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Donnerstag, 14. April 2016

Die neue Galleriewand ist so gut wie fertig




Gut Ding braucht Weile - zumindest in meinem Haus. Manche Projekte entwickeln sich, brauchen Zeit zu reifen, verändern sich und sind dann irgendwann wirklich fertig. Unsere Wohnzimmer - Galleriewand ist so ein Fall.

Als wir ins neue Haus zogen, hatten wir die ersten Monate gar keinen Fernseher. Der alte Röhrenfernseher wurde mit der alten Wohnung "entsorgt" und für einen neuen war keine Zeit und - wie meist beim neuen Haus - auch nicht unbedingt sofort genug Geld da. Wichtigere Dinge standen an und wollten bezahlt werden.




Die fernsehfreie Zeit war schön und gut und ich als eher Nicht - Fernseherin vermisse sie ein wenig. Die Abende sind produktiver, wenn das Kasterl nicht läuft. In unserer ersten Studentenwohnung hatten wir jahrelang keinen Fernseher, es ging uns nicht ab.




Vor etwas über einem Jahr kam aber dann doch wieder so ein Teil in unser Haus, flach natürlich, aber nicht allzu groß, er sollte nicht alles dominieren. Klar war auch, dass er an der Wand hängen sollte, unsichtbar befestigt und völlig ohne sichtbare Kabel. Dazu erzähle ich in ein paar Tagen mehr, mein toller handwerklich versierter Ehemann hat das doch tatsächlich geschafft. Kein einziges Kabel!




Nun hing das Ding einsam und alleine an der Wand - auch erst nach einigen Monaten, zuerst stand er auf einem Regal - und dominierte diese Wand auf das Allerscheusslichste. Genau so wollte ich es gar nicht haben. Mir schwebte eine kleine Galleriewand vor, leicht, ohne Familienbilder, relativ neutral und - ganz wichtig - saisonal dekorierbar.

Im Internet wurde ich teilweise fündig, meine gesammelten Ideen sind hier auf Pinterest zu sehen.

Die meisten Elemente waren vorhanden, Bilder, Glasvasen, Glasdekor. Blieb die Frage der Rahmen und Regale.




Bei IKEA wurde ich fündig, wie meist, natürlich gibt es wesentlich schönere und handwerklich feiner gefertigte Produkte. Diese sind aber meist auch entsprechend teuer. Die Ikea Serie war zart, neutral und, ganz wichtig, anpassbar. Außerdem gab es Regale und Rahmen im selben Design.




Einige Bilder wurden von meiner Familie gestaltet - hier der Post dazu. Zwei Bilder rettete ich, also eigentlich mein Mann, von einer aktuellen Baustelle. Die Bauherrin wollte sie entsorgen und sie passen farblich und stilmäßig perfekt in unser Wohnzimmer. Also wurden sie mitgenommen und neu gerahmt.




Nach etlichen Skizzen und Versuchen stand die Anordnung fest. Ein festes Rechteck umklammert das Ganze, auch sonst ist die Aufteilung ziemlich starr. Auflockerung bringen die unterschiedlichen Elemente, verschiedene Materialien und Dekostücke. Eine lockerere Aufteilung fiel an dieser Wand "auseinander" und wirkte unfertig.




Die Regalkonsolen sind vorgebohrt, waren für meine Zwecke aber zu lang. Mit der Säge konnte man sie gut ablängen, weiß lackieren, frisch bohren und befestigen. Die Regale sind jeweils exakt so lang wie die darüber- oder darunterhängenden Bilder.




Die Regale kann ich nun ganz nach Saison, Lust und Laune dekorieren. Farblich und materialmäßig sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.




Fertig ist die Sache natürlich noch nicht, für den goldenen Rahmen suche ich noch ein Motiv und die dekorativ herunterhängende Energiesparlampe zeigt, dass die Beleuchtung im Wohnzimmer auch noch nicht fertig ist. Wieder das alte Dilemma. Die richtig schönen Spots sind superteuer, die weniger teuren sind superscheusslich. Aber das kennt man ja, somit entwickelt sich unser Haus Schritt für Schritt.




Materialien und Kosten:

Ikea Rahmen Knoppäng 30 x 40 cm, 6,99 Euro
Ikea Rahmen Knoppäng 15 x 20 cm, 3,99 Euro
Ikea Bilderleiste Knoppäng 75 cm lang, 7,99 Euro

Die Bilderleisten wurden allerdings zugeschnitten, weiß lackiert und neu gebohrt. Damit ergibt sich ein hübscher Kontrast zu den Rahmen, die zwar dieselben Profile haben, aber leicht shabby grau sind.

Das Katzenbild ist von Rosina Wachtmeister. Eines meiner Lieblingsbilder, seit vielen Jahren.

Die Glaselemente sind ebenfalls schon viele Jahre alt und oft auch ererbt. Auch ein altes Reagenzglas ist dabei, es stammt aus der Laborausstattung meines Vaters, als dieser bei Pensionierung sein Labor auf- und ausräumte. Es ist leicht schadhaft, daher für das Labor nicht mehr zu brauchen, als Vase oder Dekoobjekt allerdings zauberhaft.

Linkparty #10 läuft noch, wer hat noch tolle Projekte? Verlinken, verlinken, verlinken, damit viele Leute daran Freude haben.

Wer kennt eine tolle Linkparty? Oder gibt selbst eine? Hier bitte verlinken, dann entsteht eine tolle Sammlung von aktuellen Partys.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Freitag, 23. Januar 2015

Schränke - eine Lösung für kleine Räume

In unseren Wohnungen werden die Kinderzimmer und Schlafzimmer immer kleiner. Um auf 80 m2 eine Vier-Zimmer-Wohnung unterzubringen (die sich besser verkaufen / vermieten) lässt als eine Drei - Zimmer - Wohnung, schrumpfen die Räume oft zu Miniaturgröße. Oft ist es schwierig, in den winzigen Zimmern Bett, Schreibtisch, Regale und Kleiderkasten unterzubringen, selbst wenn nur ein Kind darin wohnt. Vor allem dann, wenn Fenster, Türen und Balkontüren ungünstig platziert sind.


Kasten in der Nische.


Die heute vorgestellte Lösung für kleine Räume ist eine sehr aufwändige, aber eine, die das Platzangebot und das Raumgefühl komplett ändert. Allerdings müssen kleine Umbauarbeiten statisch möglich und erlaubt sein. Die Idee ist aber auch eine Anregung für diejenigen, die ein Haus planen und mit einem begrenzten Budget (= begrenztes Raumangebot) auskommen müssen.

In den USA und England sind eingebaute Wandschränke gang und gäbe. Bei allen Nachteilen haben sie vor allem einen großen Vorteil: der meist 60 cm tiefe Kasten steht nicht mitten im Zimmer.

Meine Lösung, auf europäische Verhältnisse abgestimmt, lautet: verschränkte Wände.

In zwei nebeneinanderliegenden Zimmern werden die Wände um ca. 65 cm versetzt angeordnet, sodass zwei Nischen entstehen, in die ein handelsüblicher Kleiderkasten hineinpasst. Natürlich sind auch Einbauschranklösungen für diese Nischen eine tolle Sache.Prinzipiell würde ich die Nischen aber von den Abmessungen so wählen, dass ein normaler Kleiderschrank darin Platz findet, also beispielsweise 60 bis 65 cm tief und 155 cm breit (dann geht sich ein 150 cm breiter Kasten mit Sesselleisten bequem aus).




Vorteil: es entsteht im Zimmer eine gerade Wandflucht, der Kasten findet bequem Platz und die Gesamtgröße des Zimmers ändert sich nicht, trotzdem bleibt ein annähernd rechteckiges oder quadratisches Raumgefühl. Es gibt ja nichts Schlimmeres, als eine Türe zu öffnen und auf die Seitenwand eines Schrankes zu "knallen".

Für alle, die ein Haus planen oder bei ihrer neuen Wohnung noch ein Mitspracherecht betreffend Raumaufteilung haben, ist das eine gute Idee.

Für alle, die diese Lösung in einer bestehenden Wohnung oder in einem Haus verwirklichen wolle: soferne keine tragenden Wände betroffen sind, ist es durchaus möglich, diese einfach zu ändern. Im Prinzip muss eine Trennwand neu aufgestellt werden und der Bodenbelag ist zu erneuern, eventuell müssen Leitungen verlegt werden.

Der handelsübliche Schrank sitzt in einer Nische von 155 x 60 cm.


In manchen Gemeinden braucht man dafür eine Baubewilligung, in manchen Orten reicht eine Bauanzeige (also eine Meldung, dass man diese Arbeiten durchführt), oft geht es auch ohne. Unbedingt vorher beim Bauamt erkundigen! Die Arbeiten können im Zuge einer vielleicht schon länger geplanten Renovierung durchgeführt werden und sind für geschickte Heimwerker großteils leicht selbst möglich (außer Elektro- und Wasserleitungen!!!)
Der Abbruch und Neuaufbau einer nichttragenden Leichtbauwand ist in zwei bis drei Tagen erledigt und kostet nicht die Welt.

Bitte entschuldigt die schlechte Fotoqualität, manchmal müssen die "Baustellenfotos" schnell und unter suboptimalen Bedingungen geknipst werden. Aber ich denke, ihr könnt euch ein Bild von der Lösung machen.

Nachtrag: Eine ähnliche Lösung wurde auch von anderen Bloggern schon toll umgesetzt, wie ich den Kommentaren entnehmen durfte. Schaut zum Beispiel einmal bei Probieren geht über Studieren vorbei.
http://kreativsein.blogspot.co.at/2015/01/endlich.html

Nachtrag 2: Wenn jemand eine meiner Ideen aufgreift oder dazu auch einen ähnlichen Post hat - her mit dem Link! Ich verlinke euch gerne! Das macht das Web und die Bloggerwelt bunter und informativer.

Es läuft noch meine Linkparty "Von Tag zu Tag". Schau vorbei, verlinke deine Projekte und nimm ein paar gute Ideen mit.


Linkparty

 
Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich auch wieder an Linkpartys teil. Danke an die Veranstalter!
Wer gerne auf meine Blogroll möchte, ist herzlich eingeladen.

Donnerstag, 25. September 2014

Verkaufe dein Haus! Am besten jedes Jahr!

Ein Notizbuch leistet gute Dienste.

Wenn ich darüber nachdenke, was mich am meisten beim letzten Umzug geärgert hat (eigentlich bei allen Umzügen bisher), dann sind es die vielen kleinen Reparaturen, die ich noch erledigen musste, bevor die Wohnung / das Haus an die Hausverwaltung zurückgegeben / verkauft wurde. Kleine und kleinste Reparaturen, die schon längst fällig gewesen wären, die ich aber immer wieder verschoben habe. Zuletzt musste ich sie machen, unter Zeitdruck und für jemanden anderen! Das ist richtig ärgerlich!


Obwohl ich ordentlich, organisiert, sauber und aufgeräumt lebe, gab es viele solcher dummer Kleinigkeiten.

Beispiele:
  • 2 gesprungene Fliesen im Vorzimmer. Die Reservefliesen lagerten im Keller. Der Austausch dauerte keine zwei Stunden. Die Sprünge waren klein aber sichtbar und viele Jahre alt. Ärgerlich!
  • Die Silikonfugen im Bad. Immer wieder ein Thema.
  • Kleine abgeschlagene Stellen an Fensterrahmen und Türen. Ein kleiner Topf Farbe, zwei Stunden Zeit, und alles war wieder tiptop.
  • Der abgenütze Terrassenbelag. Ein Topf Farbe, eine halbe Stunde Zeit, alles wieder in Ordnung.
  • Die ewig lockere Steckdose im Wohnzimmer. Einmal ordentlich angeschraubt, fertig. 5 Minuten.
  • Zwei defekte Wendestäbe bei Jalousien. Die Reservestäbe wurden damals bei der Montage mitgeliefert. Austauschen muss man sie aber selbst. Dauer: 15 Minuten. 
  • Eine fehlende Parkett - Abschlussleiste. Über solche Kleinigkeiten kann man jahrelang hinwegsehen (und hinwegsteigen). 15 Minuten für die Montage und 6 Euro für die Leiste.

So könnte es noch ewig weitergehen.

Alle diese Dinge sind Kleinigkeiten, die immer wieder verschoben oder auf die nächste größere Renovierung verlegt werden, weil sie ja nicht wirklich stören. Falsch!

Hier muss eine Lösung her. Diese lautet: Ich verkaufe mein Haus!

(Natürlich nur gedanklich, nicht wirklich.)

Ich gehe mindestens zweimal im Jahr durch das Haus, als ob ich ein potentieller Käufer oder Hausverwalter wäre und achte penibel auf die vielen kleinen Dinge, die den Preis mindern könnten, reparaturbedürftig sind oder zeigen, wie nachlässig der Besitzer mit dem Haus umgegangen ist. Gnadenlos.

Wir glauben immer, dass die kleinen Schönheitsfehler nicht auffallen. Stimmt nicht. Wir bemerken (und verdrängen) sie täglich. Ein Besucher hingegen registriert sie sofort!

Vor einigen Tagen war ich zu Besuch bei einer eigentlich ziemlich ordentlichen Familie. Die Küche war, trotz einiger Kinder, aufgeräumt und gut organisiert. Die vielen Fettfingertapper auf den Kasterln sind mir trotzdem aufgefallen. Das ist nicht bösartig, ich weiß genau, wie der Haushalt mit Kindern läuft. Aber ich habe es bemerkt, darum geht es. Ein Außenstehender sieht einfach viele Dinge kritischer und registriert die Arbeiten, die wir aufschieben, besonders genau.

Dann mache ich eine genaue Liste. Raumweise. Also eigentlich viele Listen, darauf notiere ich aber auch alle Ideen und Wünsche für diesen Bereich. Diese Listen dienen mir ein Jahr als Basis für meine Reparaturen, Renovierungen und Anschaffungen. Ich liebe es nämlich, Dinge auf Listen durchzustreichen. Was für ein gutes Gefühl, eine Sache komplett erledigt zu haben. Somit werden diese ärgerlichen und wenig aufwendigen Kleinigkeiten auch wirklich regelmäßig erledigt und ich habe ein Gesamtkonzept, was ich alles machen möchte.

Checklisten raumweise im Notizbuch. So ist immer alles zur Hand.

Natürlich ist die Liste immer viel länger als die verfügbare Zeit. Alles zu schaffen ist schier unmöglich, wie meistens. Aber anhand der Liste kann ich Erfolge viel besser kontrollieren und schaffe tatsächlich in einem Jahr wesentlich mehr, als ohne Liste. 

Wer hat auch solche Erfahrungen gemacht?

Mit liebem Gruß
Marie

Mittwoch, 9. Juli 2014

Das Traumhaus - oder die Traumküche - oder die Traumwohnung - oder ...

Wir alle träumen manchmal vom idealen Leben mit der idealen Familie im idealen Haus in das wir nach dem idealen Arbeitstag im idealen Job nach Hause kommen. Die Realität sieht oft anders aus: die Kinder sind quengelig, der Ehemann müde, das Haus ein Chaos und Kunden und Chef ein Albtraum.

Das Leben ist selten in allen Bereichen ideal - aber das sollte uns nie, wirklich niemals, davon abhalten, das Beste aus jedem Tag zu machen. Egal wie unsere Situation aussehen mag.

Das beste Beispiel dafür ist unsere Wohnung oder unser Haus. Einige wenige wohnen wirklich in ihrem Traumhaus, die meisten von uns müssen sich in irgendeinem Bereich mit Kompromissen zufrieden geben. Und zwar ein Leben lang. Nun kann man resignieren, vom Traumhaus träumen, unrealistische Pläne für die Zukunft machen, dem idealen Haus hinterherlaufen - oder man fängt an, das Beste aus der derzeitigen Wohnsituation zu machen.

Und wie macht man das???

Hier sind meine Ideen und Erfahrungen mit ungeliebten und unpraktischen Wohnbereichen, die sich mit etwas Phantasie und gutem Willen oft in zumindest brauchbare, wenn nicht sogar originelle oder schöne Bereiche verwandeln lassen.

1. Schritt: ausräumen und putzen
Ein ungeliebter Bereich wird gerne vernachlässigt und damit noch hässlicher und unbrauchbarer. Der erste Schritt muss also sein, den Bereich auszuräumen, zu entrümpeln und gründlich zu reinigen. Nimm dir Zeit, sortiere alles aus, was sich so angesammelt hat. Danach putze den Bereich von oben bis unten, in jede Ecke und in jede Ritze.
Egal, ob es sich um einen hässlichen Schrank, einen winzigen Balkon (obwohl man doch so gerne einen Garten hätte) oder um eine uralte Küche (obwohl man von der Lanhausküche träumt) handelt, mach das Ding richtig sauber. 

2. Schritt: notwendige Reparaturen sofort ausführen
Beim Putzen wird dir auffallen, dass einiges nicht richtig funktioniert. Scharniere, die nicht richtig schließen, Farbe die abblättert, gebrochene Fliesen, etc. Mach eine Liste und überlege, wie man diese Dinge kostengünstig reparieren kann. Ein Kastenscharnier ist schnell getauscht und kostet weniger als 10 Euro. Gebrochene Fliesen kann man mit Reparaturspachtelmasse zumindest oberflächlich sanieren, auch das kostet nicht die Welt.
Selbst mit geringstem Budget ist es möglich, den Bereich funktionell zu erhalten. Es kostet nur ein wenig Mühe.

3. Schritt: was kann ich mit einfachen Mitteln verändern?
Wenn der Bereich gereinigt und repariert ist, geht es an die Veränderung. Hier ist folgende Frage wichtig: wieviel Geld und Zeit kannst und willst du investieren. Bei einer Mietwohnung, die man nicht lange bewohnen will, sollte man die Investitionen so gering wie möglich halten.
Wenn man eine Wohnung längerfristig bewohnen will, lohnen sich vielleicht einige Investitionen. Eine gut erhaltene Eigentumswohnung lässt sich wesentlich besser verkaufen als eine völlig abgewohnte. Eine Mietwohnung, die nicht nur eine kurzfristige Übergangslösung darstellt, sollte man auch in gutem Zustand erhalten, selbst wenn man die Investitionen beim Auszug nicht ersetzt bekommt. Lebensfreude und Lebensqualität über viele Jahre sind Lohn genug.
Einfache Mittel sind auf jeden Fall Farbe und Pinsel, Textilien, Bilder und Blumen. Mit ein wenig Phantasie und Mühe kann man fast alle Bereiche einladender gestalten.
Ein Klappstuhl und ein paar hübsche Blumentöpfe können auch aus einem winzigen Hinterhofbalkon eine kleine grüne Oase machen. Ein paar Töpfe Farbe machen aus einem hässlichen Schrank ein Schmuckkästchen. Und der alte Küche kann man vielleicht mit neuen Beschlägen ein ganz anderes Aussehen verpassen.

4. Schritt:  Langfristige Planung - Projektplanung in mehreren Phasen
Wenn du die Immobilie langfristig nutzen möchtest, ist auch ein langfristiger Plan für die Problembereiche sinnvoll. Wenn Geld, Zeit und Energie nicht für die sofortige Totalsanierung reichen, muss eben ein Stufenplan entwickelt werden.

Ein uraltes, aber noch funktionstüchtiges Bad mit grauenhaften Fliesen. So etwas hatte ich jahrelang...
In einer ersten Phase könnte man das Bad gründlich reinigen, die Wände frisch streichen, die tropfende Armatur austauschen, alle Silikonfugen erneuern, die Fliesenfugen auffrischen und neue Handtücher kaufen. Das kostet nicht allzuviel und das Ergebnis ist erstaunlich.
Phase 2 umfasst dann erst die Generalsanierung des Bades - wenn das Geld vorhanden ist.
Der Vorteil dieser ersten Phase ist, dass du sofort Ergebnisse siehst und das Bad gut funktioniert.

Ein winziger enger Flur ohne Tageslicht
In einer ersten Phase könnte man alles reinigen, die Wände hell streichen und schöne Bilder aufhängen.
Die zweite Phase umfasst dann vielleicht die Erneuerung der Beleuchtung, den Einbau eines Wandschrankes am toten Ende und die Verlegung eines neuen Bodenbelags.

Ein völlig verwilderter Garten
Eine erste Phase wäre, einen Teil des Bewuchses zu roden und die gesunden und schönen Sträucher und Bäume gründlich zurückzuschneiden. Das kostet eigentlich nur Abeitskraft. Danach kann man unter die Sträucher zahlreiche Frühlingsblüher setzten - und der Garten bekommt sofort ein anderes Gesicht
In einer zweiten Phase kann dann Bereich für Bereich geplant und schrittweise umgesetzt werden.

Es muss nicht alles gleich, sofort und heute sein. Die schrittweise Gestaltung unserer Lebensbereiche ist spannend und gerade beim Arbeiten kommen die besten Ideen. Manche Bereiche müssen sich entwickeln und eine erste schnelle finanziell aufwendige Lösung kann sich bald als grundfalsch herausstellen.

Jetzt bist du an der Reihe. Welchen Bereich in deiner Wohnung hast du mit minimalen Mitteln umgestaltet, obwohl er unpraktisch, hässlich oder ungeliebt war? Und was ist daraus geworden?

Ich bin neugierig!

Gruß
Marie

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Projektplanung

Erste Ideen sammeln.
Es ist für den Erfolg eines Projektes ganz besonders wichtig, dass die Planung stimmt. Von Anfang an. Was man dazu braucht?

* ein wenig Grips
* ein Blatt Papier
* ein paar Stifte
* ein paar Informationen

Mehr nicht. Keine Planungssoftware, keine ausgeklügelten Formulare, keine tollen Hilfsmittel. Es ist absolut möglich, ein komplexes Projekt in allen Details auf ein paar Blatt Papier zu skizzieren.

Wenn die Planung dann genauer wird, muss man sicherlich auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen. Dann tut der Computer auch gute Dienste. Aber die prinzipielle Planung, die Ideensammlung, das Herausarbeiten und Lösen von Details und Problempunkten, kann und sollte "zu Fuß" gemacht werden.

Ich kenne viele Architekten und fast alle entwerfen ihre Projekte nach wie vor mit der Hand. Mit dem Bleistift. Am Papier. Weil es sich hier so wunderbar denken lässt. Weil Papier viel geduldiger ist. Weil die prinzipielle Denkarbeit durch das Zeichnen gefördert wird.

Hier ein Beispiel für eine schon ein paar Jahre zurückliegende Planung. Im Jahre 2008 erhielt ich den Auftrag, das Schlafzimmer eines Sommerhauses umzugestalten. Folgende Punkte waren zu berücksichtigen.

* geringes Budget
* das Zimmer wird von verschiedenen Familienmitgliedern benützt
* es sollte möglichst neutral und pflegeleich gestaltet werden
* Stauraum in Kästen und Kommoden
* das Zimmer war ziemlich klein

Hier ist das erste Konzept. Auf einem Blatt A4 legte ich Grundriss und Möblierungsplan fest, überlegte eine erste Gestaltung mit Farben und Textilien und identifizierte ein paar Problempunkte.

Übersicht Projektplanung Seite 1.

Zur besseren Vorstellbarkeit sind kleine perspektivische Handskizzen sehr hilfreich.


Blick in die linke Ecke mit Detailideen wie Farbfeld hinter dem Betthaupt und Zierleiste an der Decke.
Blick in die linke hintere Ecke mit der Schranklösung. Eine einfache Bleistiftzeichnung genügt.

Der Grundriss mit dem ersten Möblierungsvorschlag, maßstäblich gezeichnet.
Es ist schon in dieser Phase sehr wichtig, den Raum exakt zu vermessen und alle Maße genau zu notieren. Auch die erste Skizze muss annähernd maßstäblich sein, sonst verläuft man sich schnell und findet später schlecht das richtige Maß.

Problempunkt Kasten - Nachtkasterln - Bett.
Es ist wichtig, schwierige Punkte genau einzukreisen und eine Lösung zu suchen. In diesem Fall ist die Schranktüre nur bis ca. 60 Grad öffenbar. Die Auftraggeber erklärten sich damit einverstanden, ein Nachtkasterl sei aber unverzichtbar.

Nachtkasterl, Lampe und Bett.
Die Gestaltung der Wände, die Farbgestaltung und vor allem auch Bilder - alles sollte quasi gleichzeitig fertig werden. Nachdem das Schlafzimmer nicht ein persönliches Zimmer von zwei Personen ist, sondern den diversen Kindern und Schwiegerkindern im Sommer als Zimmer dient, sollte es nicht allzu persönlich gestaltet werden. Aber es sollte auch nicht an ein Hotelzimmer erinnern.

Fingerfarbbilder der Enkelkinder.
Also hatte ich die Idee, dass die damals noch sehr kleinen Enkelkinder der Familie mit Fingerfarben auf drei Keilrahmen einfach ihrer Kreativität freien Lauf lassen sollten. Abstrakte Bilder von Familienmitgliedern eben.

Farbkonzept, Materialien und Oberflächen.
Die Farben wurden in Abstimmung mit der Familie festgelegt. Es handelt sich um ein Nordzimmer, allerdings mit einem großen Fenster. Es wurden warme Wandfarben, helle Textilien und dunkle Möbel gewünscht.

Das generelle Farbkonzept. Hier sind die Farben durch den scan leider etwas verfälscht.
Farb- und Stoffmuster.
Aus diversen Katalogen schnitt ich Farb- und Stoffmuster aus und ergänzte das erste Konzept. Wichtig ist, es einfach zu halten.

Weitere Detaillösungen und Überlegungen, diesmal zur Beleuchtung.

Überlegungen zur Beleuchtung.
Die Finanzen waren ebenfalls ein wichtiger Punkt. Für einen ersten Kostenrahmen reicht aber eine kleine überblicksmäßige handschriftliche Liste. Die genaue Projektplanung erstelle ich dann allerdings auch am Computer - und natürlich dann die Kostenverfolgung.

Erste Kostenschätzung der damals bekannte Kosten.
Auch ein ungefährer Zeitplan und Arbeitsplan muss relativ bald erstellt werden. Bei diesem Projekt war ich für alles verantwortlich, auch für die Durchführung. Daher enthält der Plan, wie bei privaten Projekten im eigenen Haus auch, Details wie das Ausräumen des alten Zimmers, die Entsorgung der Möbel, etc. Und auch einen groben Plan der Elektroinstallationen legte ich fest.

Ein grober Arbeitsplan. Für den Anfang genügt das.
Zimmeransicht mit einem Online-Raumgestalter.
Da Ikea damals einen online - Raumgestalter anbot, konnte ich einen Teil des Zimmers ausdrucken und mit eigenen Skizzen ergänzen. Meine Handskizzen oben gefallen mir aber besser. :-)

Fotos des fertigen Zimmers folgen. Es ist wirklich fast genau so geworden. Und bewährt sich seit fünf Jahren.

Auf die Plätze, fertig, los! Welches Projekt in Ihrem Haus wollten Sie immer schon in Angriff nehmen? Schnappen Sie sich einen Zettel, einen Bleistift, ein Maßband und ein paar Buntstifte und zeichnen Sie los. Jeder kann zeichnen!

Wer möchte mir so ein Projekt schicken? Skizzen und Vorher - Nachher Fotos? Ich würde gerne darüber berichten.

vontagzutag. mariesblog (at) gmail. com (Leerzeichen entfernen und Klammeraffen einfügen).

Gruß
Marie

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