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Montag, 6. März 2017

Was man durch DIY tatsächlich sparen kann - am Beispiel Malerarbeiten

Meine lieben Leser kennen bereits meinen Hang zu DIY in allen Bereichen. Der Grund dafür ist mehrschichtig. Einerseits liebe ich es, Dinge selbst zu machen und meine Hände zu gebrauchen. Ich plane im Geist. zeichne und entwerfe am Papier - aber dann muss ich etwas in die Hand nehmen. Der reine Entwurfsprozess ist für mich nur eine halbe Sache. Zweitens, und das ist leider immer wichtiger, können wir uns mit unserem durchschnittlichen Einkommen Handwerker nur dann leisten, wenn die Arbeit für uns zu gefährlich oder schlichtweg verboten ist. Den Rest müssen wir selbst erledigen, oder es bleibt eben unerledigt.


Schon als Kind bastelte und werkte ich an allem herum, was erlaubt war und mein Vater gestattete mir schon früh das Verwenden von Werkzeug. Meine Mutter war weniger davon begeistert, aber da ich eigentlich ein vorsichtiges Kind war, verletzte ich mich nie ernstlich.

Im Teenageralter begann ich im alten Haus meiner Großmutter in den Ferien mit größeren Aktionen, strich Kommoden, restaurierte alte Fenster, legte Beete an und malte Wände aus. Anfangs recht dilettantisch, aber mit der Praxis stieg auch die Qualität meiner Arbeiten.


Dann lernte ich mit Anfang 20 meinen Mann kennen. Mein Mann ist handwerklich ein absoluter Wunderwuzzi, er kann nämlich alles. Auch er bastelte, schraubte und renovierte zu diesem Zeitpunkt schon am Haus seiner Großmutter (das wir schlussendlich jetzt bewohnen dürfen) und an der elterlichen Wohnung herum und hatte absolut keine Scheu vor schwierigen Arbeiten. Fliesenlegen - das probieren wir aus. Einen Dachboden ausbauen - los geht es.

Als wir dann in die erste eigene Wohnung zogen, die leider total saniert war, blieb uns trotzdem genug Zeit und Möglichkeit, selbst handwerklich tätig zu werden und mein Mann brachte mir nun alles bei, was ich bisher nicht selbst wagte. Wir erweiterten einen Fliesenspiegel in der Küche, rissen den Teppichboden bei erster Gelegenheit heraus, um Parkett zu verlegen, bauten unsere eigene Küche und renovierten einen uralten Kellerraum, den wir mitgemietet hatten, um daraus einen Modellbahnkeller zu machen.


Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Halten mehr. Unsere nächste winzigkleine Wohnung, ein Bau aus den 1960-er Jahren und völlig abgewohnt, wurde in mehreren Wochen generalsaniert. Leitungen, Böden, Wände, Küche, Fliesen, alles neu. Die Leitungen verlegte natürlich ein konzessionierter Elektriker, die Vor- und Stemmarbeiten erledigten wir aber selbst um Kosten zu sparen. Wir arbeiteten an Abenden und Wochenenden, schließlich hatten wir damals noch keine Kinder.

Hier sind wir nun beim zentralen Punkt: wieviel kann man mit DIY tatsächlich sparen? Zahlt es sich aus? Und wie lange dauert es, wenn man es selbst macht?

Ich habe ein Beispiel mit aktuellen Preisen und Arbeitszeiten herausgesucht, gespickt mit meinen persönlichen Erfahrungswerten, was die Dauer der Arbeiten betrifft.


Malerarbeiten 

Je nach Untergrund und Größe des Zimmers sind Malerarbeiten sehr unterschiedlich zu bewerten. Hat man ein kleines Zimmer mit guten Wänden, so ist ein Anstrich in ein paar Stunden erledigt. Die meiste Arbeit werden Ausräumen und Abkleben machen.

Kinderzimmer mit 12 m2, Raumhöhe 2,6 m. Decke glatt weiß, Wände färbig. Die Wände sind in gutem tragfähigen Zustand und müssen nur stellenweise leicht ausgebessert werden.

Kosten Maler: Das Ausmalen einer Wand, bei der nicht allzuviele Spachtelarbeiten anfallen, kostet rund 8 Euro pro m2. Das Ausmalen der Decke rund 10 Euro pro m2. Abdeckarbeiten, etc. sind schon inkludiert, nicht aber das Material, soferne es über einen weißen matten Anstrich hinausgeht.

Ausmalen Wand inklusive kleine Spachtelarbeiten, Abdecken und Abkleben  (37 m2) 296 Euro
Ausmalen Decke ebenso inklusive Nebenarbeiten (12 m2) 120 Euro
Materialkosten für andere Farbe: ca. 1 bis 2 Euro pro m2, je nach Qualität
Kosten Maler für 12 m2 also rund 520 Euro 
Zeitaufwand Maler: maximal einen Tag


Die Materialkosten, weiters Kosten für Pinsel, Spachtelmasse, Schleifpapier, Abdeckband, Folie, Grundierung etc. muss man selbst auch kalkulieren und fallen mit rund 40 Euro (maximal) ins Gewicht.
Kosten selbst ausmalen: 40 Euro Zusatzmaterialien und 60 Euro Farbe -> rund 100 Euro
Zeitaufwand: mit Ausräumen, Abkleben, Abdecken, Spachteln etc. sollte man mit etwa 5 bis 10 Minuten pro m2 Malerei rechnen. Das ergibt aber auch rund 6 bis 8 Stunden echte Arbeitszeit.

Somit ist auch die Kostenkalkulation des Malers zu verstehen, eine Arbeitsstunde kostet rund 45 Euro.

Einsparungspotential: hoch. Gefahrenpotential: gering. Wichtig ist, auf gutes Material, festes Schuhwerk und eine gute Leiter zu achten. Ansonsten besteht maximal die Gefahr, dass die Malerei nicht ganz so gleichmäßig wird wie vom Profi.


Sind die Wände wirklich schlecht und müssen gespachtelt und eventuell auch genetzt werden, ist das Einsparungspotential noch viel höher. Der Arbeitsaufwand aber auch, vorsicht! Denn wenn der Maler die Wand erst vorbereiten muss, ist die Arbeit auf keinen Fall in einem Tag erledigt, weil die Spachtelmasse trocknen muss. Dann ist man beim Preis pro m2 ganz schnell bei mehr als 12 bis 20 Euro angelangt, je nach Zustand der Wand, zusätzlich zu den Materialkosten, die auch höher liegen.

Schlechte Wände spachteln und herrichten ist allerdings keine lustige Arbeit und erfordert ein gewisses Maß an Humor. Es staubt nämlich grauslich. Je nach Untergrund muss die Wand zunächst einmal grob geschliffen, Altanstriche angeraut und alle losen Putzteile entfernt werden. Dann sollte mit Haftgrund gestrichen werden, damit überhaupt etwas hält. Nun muss gespachtelt werden, wenn die Wände sehr rissig sind, wird die Wand komplett genetzt, es wird also ein Baunetz eingespachtelt oder einzelne Risse mit Glasfasernetzen verstärkt. Danach wird geschliffen, gespachtel, geschliffen und grundiert. Erst jetzt kann man daran denken, die Farbe aufzubringen.

Fazit: wer wirklich schlechte Wände hat, sollte das erste Mal eher einen Handwerker beauftragen, eventuell auch nur damit, die Wände malerfertig herzurichten. Das Ausmalen kann man dann selbst erledigen und auch alle weiteren Anstriche und kleinere Ausbesserungsarbeiten alle paar Jahre.

Teuer wird es auch, wenn man Spezialwünsche hat, beispielsweise eine gestreifte Wand. Hier lohnt sich Selbermachen auf jeden Fall.


Wie soll man also vorgehen? Bei guten Wänden lohnt es sich, die Arbeit selbst zu machen. Es macht Spaß, es dauert nicht allzu lange und spart doch eine Menge Geld. Bei schlechten Wänden würde ich das Angebot eines Malers einholen, getrennt nach Arbeiten, also die Untergrundvorbereitung extra anbieten lassen und die Malerei auch. Dann kann man überlegen, ob man beide Arbeiten beauftragt oder doch vielleicht teilweise selbst tätig wird.

Wie wir es machen: bei unserer Renovierung haben wir uns die meisten, aber nicht alle Wände malerfertig herrichten lassen. Dort, wo der Baumeister sowieso zu tun hatten, Gipskartonwände aufstellte oder eine Türe vermauerte und verputzte. Alle Malerarbeiten erledigten wir selbst, auch Wandausbesserungen in den Nebenräumen.

Mit liebem Gruß
Marie



Montag, 8. Februar 2016

Lilypond Cottage

In Österreich haben Hausnamen leider keine Tradition mehr. Früher, vor Straßennamen, Hausnummern und gesichtslosen Riesensiedlungen, gab es viele interessante, lustige, einfallsreiche Namen, die mehr über Ort, Bewohner oder Geschichte erzählten.

Das Anwesen "In der Höll", beim "Egger", die "Mautz-Keusche", das "Schurz - Häusel", die "Möhsler - Villa"  das sind nur ein paar Namen, an die ich mich noch aus meiner Kindheit erinnere. Jeder wusste, was gemeint war und es war immer interessant zu erfahren, wie es zur Namensgebung gekommen war.

Als wir unser Häuschen bekamen, fiel mir spontan ein Name ein: Lilypond Cottage


 

Unser Haus ist fast 100 Jahre alt und Teil einer Siedlung, die im Wien Anfang der 1920-er Jahre nach dem Vorbild englischer Arbeitercottages errichtet wurde. Dementsprechend klein und verwinkelt war auch der Grundriss, vor unserem Umbau - Englisch eben. Also Cottage.




Lilypond, weil im Garten ein kleiner, verwunschener Teich liegt, auf dem zahlreiche Seerosen wachsen. Lily - oder Waterlily - die Seerose. So entstand der Name.




Um unsere neue Galeriewand zu vervollständigen, zeichnete mein Mann (jaa, zeichnen und malen kann er auch, nicht nur kochen) eine Seerose im Stil der pastellig zarten Illustrationen in englischen Kinderbüchern. Diese Seerose schmückt nun unsere neue Wand, neben den Kinder - Kunstwerken.




Die Seerose wurde mit Pastellstiften auf säurefreies Papier gezeichnet und mit ganz wenig Wasser leicht aquarelliert. Wunderschön!





Und Bilder von unserem Haus? Hier bin ich (derzeit) noch ein wenig unschlüssig. Seit fast drei Jahren blogge ich nun schon und außer meinem Mann, meinen Kindern und ein oder zwei Freundinnen weiß keiner davon. Mein privates, kleines Happy - Project. Auf der anderen Seite lese ich persönlich sehr gerne Blogs, bei denen ich ins Wohnzimmer schauen darf. Blogs, in denen private bewohnte Häuser vorgestellt werden - so wie sie sind. Zum Beispiel mein Lieblingsblog Eclectic Hamilton. Oder der wunderschöne Schweitzergarten. Oder der Stadtlustgarten.

Das Zuhause in größerem Maßstab zu zeigen, nicht nur Ausschnitte oder Details, bedeutet aber, die Privatsphäre ziemlich schnell aufzugeben, denn früher oder später erkennt jemand mein Haus. Bisher habe ich ja auch noch kein Foto von mir oder meinen Kindern gezeigt. Hier hat natürlich auch meine Familie noch ein kleines Wörtchen mitzureden.

Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich bereit bin, auch größere Fotos meines Zuhauses zu zeigen - auf die "Gefahr" hin, dass mich meine Nachbarn und alle Bekannten früher oder später erkennen. Oder, liebe Nachbarn, lest ihr schon längst mit und ich weiß es bloß nicht?

Inzwischen also nur Impressionen, auf denen man nicht die gesamte Umgebung erkennt. Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich mache ich auch wieder bei Linkpartys mit. Komm mit und schau, was es alles Neues gibt.