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Kampf dem Chaos: Setup 120

Im letzten Post habe ich euch meinen persönlichen Weg vorgestellt, um in wirklich stressigen Situationen wieder zumindest die wichtigsten Dinge auf die Reihe zu bekommen. Dann, wenn tatsächlich alle normalen Routinen versagen oder neu durchdacht werden müssen.

Hier gibt es die ausführliche Geschichte dazu, heute stelle ich euch die exakte Methode und meine Listen vor.

Setup 120 bedeutet, dass ich mir 120 Tage Zeit nahm, um die 120 m2 unseres Hauses nach dem Umzug halbwegs in den Griff zu bekommen. Die Methode funktioniert aber auch dann, wenn man nicht übersiedelt ist, sondern aus irgendeinem Grund der Haushalt völlig ins Chaos abgedriftet ist. Das kann vieles sein, eine Krankheit, eine Lebensumstellung, ein neues Kind, ein neuer Job, die Liste ist ebenso lang wie das Leben bunt ist.

Kampf dem Chaos: wie man anfängt, um endlich wieder Land zu sehen

Mein Haus und mein Garten sind im Normalfall aufgeräumt und soweit sauber, dass ich mich auch bei spontanen Besuchen nicht genieren muss. Natürlich ist es nicht immer perfekt, ganz bestimmt nicht, vor allem nicht, wenn es beruflich drunter und drüber geht oder meine Kinder mit ihren Freunden die Küche okkupieren, um gemeinsam zu kochen.


Aber im Großen und Ganzen bemühe ich mich, dass das Haus immer freundlich, einladend und halbwegs in dem Zustand ist, den ich persönlich als meinen Standard definiert habe.

Genau das ist das Zauberwort - der eigene Standard. Wie fühle ich mich wohl? Wie fühle ich mich wohl, wenn die klatschsüchtige Nachbarin unangekündigt vor der Türe steht? Wie muss es sein, dass das Familienleben funktioniert, ohne dass man permanent Feuerwehr spielen muss, weil Dinge nicht gewaschen oder nicht erledigt sind oder schlicht und einfach im Chaos verschwinden?

In den nächsten Wochen stelle ich mein Konzept vor, wie ich als berufstätige Mama mit Tieren, Haus, Garten und vielen Hobbys diese Herausforderung meistere. Das ist keine Anleitung, eher ein Bericht, wie es für mich klappt. 

Silber putzen - ganz einfach

Zu Weihnachten wird auch das alte Tafelsilber meiner Großmutter ausgepackt. Für den täglichen Gebrauch ist es nicht geeignet, auch wenn Silberexperten diesen propagieren. Es ist zu schwer, zu unhandlich und außerdem muss man es mit der Hand abwaschen. Aber für die festliche Tafel passt es wunderbar.


Ein schwerer alter Silberschöpfer. Leider angelaufen und schwarz.


Leider läuft Silber an, egal wie gut und trocken man es im normalen Haushalt lagert. Durch diverse chemische Prozesse, bei denen unsere Luft gemeinsam mit dem darin enthaltenen Wasserdampf eine große Rolle spielt, wird Silber schwarz. Bei den neuen Bestecken ist das oft nicht mehr der Fall, sie sind mit einer Spezial-Schutzschichte versehen. Aber mein altes Silber aus den 1930-er Jahren muss regelmäßig geputzt werden.


Schon nach einigen Monaten Lagerung sieht das Silber so aus. Angelaufen und schmutzig.


Ich mag keine teuren und aufwändigen Putzmethoden mit tausenderlei Spezialreinigern. Und auch wenn meine Methode unter Silberexperten verpönt ist: sie funktioniert und mein Silber ist immer wunderschön. Möglicherweise wird es sich in einigen Jahren in seine Bestandteile auflösen, das kann schon sein, aber auch die im Handel erhältlichen Silberreinigungsmittelchen greifen die Oberfläche an.

Meine Reinigungsmethode ist billig, schnell und wenig aufwändig. Allerdings übernehme ich dafür keinerlei Haftung, da sie das Silber minimal angreift, weil mittels elektrochemischer Prozesse eine Rückumwandlung des Silbersulfids zu Silber stattfindet. Dabei wird die Oberfläche leicht angegriffen. Im Normalfall hält sie das aber problemlos aus. Und: teure Silberputzmittel arbeiten auch mit dieser Methode, auch hier wird ein wenig Silber abgetragen. Das muss man wissen.

Man braucht:

* eine hitzebeständige große Glasschüssel
* normales Kochsalz
* Alufolie
* kochendes Wasser

In die Glasschüssel gibt man ein Stück Alufolie, darauf kommt das Silber. Wichtig ist, dass sich Alufolie und Besteckteil berühren. Danach ordentlich Kochsalz daraufstreuen.


Die Anordnung mit Besteck, Alufolie und Salz. Wichtig: keine Metallgefäße verwenden!


Nun übergießt man das Besteck mit kochendem Wasser und lässt es rund 10 Minuten darin weichen.


Schon nach ein paar Minuten sieht man den Effekt. Und es riecht leicht nach faulen Eiern.


Sofort beginnen sich die dunklen Verfärbungen zu lösen - und es riecht leicht faulig, das kommt vom Umwandlungsprozess, bei dem ein wenig Schwefelgas freigesetzt wird, oder so ähnlich. Ich bin keine Chemikerin, definitiv nicht.

Ich habe diesmal das Besteck absichtlich nur zur Hälfte eingetaucht, um euch diesen Effekt zu zeigen. Schon nach wenigen Sekunden sieht man genau, was passiert, unterhalb der Wasserlinie wird das Silber sauber, darüber bleibt es fleckig.


Das saubere Silberstück.


Nach ein paar Minuten kann man das Besteck herausholen, gut abspülen und trocken polieren. Dann Alufolie und Salz erneuern und die nächsten Teile einlegen.



An der Rückseite ist es fast noch besser zu sehen.


Für billige, dünn versilberte Gegenstände, wie beispielsweise Tee-Eier oder Dosen eignet sich diese Methode allerdings gar nicht. Die Silberschichte auf diesen Dingen ist so dünn, dass sie sich tatsächlich binnen kurzer Zeit verabschieden würde. Gutes, massives Silberbesteck hingegen hält die Reinigung gut aus.

Die Weihnachtsvorbereitungen nehmen Gestalt an. Noch habe ich zwei Wochen Zeit und kann mich ganz entspannt auch mit diesen Kleinigkeiten beschäftigen. Dank meiner guten Vorbereitung wird es nicht stressig, im Gegenteil.

Einen schönen sonnigen Wintertag! Bei uns scheint heute erstmal seit Wochen wieder die Sonne. Ich muss gleich in den Garten und Fotos machen.

Liebe Grüße

Marie


Natürlich bin ich wieder bei Linkpartys dabei. Komm mit und hol die die tollsten Ideen für den Advent und für Weihnachten.

Weiche, saubere Wäsche - und wenig Bügelarbeit

Seit ich ein Kind bin, vertrage ich keine Weichspüler. Obwohl ich an keinerlei Hautkrankheiten leide, wird meine Haut rot und juckt - und binnen kurzer Zeit entwickelt sich ein Kontaktekzem. Bei meinem Vater ist es ähnlich und auch mein kleiner Sohn hat die empfindliche Haut geerbt.

Nun, so wir mir geht es vielen, und trotzdem möchte ich, dass meine Wäsche angenehm weich ist und gut duftet.


Mein "Weichspüler".


Ein weiterer Punkt ist, dass ich aus Prinzip keinen Trockner habe. Ich halte es für Stromverschwendung und war bisher auch immer in der glücklichen Lage, dass ich meine Wäsche irgendwo im Freien trocknen konnte. In winzigen Wohnungen ohne Balkon oder in innerstädtischen Lagen mag ein Trockner unbedingt notwendig sein, ich brauche jedoch keinen.

Wäsche, die im Freien getrocknet wird - ohne Weichspüler und fest geschleudert - wird hart. Unweigerlich. Sie wird steif, hart und schwer zu bügeln.

Hier meine Tipps zu natürlich weicher und sauberer Wäsche, die auch kaum gebügelt werden muss.
  • Ich verwende ein ganz einfaches Vollwaschmittel in Pulverform, möglichst ohne Farbstoffe, Geruchsstoffe, Bleichmittel, etc. und dosiere es genau (wenig, aber nicht zu wenig!) - allerdings kein Biowaschmittel und auch keine Seifenflocken etc. Mit alternativen Waschmitteln habe ich bisher überhaupt keine guten Erfahrungen gemacht, die Wäsche vergraut und wird nicht sauber. Aber vielleicht hat hier jemand einen guten Tipp, den ich noch nicht ausprobiert habe?
  • Ich fülle die Waschmaschine voll, aber nicht zu voll. Damit hat die Wäsche genug Platz.
  • Ich schleudere die Wäsche bei maximal 1000 Touren, außer Handtücher, das spart eine ganze Menge Bügelarbeit, auch wenn das Trocknen etwas länger dauert.
  • Ich habe das Glück, dass unser Wasser nicht besonders hart ist. Nun, das ist nicht mein Verdienst, aber es hilft!
  • Ich trockne die Wäsche bei jedem Wetter (außer bei Starkregen) zunächst im Freien. Wobei: derzeit wird sie im Freien nicht wirklich trocken. Also lasse ich sie ein paar Stunden draußen hängen und trockne danach im Haus fertig. Das ist eine Menge Arbeit, ja, aber es lohnt sich. Die Wäsche riecht unvergleichlich frisch und durch den leichten Wind (der bei uns eigentlich immer bläst), erspare ich mir viel Bügelarbeit.
  • Ich habe mir meinen eigenen "Weichspüler" zusammengestellt. Pro Maschinenladung 1/8 l ganz billigen Essig (weiß und ungefärbt) und 5 Tropfen Lavendel- oder Zitronenöl ins Weichspülerfach. Wirkt toll, macht die Wäsche weich und duftig. Und: sie riecht NICHT nach Essig, gar nicht, nicht einmal, wenn man die Maschine unmittelbar nach dem Waschen öffnet. Plus: die Maschine bleibt kalkfrei. Auf Essig und die essentiellen Öle reagiert auch die Haut meines Sohnes nicht allergisch.
  • Alles, was auch im Schrank auf Kleiderbügeln hängt, trockne ich auch auf diesen. Damit muss man vieles gar nicht mehr bügeln (auch manche Hemden, wirklich), der Rest lässt sich viel leichter bügeln.
  • Wichtig ist, dass man sich beim Aufhängen der Wäsche ein wenig Zeit nimmt, jedes Stück ordentlich ausschlägt und schön, gerade und unzerknittert auf die Leine hängt. Damit spare ich mit ein paar Minuten Zusatzmühe mindestens eine Stunde Bügelarbeit ein.
  • Mit meinem "Weichspüler" spare ich viel Geld. Eine Ladung wäsche kostet rund 3 cent. Welcher Weichspüler schafft das?
  • Grobe Flecken behandle ich mit Schmierseife vor. Das hilft, ist billig und viel effektiver, als teure Flecklöser. Oder ich weiche das Kleidungsstück über Nacht mit ein wenig Waschpulver ein.

Maries Tipp

Jeans, vor allem Kinderjeans und alle Jeans ohne Stretchanteil kann man problemlos mit 95° waschen. Sie gehen dann ein wenig ein, aber nur beim ersten Mal.
Kinderjeans kaufe ich ja sowieso immer etwas größer, vor dem ersten Gebrauch wasche ich sie einmal mit 95°. Wenn Jeans nun wirklich sehr schmutzig sind, kann ich sie jederzeit mit 95° waschen und damit komplett sauber bekommen, ohne dass sie dann nochmals die Passform verändern. Im Normalfall wasche ich aber mit möglichst niedrigen Temperaturen, das schont Kleidung und die Umwelt.

Noch eine Geschichte aus der "Waschmittelbranche": im Zuge einer Betriebsbesichtigung bei einem großen Waschmittelhersteller konnte ich vor einigen Jahren den Produktionsprozess beobachten. Zuerst gibt es in einem großen Silo das sogenannte "Grundwaschmittel". Einfach, ohne Duft- und Zusatzstoffe, dieses wird in großen Säcken relativ billig unter einem Handelsnamen an die Gastronomie verkauft. Dann gibt es die kleinen Silos mit Zusatzstoffen, Duftstoffen, etc. - und je nach Marke (der Hersteller vertreibt zahlreiche verschiedene bekannte Waschmittelmarken) wird das Grundpulver mit diesen Zusatzstoffen (die oft einfach nur farbige Kügelchen ohne waschaktiven Nutzen sind) gemischt und unter vielen verschiedenen Handelsnamen zu unterschiedlichen Preisen verkauft.
Tatsache ist: die waschaktive Substanz ist bei allen diesen Pulvern annähernd gleich. Der Preisunterschied ergibt sich aus eventuellen Zusatzstoffen, deren Nutzen oft nicht ganz klar ist. Im Gegenteil, diese Stoffe sind oft sogar allergieauslösend. Das muss man einfach wissen.


Nochmals mein Weichspülerrezept
In eine große Flasche fülle ich 1 l Essig und ca. 40 Tropfen Lavendel- oder Zitronenöl. Gut schütteln und pro Waschgang rund 1/8 l in das Weichspülerfach geben. Reicht für etwa 8 bis 10 Waschladungen und kostet ca. 30 cent.

Einen schönen Wochenanfang wünscht

Marie


Da jedes Kleidungsstück, jeder Hauttyp und jede Waschmaschine anders ist, übernehme ich für meine Tipps keine Haftung, auch wenn sie bei mir seit Jahren sehr gut funktionieren.