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Donnerstag, 28. Januar 2016

Vorfrühling

Die phänologischen Jahreszeiten faszinieren mich schon länger, die strikte Einteilung nach Sommer, Winter, Frühling und Herbst war mir immer zu ungenau und unpassend. Abgesehen davon, dass der Winter meteorologisch am 1. Dezember und astronomisch am 22. Dezember beginnt und bis Mitte März dauert. Im März fühle ich mich allerdings sicherlich nicht mehr winterlich! Also lebe ich, vor allem seit ich den Garten unmittelbar vor meiner Türe habe, nach den 10 Jahreszeiten des phänologischen Kalenders.




Für alle, die diesen Kalender nicht kennen: man teilt das Jahr in 10 Jahreszeiten ein, den Beginn markieren jeweils sogenannte Zeigerpflanzen. Somit kann sich die Jahreszeit je nach Witterung verschieben oder kürzer oder länger dauern.

Mit dem phänologischen Kalender fällt auch die Gartenarbeit viel leichter, weil man optimale Zeitpunkte für gewisse Arbeiten festlegen kann. Dass man die Rosen schneidet, wenn die Forsythien blühen, weiß vermutlich jeder Gartenbesitzer, das ist so eine phänologische Regel.

Bei vielen Wetterdiensten gibt es solche Kalender, die auf Beobachtungen verschiedener Stationen beruhen beispielsweise hier für Österreich oder hier für Deutschland.

In meinem Garten befinden wir uns derzeit phänologisch im Vorfrühling. Die Hasel beginnt zu blühen un die ersten Schneeglöckchen stecken ihre Köpfchen aus der Erde. Trotz der zwei großen Kältewellen Anfang und Mitte Jänner mit weniger als -10°C regt es sich bereits überall und die Frühlingsblüher stecken ihre Spitzen aus der Erde.





Die phänologischen Jahreszeiten bei uns in Österreich und in weiten Teilen Mitteleuropas

Vorfrühling: die ersten Schneeglöckchen stecken die Köpfe aus der Erde und die Hasel blüht.




Erstfrühling: die Forsythien blühen und man sollte die Rosen schneiden




Vollfrühling: Apfelbaum und Flieder blühen




Frühsommer (meine absolute Lieblingsjahreszeit): Holunder und wilde Rosen blühen




Hochsommer: die Sommerlinde blüht - aber diese Jahreszeit ist sowieso nicht zu übersehen.




Spätsommer: die Klaräpfel werden reif - Hochsaison im Gemüsegarten



 
Frühherbst: Holunder und Rosskastanien sind reif




Vollherbst: die Lärchen färben sich, die Eicheln werden reif




Spätherbst: Laubfall bei Kastanie und Eberesche




Winter: Apfelbäume sind laublos






Nicht alle diese Zeigerpflanzen wachsen in meinem Garten, aber man kann die phänologischen Jahreszeiten auch sehr gut an anderen Pflanzen ablesen. Für mich ist der Vollherbst zum Beispiel auch dann da, wenn das Weinlaub rot wird, der Hochsommer wird bei mir vor allem an Obst und Gemüse gemessen -  Himbeeren und Tomaten in Hülle und Fülle.

Eines meiner Lieblingsbücher dazu ist vom Fernsehgärtner Ploberger: Garteln im Takt der Natur. Hier werden diese Jahreszeiten genau erklärt und man erfährt, was im Garten wann zu tun ist. Ein tolles Buch für Gartenanfänger und Gartenprofis, jeder findet hier Tipps und Anregungen.



In meinem Garten ist schon der Vorfrühling eingekehrt, der Winter hat - zumindest phänologisch ein Ende.

Mit liebem Gruß
Marie

Natürlich mache ich auch wieder bei Linkpartys mit. Komm mit und schau, was es alles Neues gibt.


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