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Mittwoch, 10. August 2016

Günstige Kunst an der Wand

In unserem Haus gibt es wenig "echte" Kunst. Obwohl ich mit großer Begeisterung auch Moderne Kunst und zeitgenössische Malerei verfolge, fehlt für ein Original im Normalfall immer das nötige Kleingeld. Selbst junge Künstler wollen leben und Bilder gibt es selten unter einigen hundert Euro. Also ist originale Kunst in unserem Haus in ziemlich überschaubarem Maß vorhanden.

Aber es gibt zahlreiche tolle Alternativen. Kunstdrucke, Fotos, eigene Kreationen, Kinderkunst und manchmal einfach nur eine Seite aus einem Katalog.




Für das Vorzimmer, das langsam Gestalt annimmt, fehlte mir noch ein Bild, das die ansonsten rein funktionelle Wand ein wenig aufhübschen sollte. Der Platz ist begrenzt, ein langer schmaler Rahmen passt aber gut hinein und soll den oberen Abschluss bilden.

Eigentlich möchte ich in diesem Rahmen einmal farblich passende Skizzen oder Radierungen haben, eventuell von unserem Wohnbezirk und dessen Umgebung, beispielsweise einen Ausschnitt aus einem alten Katasterplan, eine alte Ansicht etc. Derzeit fehlen mir diese Dinge aber noch, gerade alte Ansichten muss man oft länger suchen, also brauchte ich einen günstigen Platzhalter - ein leerer Bilderrahmen sieht nur kurz gut aus.

Fündig wurde ich diesmal in meinen zahlreichen Gartenkatalogen. Dort finden sich teilweise fast künstlerisch anmutende Gartenstilleben, Rosenportraits, etc. Ein heißer Tipp für solche Dinge sind auch Gartenzeitschriften oder Wohnmagazine.




Also sichtete ich die alten Kataloge und riss alles heraus, was passend schien. Danach wurde ausprobiert, farblich und vom Format passte nicht alles in das vorgegebene Passepartout.




Schließlich schnitt ich die passenden Fotos zurecht und klebte sie mit einem kleinen Strich Uhu-Stic an das Passepartout. Das kann man eventuell einmal leicht entfernen.




Das Ergebnis sieht fröhlich aus, auch wenn das Bild eigentlich sehr hoch hängt und die Fotos kaum als Einzelne zu sehen sind. Wahrscheinlich wären auch Postkarten oder Pläne zu klein und zu wenig sichtbar.




Die Bildqualität ist leider nicht berauschend, die Ecke ist schwer zugänglich und eher dunkel, auch wenn sie so ziemlich das erste ist, was man beim Betreten des Hauses sieht. Aus diesem Grund soll sie funktionell, aufgeräumt und optisch ansprechend sein, auch wenn das auf den Fotos nicht so leicht einzufangen ist. Aber die Ecke ist definitiv eine Verbesserung zum Vorher - Zustand mit einer alten Wand, auf der irgendwann einmal der Stromzähler montiert war, wovon noch einige alte Leitungen und ein alter Zählerkasten zeugten.




Ja, es ist ein langer, teurer und mühsamer Weg, ein uraltes Haus zu renovieren - und ich möchte keine Minute  davon missen. Ich glaube, es wäre für mich wirklich schrecklich, wenn ich in einem neuen, fixfertigen Haus leben müsste. Was würde ich dann bloß machen? Keine Pinsel, keine Farbe, keine Power-Tools, nichts, das ich neu gestalten kann, welch schreckliche Vorstellung. Gottseidank haben wir unser kleines Cottage, in dem wir jeden Tag aufs Neue werkeln können.

Weitere Ideen für kostengünstige Kunstwerke oder Wandgestaltungen sind hier und hier und hier und hier zu finden. Die Anleitung für das Schlüsselkasterl gibt es hier.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich mache ich auch wieder bei Linkpartys mit. Komm mit und schau, was es alles Neues gibt.

Montag, 8. Februar 2016

Lilypond Cottage

In Österreich haben Hausnamen leider keine Tradition mehr. Früher, vor Straßennamen, Hausnummern und gesichtslosen Riesensiedlungen, gab es viele interessante, lustige, einfallsreiche Namen, die mehr über Ort, Bewohner oder Geschichte erzählten.

Das Anwesen "In der Höll", beim "Egger", die "Mautz-Keusche", das "Schurz - Häusel", die "Möhsler - Villa"  das sind nur ein paar Namen, an die ich mich noch aus meiner Kindheit erinnere. Jeder wusste, was gemeint war und es war immer interessant zu erfahren, wie es zur Namensgebung gekommen war.

Als wir unser Häuschen bekamen, fiel mir spontan ein Name ein: Lilypond Cottage


 

Unser Haus ist fast 100 Jahre alt und Teil einer Siedlung, die im Wien Anfang der 1920-er Jahre nach dem Vorbild englischer Arbeitercottages errichtet wurde. Dementsprechend klein und verwinkelt war auch der Grundriss, vor unserem Umbau - Englisch eben. Also Cottage.




Lilypond, weil im Garten ein kleiner, verwunschener Teich liegt, auf dem zahlreiche Seerosen wachsen. Lily - oder Waterlily - die Seerose. So entstand der Name.




Um unsere neue Galeriewand zu vervollständigen, zeichnete mein Mann (jaa, zeichnen und malen kann er auch, nicht nur kochen) eine Seerose im Stil der pastellig zarten Illustrationen in englischen Kinderbüchern. Diese Seerose schmückt nun unsere neue Wand, neben den Kinder - Kunstwerken.




Die Seerose wurde mit Pastellstiften auf säurefreies Papier gezeichnet und mit ganz wenig Wasser leicht aquarelliert. Wunderschön!





Und Bilder von unserem Haus? Hier bin ich (derzeit) noch ein wenig unschlüssig. Seit fast drei Jahren blogge ich nun schon und außer meinem Mann, meinen Kindern und ein oder zwei Freundinnen weiß keiner davon. Mein privates, kleines Happy - Project. Auf der anderen Seite lese ich persönlich sehr gerne Blogs, bei denen ich ins Wohnzimmer schauen darf. Blogs, in denen private bewohnte Häuser vorgestellt werden - so wie sie sind. Zum Beispiel mein Lieblingsblog Eclectic Hamilton. Oder der wunderschöne Schweitzergarten. Oder der Stadtlustgarten.

Das Zuhause in größerem Maßstab zu zeigen, nicht nur Ausschnitte oder Details, bedeutet aber, die Privatsphäre ziemlich schnell aufzugeben, denn früher oder später erkennt jemand mein Haus. Bisher habe ich ja auch noch kein Foto von mir oder meinen Kindern gezeigt. Hier hat natürlich auch meine Familie noch ein kleines Wörtchen mitzureden.

Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich bereit bin, auch größere Fotos meines Zuhauses zu zeigen - auf die "Gefahr" hin, dass mich meine Nachbarn und alle Bekannten früher oder später erkennen. Oder, liebe Nachbarn, lest ihr schon längst mit und ich weiß es bloß nicht?

Inzwischen also nur Impressionen, auf denen man nicht die gesamte Umgebung erkennt. Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem.

Mit liebem Gruß

Marie

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