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Holunderblüten

Wer den Geschmack von Holunderblüten mag, ist hier an der richtigen Adresse. Zugegeben, sie schmecken intensiv und sind nicht jedermanns Sache. Liebhaber hingegen kommen hier auf ihre Kosten.

Dieses Jahr blühte der Holunder besonders schön und meine Männer brachten mir einen ganzen Korb voll mit herrlichsten Blüten. Also habe ich in den Tiefen meiner Rezepte und Kochbücher nach Ideen gesucht.

Herausgekommen sind drei Holunderspezialitäten.




Holunderblütensirup - der Klassiker

Meine Kinder lieben den frischen, fruchtigen Sirup und so entstanden ein paar Flaschen davon.

Zutaten für ca. 4 Flaschen à 750 ml

Ca. 15 große Holunderblüten
Saft von 2 Zitronen und 2 Zitronen in Scheiben geschnitten
1 TL Zitronensäure
1 kg Zucker (wer es süßer mag: 2 kg Zucker beimengen)
2,5 l Wasser

Holunderblüten gut waschen, mit allen Zutaten vermischen und ca 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen. Danach filtern (am besten durch ein feines Leinentuch) und ganz kurz aufkochen. Ich weiß, das Aufkochen wird in manchen Kochbüchern nicht empfohlen, es verändert den Geschmack auch ein wenig. Aber in den letzten Jahren wurden mir - trotz absoluter Sauberkeit - immer wieder einzelne Flaschen schimmelig. Seit ich den Saft kurz aufkoche (wirklich nur eine Minute), passiert das nicht mehr.

Den heißen Sirup in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.

Der Saft wird im Verhältnis 1:6 mit Wasser oder Mineralwasser (oder Apfelsaft) aufgespritzt, schmeckt fruchtig und frisch und ist nur wenig süß. Tolle Variante: mit Sekt oder Prosecco mischen, als "Hugo" überall bekannt und beliebt.


Der Saft hält kühl und dunkel gelagert ein paar Wochen. Länger bewahre ich ihn nicht auf, um ihn dauerhaft haltbar zu machen, müsste man wesentlich größere Mengen an Zitronensäure und Zucker zusetzen. Dafür sind mir die Zähne meiner Kinder aber zu schade, ehrlich. Ganz ohne Zitronensäure geht es auch nur dann, wenn der Saft binnen Tagen verbraucht wird und bis dahin im Kühlschrank lagert.


Holunderblütenhonig - ein völlig neuer uralter Tipp




Irgendwo in meinem Hinterkopf war noch die Idee des eingekochten Honigs da, vage Erinnerungen aus meiner Kindheit. In einem uralten Kochbuch wurde ich fündig. Übrigen Holunderblütensirup aus der Saftherstellung kann man solange Einkochen, bis die Konsistenz honigartig wird.

Na, das wollte ich einmal ausprobieren, wie gesagt, dieses Jahr hatte ich sehr viele Blüten. Also kochte ich rund 3 Liter Saft auf 4 kleine Gläser ein. Es dauerte ziemlich lange, der Sirup köchelte mehrere Stunden auf kleiner Flamme vor sich hin, wurde ständig dunkler, sämiger und weniger.

In gut gespülte kleine Gläser abgefüllt wird er wohl eine Weile halten.

Der Geschmack: ungewöhnlich, aber sehr gut. Wirklich honigartig, mit einem zitronig - hollerigen Akzent. Toll beispielsweise zu Naturjoghurt oder aufs Honigbrot. Ob er gut hält, den Geschmack verändert, etc., weiß ich noch nicht, auch die Herstellung war eher langwierig. Aber einen Versuch war es wert.


Holunderblüten - Gelee mit Blüten




Hier habe ich Anleihe an einem Rezept für Rosenblütengelee genommen. Fruchtiger Weißwein und Apfelsaft werden zu gleichen Teilen mit Gelierzucker 3:1 eingekocht, etwas Holunderblütensirup dazu und nochmals kuirz aufkochen. In der letzten Minute Holunderblüten dazugeben und kurz aufwallen lassen. Sofort heiß abfüllen, Gläser verschließen und kopfüber auskühlen lassen, damit sich die Blüten besser verteilen.

Das Gelee ist ein großer Hit bei meiner Familie, sonntags auf die Buttersemmel, in einem süßen Apfelschmarrn oder pur zu Joghurt oder Eis.

Mein Vorratsschrank füllt sich wieder, auch das Trocknen der Kräuter hat bereits begonnen. Von den frischen Gartengenüssen ganz zu schweigen. Sommer ahoi!

Mit liebem Gruß

Einen wunderschönen Frühsommertag wünscht

Marie

Jetzt gibt es wieder tolle Linkpartys mit vielen guten Ideen. Komm mit! Ich mach mit!