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Dienstag, 28. Februar 2017

Vorzimmer und Eingangsbereich

Das Vorzimmer war lange ein Stiefkind in der Planung und Gestaltung des Hauses. Es ist klein, unregelmäßig geformt, aber sehr hell durch die Eingangstüre mit Glaseinsätzen und ein relativ großes Fenster.
Ursprünglich war es gar kein abgemauerter Raum sondern nur eine vorgebaute Veranda, die dann, irgendwann in den 1950-er Jahren, als Vorzimmer geschlossen wurde.


Zunächst standen im Zuge der Renovierung des Hauses wichtigere Bereiche an. Das Vorzimmer war nur ein Durchgangsraum und diente zum Abstellen von all dem, was gerade geliefert wurde oder sonst auf den Einsatz wartete. Wenig attraktiv.

Im Herbst nahmen wir uns dieses Stiefkindes endlich an, strichen Türen und Fenster, malten die Wände aus und verlegten die Bodenfliesen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es im Rohbauzustand. Zwar waren alte Wand- und Bodenbeläge entfernt, ein neuer Zugang zum Atelier vom Baumeister durch die Wand gebrochen, die Nische für die Garderobe abgemauert, alle Elektroleitungen erneuert, die Heizung eingebaut und die diversen Altlasten wie Gas- und Stromzähler vom Haustechniker sachgerecht entfernt und alles wieder verputzt - danach passierte aber einmal eine ganze Weile nichts. Aus Kostengründen, aus Zeitgründen, man kennt das ja.

Natürlich könnte man sich eine Fachfirma nehmen und alles wie von Zauberhand in einer Woche erledigen lassen. Dagegen sprechen für mich zwei Gründe. Erstens: der Preis. Fachfirmen sind leider mittlerweile unerschwinglich teuer, man kann sie als Otto Normalverbraucher nur dort engagieren, wo es nicht anders geht oder Selbermachen definitiv verboten bzw. zu gefährlich ist. Zweitens: die Freude am handwerklichen Arbeiten. Ich liebe es einfach, Dinge selbst zu gestalten. Für mich wäre ein fixfertiges Haus vermutlich eher Alptraum als Traum. 

Ein paar Projekte für das Vorzimmer stellt ich schon hier und hier vor. Beispielsweise das Schlüsselbrett und die Wandgestaltung. Hier packte mich irgendwann der Frust über den schrecklichen Zustand und ich gestaltet die Wand, auch wenn das restliche Vorzimmer noch eher nackt war.
 

Mittlerweile werden die Dinge schön langsam fertig - oder kommen zumindest in die finale Phase.
  • Wände und Boden sind verlegt und ausgemalt, die Grundfarbe ist weiß, eine Wand wurde grün akzentuiert
  • Der Garderobekasten steht und ist eingeräumt
  • Der Durchgang ins Atelier ist fast fertig und wartet nur noch auf den letzten Anstrich. Durch die beengte Raumsituation in unserem kleinen Knusperhaus konnten wir hier auf keine Standardzarge zurückgreifen. Also baute mein Mann kurzerhand eine Zarge nach Maß. Sieht toll aus.
  • Die Garderobe in der Nische ist fertig. Auch eine Maßanfertigung nach eigenen Entwürfen. Klingt toll, nicht? In Wirklichkeit ließen wir MDF Platten im Baumarkt zuschneiden und strichen sie weiß. Aber das Ergebnis überzeugt.
  • Die kleine Organisationswand gibt es schon länger und sie funktioniert richtig gut. Alles ist an seinem Platz und es entsteht auch im täglichen Betrieb kein Chaos. 
  • Die MDF Platten für die Sitzbank und die Kindergarderobe sind zugeschnitten und harren des Anstrichs. Zunächst muss aber der Schrank an die Zarge angepasst werden - und davor die Zarge fertig gestrichen. Eigentlich hasse ich solche Arbeitsketten, wenn man immer warten muss, aber hier geht es nicht anders.
  • Die grünen Ikea Schuhschränke sind ebenfalls bereits in Betrieb. Sie sind zwar nicht unbedingt ein optisches Highlight, passen in der Nische aber recht gut und nehmen immerhin alle Flip-Flops, alle Sportschuhe und das gesamte Hundezubehör wie Leinen, Halsbänder, Gacki-Sackis, etc. auf. Klappe auf, Schuhe rein, Klappe zu, das schaffen sogar meine Kinder.
  • Eine Lampe gibt es schon, nach einer zweiten über der Türe suche ich noch. 


Die beiden schwarze Körbchen kaufte ich um 50 cent in einem Billigstore. Den Boden lackierte ich mit der grünen Farbe, auch die grünen Polkadots sind schnell aufgemalt. Die Körbchen dienen dazu Krimskrams aufzunehmen, also Schlüsselbund, Handy, Sonnenbrillen, was man so im Vorzimmer "fallen" lässt.


Das kleine schwarze Regal ist ein Gewürzregal von Ikea, 2,99 Euro, das ich schwarz lackierte. Der Stiftehalter ist eigentlich ein Teelicht ebenfalls aus einem Billigstore um unter einen Euro. Mir gefiel die unregelmäßige Musterung. Beides hat sich im Betrieb bereits bewährt.


Körbe und Matten aus Naturmaterialien bilden einen neutralen Kontrast und geben dem Vorzimmer Wärme. Sie mildern die schwarzen Akzente ab und verbinden den mandelfarbenen Fliesenboden mit den dunklen Elementen. Neutrale Farben und Naturmaterialien sind, richtig dosiert eingesetzt, ein tolles Element, das ausgleichend und beruhigend wirkt. Außerdem haben alle diese Körbe die wunderbare Eigenschaft, dass sie fast überall im Haus einsetzbar sind. Ich dekoriere oft um, die Bedürfnisse meiner Familie ändern sich rasend schnell. Von der StudentenWG zum Zwei-Personen-Vollzeitarbeit-Haushalt zum Haushalt mit zwei Kleinkindern zum Haushalt mit zwei Teenagern in wenigen Jahren. Neutrale Organisationselemente lassen sich wunderbar im ganzen Haus einsetzen, sind praktisch und robust und passen zu jedem Konzept.



Der dunkle Spiegel hängt tief genug, dass auch der jüngste Hausbewohner noch die Frisur checken kann, bevor er aus der Türe stürmt, und hoch genug, dass auch Erwachsene sich gut darin sehen können. Darunter sind drei Löcher - so oft musste ich ihn umhängen, bis die Höhe endlich passte. 

Nochmals zu den Arbeiten: so gerne ich an meinem Haus herumbastle - und wir haben die Innengestaltung großteils in Eigenregie erledigt - so klar ist auch, wovon ich definitiv die Finger lasse. Alle Arbeiten im Bereich der Haustechnik, also Elektro, Heizung, Installateur, Gas, alle Arbeiten am Dach und an der Außenhaut des Hauses, alle Arbeiten an tragenden Bauteilen, Fenstern und Türen gehören ausschließlich in die Hände eines Fachmanns. Da gibt es keinerlei Diskussion, nur Fachleute haben das Wissen und die Erfahrung, um diese Arbeiten sachgerecht auszuführen. Dafür muss man eben entsprechend ansparen.
Alle Arbeiten, die im Bereich des Innenausbaus liegen und im Prinzip ungefährlich sind, erledigen wir selbst. Da haben wir dann maximal damit zu kämpfen, dass unsere Wände eben nicht ganz so perfekt sind wie vom Maler oder man auf unseren Selbstbaumöbeln Pinselstriche sieht.

Noch ein Tipp: eine gute Fachfirma und ein seriöses Unternehmen wird immer dazu bereit sein Eigenleistungen zu akzeptieren, soferne sie besprochen und ordnungsgemäß ausgeführt sind. Es lohnt sich also, vorher mit dem Handwerker abzuklären, welche Arbeiten notwendig sind und was man davon leicht selbst erledigen kann und darf, um Kosten zu sparen. Eine Handwerkerstunde kostet derzeit je nach Gewerk zwischen 45 und 120 Euro netto. Das Einsparungspotential für den Privatkunden ist hier also durchaus gegeben.

Leider gibt es aber immer noch Firmen, die einen Auftrag nur dann annehmen, wenn sie alles komplett von Grund auf selbst erledigen. Aus Gewährleistungsgründen ist das durchaus zu verstehen, allerdings sehe ich täglich in meinem Job, dass es bei vielen Arbeiten auch mehr als nur eine mögliche Version der Sanierung gibt. Grob und salopp gesagt, zwischen durchaus für einige Zeit brauchbarer sachgerechter Oberflächenkosmetik mit einem gehörigen Schuss Eigenleistung und einem kompletten Neubau durch einen Handwerker liegen natürlich Welten, nicht nur preislich. Fachfirmen tendieren dazu, den Neubau als einzige Möglichkeit darzustellen. Hier muss man hartnäckig bleiben, selbst recherchieren und einen zweiten Handwerker oder Architekten befragen. Dabei stellt sich meist schnell heraus, ob der Neubau wirklich die einzige Alternative ist oder ob es doch noch kostengünstigere Lösungen gibt.

UPDATE: weil ich einige Fragen bekommen habe, ob ich nicht viel billiger bauen würde, weil ich ja Firmen kenne und in der Branche arbeite. Antwort: ein klares NEIN. Ja, ich kenne gute und seriöse Firmen, mit denen ich gerne zusammenarbeite, aber diese sind für mich ebenso teuer wie für alle anderen Kunden. Der Preisgestaltung der Firmen liegt im Normalfall eine strikte Kostenrechnung zugrunde und von den 120 Euro Stundenlohn, die der Bauherr zahlen muss, bekommt der Arbeiter maximal 10 Euro netto. Der Firmenchef will auch halbwegs leben können, ein kleines Büro muss finanziert werden, niemand ißt "goldene Nockerln". Den Rest des Geldes - ratet mal! Den frisst leider unser völlig aus dem Ruder gelaufenes Steuersystem auf. Also muss ich die gleichen Preise zahlen wie alle anderen Kunden auch, denn keine Firma kann heute etwas verschenken. Nicht, weil sie nicht will - sondern weil alle KMUs schlicht und einfach immer extrem hart am Wind segeln. Traurige Tatsache. Somit geht es mir nicht besser als allen anderen, ich muss genauso mit einem durchschnittlichen Einkommen meine Renovierung zu ortsüblichen Preisen finanzieren. Das geht nur mit einer gehörigen Portion Eigenleistung und guter Finanzplanung, wie bei euch allen auch.

Ich wünsche allen DIY Freaks und natürlich auch allen anderen eine tolle Woche. Die Sonne scheint, die ersten Frühlingsblüher stecken die Köpfchen heraus und abends ist es schon länger hell. Jaaa! Wir Sommerkinder beginnen langsam wieder zu leben. Morgen ist meteorologischer Frühlingsbeginn, der Winter ist vorbei!

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!


Freitag, 26. Februar 2016

Farbgestaltung

Wie ich ein Farbkonzept für Projekte entwickle, habe ich vor einiger Zeit vorgestellt. Ich orientiere mich gerne an der Natur, mische kräftige mit neutralen Farben und habe auch keine Angst vor Kontrasten. Die Welt ist bunt.

http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2015/06/bunt-ist-die-welt.html
http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2015/06/bunt-ist-die-welt.html
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Heute stelle ich ein paar Methoden vor, wie man so ein Farbschema ganz konkret in ein Produkt umsetzen kann. Schön, wenn ich weiß, welche Farben ich haben möchte, aber wie bekomme ich den Ton auf die Wand? Wie finde ich entsprechende Produkte?


Hilfe bietet hier wie immer der Computer. Mittels Farbanalyse stelle ich fest, welchen Code der gewünschte Farbton hat. Alle guten Foto-Bearbeitungsprogramme haben so ein Tool, bei Photoshop kann man sogar die Pantone Skala einstellen. Ich habe hier mit Paint gearbeitet, weil dieses Programm im Lieferumfang von Windows immer dabei und so leicht zu bedienen ist.




Zunächt ein wenig Theorie. Der Computer kennt de facto drei Möglichkeiten, einen Farbton auszugeben. RGB, YMCK und HEX. Die Farbschemata kann man mit Online - Tools gut umrechnen. Ich habe hierzu ein Tool auf www.farbtabelle.at gefunden






Bei Dezimal gebe ich meine Werte aus Paint ein.




Dann erhalte ich den HEX Code, mit dem ich beispielsweise die Farbe auf meine Homepage übernehmen kann. SO ZUM BEISPIEL! Einfach bei Farbe den HEX Code in HTML einfügen.


Für Freaks:
<span style="color: #133891;"><b>SO ZUM BEISPIEL! Einfach bei Farbe den HEX Code in HTML einfügen.</b></span><br />





Weitere Infos liefert die CYMK Farbskala, vor allem für den Vier - Farbdruck.




Im Bereich des Druckwesens und der Architektur ist neben der RAL Farbkarte (die aber nur recht wenige Abstufungen enthält) vor allem die PANTONE - Farbskala interessant. Hier gibt es wirklich jeden Farbton, den man sich nur vorstellen kann.

Mittels Online-Tools kann man die Farben gut durch Pantone Farbcodes annähern lassen. Hier wieder ein Online Tool: www.ngin.de.






Pantone Farbkarten und Farbfächer sind exorbitant teuer, aber in Fachgeschäften liegen sie normalerweise auf und man kann den gewünschten Farbton nochmals überprüfen, weil der Computer nicht immer perfekte Ergebnisse liefert. Hier spielen natürlich Bildschirmeinstellungen und Kalibrierungen eine Rolle, auch lassen sich nicht alle Farbtöne mittels HEX Skala ausgeben, eine Überprüfung des Tons mittels Originalfarbkarte ist also anzuraten.

Von meinem Ausgangsfarbton im Foto habe ich nun vier verschiedenen Werte, mit denen in fast jedem Baumarkt und im Fachgeschäft mittels Farbmischcenter die gewünschte Farbe angemischt werden kann. Toll ist, dass man von etlichen Herstellern auch unterschiedliche Produkte in exakt demselben Farbton anmischen lassen kann, beispielsweise Lack und Wandfarbe.

Wer auf ein fertiges Produkt zugreifen möchte, kann auf den Herstellerseiten meist recht genaue Angaben zu den lieferbaren Farbtönen finden. Hier ein Beispiel für den Hersteller Dulux und wie man den besten passenden Farbton fndet.







Website kopieren, in Paint einfügen und den Farbton abnehmen.





Die beiden Farben nebeneinandergestellt zeigen, wie ähnlich die gewünschte Farbe ist.

Viel trockene Theorie zu Farben, aber so kann man recht einfach die eigenen Vorstellungen verwirklichen.

Linkparty #9 Von Tag zu Tag ist offen. Mach mit, ich freue mich auf deine Projekte.

Einen schönen Vorfrühlingstag wünscht

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Du kennst eine neue tolle Linkparty oder gibst selbst eine? Dann verlinke sie doch bitte hier, damit viele Blogger Freude daran haben.

Montag, 15. Juni 2015

Bunt ist die Welt

Wenn ich nach einem Farbschema suche - für eine Publikation, einen Entwurf, ein Zimmer, ein Bild - dann orientiere ich mich gerne an der Natur. Hier finde ich Ideen, Anregungen, Vorschläge, tolle Kontraste und wunderbare Farbverläufe.

Ein paar Ideen dazu zeige ich euch hier. Die Fotos habe ich selbst aufgenommen, in verschiedenen Situationen, an vielen Orten und zu unterschiedlichen Jahreszeiten.


Himbeere - ein sommerliches Farbschema
(Das Foto stammt aus meinem Garten)



Bergsee - kühl und frisch 
(Das Fotos stammt vom Loser im Salzkammergut)



Alte Ruine
(Das Foto habe ich in Kroatien aufgenommen, kurz vor einem ungeheuerlichen Gewitter)



Winter - Tristesse
(Ein paar Bäume vor meinem Fenster - frisch verschneit)



Weiße Anemone - zart und frisch
(Auch hier wieder ein Bild aus meinem Garten)



Pfaffenhütchen im Herbst
(Bei einem Spaziergang am Eichkogel in Mödling aufgenommen)



Sommer am See
(Aubad Tulln letztes Wochenende)



Gelbe Rose im Steinbeet
(Bei Freunden im Kiesgarten)



Anregungen und Ideen gibt es überall, manchmal so viele, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Bunt ist die Welt, wie wunderbar.

Mit sonnigen Grüßen

Marie