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Montag, 9. Januar 2017

Ein Plädoyer für gutes Werkzeug

Wer hier schon länger mitliest, weiß es: meine Nähmaschine und ich sind (waren!) keine Freunde. Definitiv nicht. Ich musste zwar wie alle Mädchen Nähen, Stricken, Stopfen, Häkeln und so weiter lernen, aber begeistert haben mich diese Arbeiten nie.

Ich bin eher der Typ fürs Grobe. Feste Gummistiefel, eine matschige Baustelle und ordentliche Geräte. Eine Stichsäge, ein Malerpinsel, Fliesenwerkzeug, etc. Oder Basteln, Malen, Zeichnen - dazu habe ich die Geduld. Handarbeiten - naja.

Trotzdem riß ich mich hin und wieder zusammen, packte die Nähmaschine aus (wenn mein Mann mir Fussfesseln androhte, damit die Sache endlich fertig werde, grins) und nähte einfache Kleinigkeiten. Die Tätigkeit selbst machte mir keinen Spaß - bisher.


Vor einigen Wochen kam mein kleiner Sohn mit diesem tollen Patchworkpolster aus dem Handarbeitsunterricht nach Hause. In Zeiten der Koedukation und des Genderns müssen gottseidank auch Buben ran an die Nähmaschine. Ich war sprachlos. Das hatte er wirklich selbst genäht. Gut, wie viele von euch wissen ist mein (gar nicht mehr so) kleiner Alex handwerklich sehr geschickt und liebt alle Tätigkeiten, bei denen er sich kreativ austoben kann. Aber seine klare Ansage erstaunte mich dann doch: "Mama, ich will ein paar Sachen für mein Zimmer nähen, kannst du bitte endlich eine ordentliche Nähmaschine anschaffen?" Bumm, das saß.

Dazu ist zu sagen, dass ich bisher noch NIE eine neue Nähmaschine hatte. Meine Maschinen waren immer irgendwelche Teile, die ein wohlmeinender Verwandter aussortiert hatte. Sie waren zwar noch "super toll und funktionieren auch ganz prima uns sind überhaupt ein Traum", der Vorbesitzer gab sie aber meist aus gutem Grund her.

Wenn ich also etwas Nähen wollte, musste ich mich meist mit diversen kleinen Problemchen herumschlagen. Beispielsweise, dass der Rücklauf nicht mehr so richtig funktionierte. Oder dass die Fadenspannung immer wieder ein Problem hatte, oder dass die Maschine Öl verlor und der Stoff fleckig wurde oder ... - man kennt das. Kein Wunder, dass ich das Nähen hasste.

Durch meinen Sohn angeregt gingen wir auf Suche und fanden ein preisgünstiges Modell für einfaches Nähen. Mehr brauchen wir definitiv nicht, ich werde niemals eine tolle Näherin, das ist klar. Die Maschine kam und Alex und ich nahmen gleich die Vorhänge für die Terrassentüre in Angriff, die seit mehr als zwei Jahren auf Fertigstellung warteten.

Nun, was sage ich euch: es war ein Traum. Maschine auspacken, einfädeln, losnähen. Einfach, sauber, leise, superschnell und wunderschön. Die Vorhänge waren in Nullkommanix fertig, für die anderen brauchte ich mit der alten Maschine gefühlte Ewigkeiten.


Daher mein Plädoyer für gutes Werkzeug, das ich im handwerklichen Bereich sonst immer berücksichtige. Auch in der Küche sind mir gute Töpfe und Messer wichtig, ohne gutes Gartenwerkzeug kann ich nicht arbeiten und eine ordentliche Bohrmaschine gehört sowieso in jeden Haushalt. Keine Ahnung, warum ich so lange der Meinung war, dass die alte Nähmaschine noch gut genug sei.

Alex und ich planen schon ein paar weitere Projekte für unser Haus. Kleidung werde ich sicher nie nähen, das ist nicht mein Metier, aber tolle Polster, Vorhänge, Decken - das kann in Zukunft sicher viel mehr Spaß machen.

Wen es interessiert: diese kostengünstige Nähmaschine reißt mich zu solchen Begeisterungsstürmen hin. Klar, sie ist kein Profigerät, aber leicht zu bedienen und das Ergebnis ist überzeugend.



Auf ein gutes und kreatives Neues Jahr 2017!

Mit liebem Gruß

Marie


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