch als ich noch lange keinen eigenen Garten hatte und auch keiner realistisch in Reichweite war. Irgendwann, so sagte ich mir immer, werde ich auch diese vielen Tomatensorten in meinem eigenen Garten ziehen. Manche Träume gehen in Erfüllung...




Das Tomatenbild jedenfalls war in die Jahre gekommen und die letzten zwei an einer Westwand machten ihm endgültig den Garaus. Die Farben waren nur mehr blau statt grün.




Also sammelte ich eine Menge meiner alten Rezepte, kopierte passende mit dem Farbkopierer auf 160 g/m2 Papier (das ist etwas dicker und glänzender), weil ich die Originale nicht verwenden wollte.




Aus diesen verschiedenen handschriftlichen Rezepten gestaltete ich in weniger als einer Stunde mit dem alten Rahmen ein neues Bild für die Küche. Kosten: praktisch null, den Rahmen hatte ich, die Kopien konnte ich zuhause machen, ansonsten war nichts notwendig.




Ein neues Bild für die nicht mehr ganz neue Küche, das auch eine Verbindung zu diesem alten Haus darstellt. Das Tomatenbild als Motivationsbild brauche ich nicht mehr, der Garten beginnt gleich vor dem Küchenfenster.








Ich werde euch noch ein paar dieser alten Rezepte vorstellen, vielleicht auch in Kooperation mit Maxi von Geschwisterkeks. Sie ist die Backspezialistin und hat bestimmt Lust, hundert Jahre alte Leckereien nachzukochen und nachzubacken.

Hat vielleicht sonst noch jemand Lust mitzumachen? Ein hundert Jahre altes Rezept nachzukochen, zu kosten, zu fotografieren, einen Post darüber zu schreiben? Bitte melden, vielleicht wird das eine coole Gemeinschaftsaktion im Bloggerland.

Die Fotos sind heute ziemlich schlecht geworden, es ist so dunkel draußen und schüttet wie aus Kübeln, dass man kaum ordentlich fotografieren kann. Aber das ist das ideale Wetter für Indoorprojekte.

Mit liebem Gruß

Marie


Weitere Rezepte findest du hier. Und wenn du gerne mit Kindern kochst und bäckst, gibt es hier noch ein tolles Rezept fürs Kekse backen mit Kindern.

Natürlich nehme ich wieder an Linkpartys teil. Schau doch auch vorbei, es lohnt sich immer!

Dienstag, 11. Februar 2014

Memorykeeping - ein Zuhause für schöne Erinnerungen


Sportliche Erfolge schön präsentiert.

Meine Kinder laufen gerne, fahren Ski, spielen Tennis - und immer wieder gibt es dabei auch Medaillen. Bisher hingen diese einfach nur an einem Haken im Regal oder lagen in einer Lade und wurden immer mehr.

Da im den neuen Zimmern noch Wandgestaltungen fehlen, habe ich für beide Buben ein Medaillenbild gemacht.

Als Basis dient ein Ikea Ribba Rahmen, der zwischen Glas und Rückwand ein paar cm Luft hat.

Der Ikea Ribba Rahmen ist relativ tief und hat zwischen Glas und Rückwand einige cm Platz.

Weitere Materialien:

Ikea Ribba Rahmen ca. 50 x 50 cm
dunkelblauer Fotokarton
Fotokleber
Scotchband
Klebstoff


Im Laufe der Zeit haben sich eine Menge Medaillen angesammelt.

Zuerst wurden die Medaillen gesichtet und ein wenig sortiert. Danach probeweise arrangiert. Wichtig ist, dass die Ordnung nicht zu streng ist, sondern die Medaillen wie zufällig am Papier platziert werden. Sonst wirkt das Bild zu militärisch.

Der Fotokarton wurde passend zugeschnitten. Da das Bild relativ schwer wird, habe ich zwei Lagen Fotokarton vollflächig aufeinandergeklebt. Das gibt die nötige Stabilität.


Die Medaillen probeweise auflegen und mit Klebezetteln beschriften.

Die Medaillen sind wunderschön, aber die langen Bänder stören das Gleichgewicht. Allerdings wollte ich die Medaillen auf keinen Fall zerstören und die Bänder abschneiden. Vielleicht möchte man sie einmal anders präsentieren. Es war also wichtig, dass das Arrangement irgendwann einmal aufgelöst werden kann und die Medaillen im Originalzustand verbleiben.

Also schnitt ich schmale Schlitze etwa in Breite des Bandes in den Karton. Mit einem Lineal wurden die Schlitze markiert und etwa 1-2 mm breit mit Stanleymesser oder Skalpell ausgeschnitten.


Die Breite der Schlitze mit Lineal anzeichnen. Vorsicht: die Schlitze müssen rechtwinkelig sein.


Danach stopfte ich die Bänder vorsichtig durch die Schlitze. Diese Arbeit war ein wenig heikel. Einerseits sollen die Schlitze so schmal wie möglich sein. Andererseits muss das Band durchpassen.


Mit der Rückseite des Messers vorsichtig durchführen.

Damit die Medaillen nicht hin- und herpendeln wurden sie mit Fotoklebern fixiert. Diese lassen sich wieder rückstandsfrei entfernen, wenn das einmal nötig sein sollte. Bei schweren Medaillen braucht man mindestens 2 bis 3 Fotokleber, sonst hält es nicht.


Fotokleber auf der Rückseite fixieren die Medaille.
So sieht das Zwischenergebnis aus.

Die Bänder müssen noch besser gelegt werden und die Beschriftung fehlt noch.

Auf der Rückseite hingen nun viele Bänder herunter. Damit diese schön im Schlitz fixiert sind und nicht verrutschen, wurden sie mit Scotchband festgeklebt. Auch das ist bei Bedarf rückstandsfrei entfernbar.


Viele lose Bänder auf der Rückseite.
Mit Klebeband fixieren und ordentlich ausrichten.

So sieht die fertige Rückseite aus.

Damit die Bänder ausreichen Platz haben und die gesamte Konstruktion genügend Stabilität aufweist, habe ich das mitgelieferte Passepartout in einen ca. 4 cm breiten Rahmen geschnitten, mit der Rückseite und dann mit dem Fotokarton fest verklebt. Die Medaillen sind schwer, das ist nicht zu unterschätzen.

Für die Beschriftung habe ich auf etwas stärkeres weißes Papier (120 g / m2) kleine Schilder gedruckt und mit dem Stanleymesser exakt ausgeschnitten.


Beschriftung
Die Beschriftung wurde neben die Medaille geklebt.

Danach alles gut trocknen lassen, vor allem die Verklebung  der Rückwand, und einglasen.

So sieht der fertige Medaillenkasten aus.

Fertig ist der persönliche Medaillenkasten.

Projektkosten: unter 20 Euro je Bild

Rahmen (15,99 Euro), Fotokarton und Papier (ca. 2 Euro), Kleinmaterial, Kleber etc. (ca. 2 Euro).

Arbeitsaufwand: rund 3 Stunden je Bild

Meine Kinder sind jedenfalls von ihren Bildern begeistert.

Die tiefen Ikea - Rahmen eignen sich übrigens großartig für jede Art von (Erinnerungs)bild, bei dem kleine Gegenstände ausgestellt werden sollen.

Liebe Grüße
Marie

Besuch mich doch auf facebook oder pinterest! Ich freue mich!

Natürlich bin ich wieder bei Linkpartys dabei.