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Dienstag, 13. September 2016

Speisekammer - kleine Räume mit großer Wirkung

Ich bin in der glücklichen Lage fast neben der Küche eine winzigkleine Speisekammer zu haben. Mehr einen kleinen Raum unter der Treppe, der aber dunkel, gut gelüftet und gleichmäßig temperiert ist. Eine absolute Notwendigkeit, da unser kleines Cottage keinen Keller hat. Irgendwo muss man ja seine Sachen deponieren.



Als wir unser Häuschen übernahmen, sah die Speis so aus. Oh mein Gott!




Dann stellte sich heraus, dass die darüberliegende Treppe im Ansatz leider völlig durchgemorscht war, also sah es so aus.




Dann fiel noch die Seitenwand um. Normal bei Baustellen in alter Bausubstanz, aber lustig war es nicht, ehrlich nicht. Ich war so geschockt, dass ich nicht einmal ein Foto machte. Die Baufirma stellte die Wand auch blitzschnell wieder neu auf, weil ja der Termin für die neue Stiege schon fixiert war - hach, wer kennt das nicht, eine Überraschung nach der anderen beim Bauen. Spannend, niemals langweilig und furchtbar teuer.

Bevor wir dann einzogen, malten wir die Speis weiß aus, montierten provisorisch ein paar Regale und fertig. So blieb die kleine Kammer nun fast zwei Jahre. Ein praktisches aber bisher nicht wirklich durchdachtes und vor allem ziemlich grobes Provisorium.




Vor einer Woche machten wir uns daran, dem Raum ein neues Gesicht zu geben. Zunächst wurde alles, wirklich alles ausgeräumt und der Fliesenboden, der leider in Kontakt mit einem (teuren!) Rotwein kam, ordentlich gereinigt. Katze Lilith sei Dank, wir wischen den Barolo vom Boden auf statt ihn zu trinken.

Auch ein Grund, um Vorräte etc. besser zu verstauen und sicher zu verwahren. Unsere Tiere sind einfach überall und wenn Hund Katze jagt, geht schon einmal etwas zu Bruch.




Weil normale Dispersion oder Innenraumfarbe im täglichen Gebrauch (vor allem in engen Räumen und Durchgängen) sehr schnell unansehnlich wird, entschieden wir uns für eine abwaschbare Latexfarbe. Zunächst war ich skeptisch, zu sehr erinnerte mich die Farbe an gatschgrüne ekelige abwaschbare Turnsaalgarderoben meiner Schulzeit. Heutige Latexfarbe hat aber mit der ursprünglichen Ölfarbe wirklich gar nichts mehr gemein. Sie ist farbenfroh, leicht zu verarbeiten und in verschiedenen Oberflächen zu erhalten. Im seidenmatten Finish ist sie von Innenraumdispersion kaum zu unterscheiden, aber sehr gut zu reinigen.




Wir kombinierten weiße Latexfarbe mit einem Rest roter, die uns von Küche und Kamin übrig geblieben war. Dazu weiße Regalschienen und weiße Sesselleisten. Ich liebe diese klassischen Sesselleisten im AltWienStil. Wenn man die rohen Leisten kauft und selbst lackiert, sind sie kaum teurer als einfache Sesselleisten, dafür Vollholz und hundertmal schöner. Kleiner Luxus auch in der Speis.




Die Regale bleiben aus hellem Naturholz und sind nur klar lackiert. Unbehandelte Bretter haben sich absolut nicht bewährt, sie sind nicht reinigbar und für eine Speis ungeeignet.




So sieht die Speis also derzeit aus. Fliesenboden wieder ordentlich sauber und alle Fugen frisch versiegelt. Rückwand rot, der Rest der Wände weiß. Sockelleisten weiß, Regalschienen weiß, ein einfache Lampe, die aber gutes Licht gibt.




Betreffend Funktionen und Aufbewahrungslösungen überlege ich schon seit einigen Wochen, was wir brauchen und wie wir das umsetzen. Dazu mehr, wenn alles eingeräumt ist.

Die Türe fehlt auch noch. Zunächst wollten wir eine einfach Schiebetüre montieren, sind von der Idee aber wieder abgekommen. Da der Eingang extrem schmal ist und zusätzlich noch etliche haustechnische Nischen Beachtung finden müssen, werden wir ein leichte Lamellendrehtüre selbst bauen. Pläne gibt es schon, die Ausführung lässt noch auf sich warten, DIY dauert seine Zeit. Dafür bekomme ich genau die Lösungen, die ich will.

Fortsetzung folgt jedenfalls.

Und ihr? Wer renoviert, malt, verschönert oder dekoriert sein Haus? Wer hat noch Ideen, Projekte oder Tipps? Bitte gleich hier verlinken.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Linkparty #11 Von Tag zu Tag ist noch offen. Mach mit und zeig uns deine Projekte. Ich freue mich! 









Mittwoch, 9. Juli 2014

Das Traumhaus - oder die Traumküche - oder die Traumwohnung - oder ...

Wir alle träumen manchmal vom idealen Leben mit der idealen Familie im idealen Haus in das wir nach dem idealen Arbeitstag im idealen Job nach Hause kommen. Die Realität sieht oft anders aus: die Kinder sind quengelig, der Ehemann müde, das Haus ein Chaos und Kunden und Chef ein Albtraum.

Das Leben ist selten in allen Bereichen ideal - aber das sollte uns nie, wirklich niemals, davon abhalten, das Beste aus jedem Tag zu machen. Egal wie unsere Situation aussehen mag.

Das beste Beispiel dafür ist unsere Wohnung oder unser Haus. Einige wenige wohnen wirklich in ihrem Traumhaus, die meisten von uns müssen sich in irgendeinem Bereich mit Kompromissen zufrieden geben. Und zwar ein Leben lang. Nun kann man resignieren, vom Traumhaus träumen, unrealistische Pläne für die Zukunft machen, dem idealen Haus hinterherlaufen - oder man fängt an, das Beste aus der derzeitigen Wohnsituation zu machen.

Und wie macht man das???

Hier sind meine Ideen und Erfahrungen mit ungeliebten und unpraktischen Wohnbereichen, die sich mit etwas Phantasie und gutem Willen oft in zumindest brauchbare, wenn nicht sogar originelle oder schöne Bereiche verwandeln lassen.

1. Schritt: ausräumen und putzen
Ein ungeliebter Bereich wird gerne vernachlässigt und damit noch hässlicher und unbrauchbarer. Der erste Schritt muss also sein, den Bereich auszuräumen, zu entrümpeln und gründlich zu reinigen. Nimm dir Zeit, sortiere alles aus, was sich so angesammelt hat. Danach putze den Bereich von oben bis unten, in jede Ecke und in jede Ritze.
Egal, ob es sich um einen hässlichen Schrank, einen winzigen Balkon (obwohl man doch so gerne einen Garten hätte) oder um eine uralte Küche (obwohl man von der Lanhausküche träumt) handelt, mach das Ding richtig sauber. 

2. Schritt: notwendige Reparaturen sofort ausführen
Beim Putzen wird dir auffallen, dass einiges nicht richtig funktioniert. Scharniere, die nicht richtig schließen, Farbe die abblättert, gebrochene Fliesen, etc. Mach eine Liste und überlege, wie man diese Dinge kostengünstig reparieren kann. Ein Kastenscharnier ist schnell getauscht und kostet weniger als 10 Euro. Gebrochene Fliesen kann man mit Reparaturspachtelmasse zumindest oberflächlich sanieren, auch das kostet nicht die Welt.
Selbst mit geringstem Budget ist es möglich, den Bereich funktionell zu erhalten. Es kostet nur ein wenig Mühe.

3. Schritt: was kann ich mit einfachen Mitteln verändern?
Wenn der Bereich gereinigt und repariert ist, geht es an die Veränderung. Hier ist folgende Frage wichtig: wieviel Geld und Zeit kannst und willst du investieren. Bei einer Mietwohnung, die man nicht lange bewohnen will, sollte man die Investitionen so gering wie möglich halten.
Wenn man eine Wohnung längerfristig bewohnen will, lohnen sich vielleicht einige Investitionen. Eine gut erhaltene Eigentumswohnung lässt sich wesentlich besser verkaufen als eine völlig abgewohnte. Eine Mietwohnung, die nicht nur eine kurzfristige Übergangslösung darstellt, sollte man auch in gutem Zustand erhalten, selbst wenn man die Investitionen beim Auszug nicht ersetzt bekommt. Lebensfreude und Lebensqualität über viele Jahre sind Lohn genug.
Einfache Mittel sind auf jeden Fall Farbe und Pinsel, Textilien, Bilder und Blumen. Mit ein wenig Phantasie und Mühe kann man fast alle Bereiche einladender gestalten.
Ein Klappstuhl und ein paar hübsche Blumentöpfe können auch aus einem winzigen Hinterhofbalkon eine kleine grüne Oase machen. Ein paar Töpfe Farbe machen aus einem hässlichen Schrank ein Schmuckkästchen. Und der alte Küche kann man vielleicht mit neuen Beschlägen ein ganz anderes Aussehen verpassen.

4. Schritt:  Langfristige Planung - Projektplanung in mehreren Phasen
Wenn du die Immobilie langfristig nutzen möchtest, ist auch ein langfristiger Plan für die Problembereiche sinnvoll. Wenn Geld, Zeit und Energie nicht für die sofortige Totalsanierung reichen, muss eben ein Stufenplan entwickelt werden.

Ein uraltes, aber noch funktionstüchtiges Bad mit grauenhaften Fliesen. So etwas hatte ich jahrelang...
In einer ersten Phase könnte man das Bad gründlich reinigen, die Wände frisch streichen, die tropfende Armatur austauschen, alle Silikonfugen erneuern, die Fliesenfugen auffrischen und neue Handtücher kaufen. Das kostet nicht allzuviel und das Ergebnis ist erstaunlich.
Phase 2 umfasst dann erst die Generalsanierung des Bades - wenn das Geld vorhanden ist.
Der Vorteil dieser ersten Phase ist, dass du sofort Ergebnisse siehst und das Bad gut funktioniert.

Ein winziger enger Flur ohne Tageslicht
In einer ersten Phase könnte man alles reinigen, die Wände hell streichen und schöne Bilder aufhängen.
Die zweite Phase umfasst dann vielleicht die Erneuerung der Beleuchtung, den Einbau eines Wandschrankes am toten Ende und die Verlegung eines neuen Bodenbelags.

Ein völlig verwilderter Garten
Eine erste Phase wäre, einen Teil des Bewuchses zu roden und die gesunden und schönen Sträucher und Bäume gründlich zurückzuschneiden. Das kostet eigentlich nur Abeitskraft. Danach kann man unter die Sträucher zahlreiche Frühlingsblüher setzten - und der Garten bekommt sofort ein anderes Gesicht
In einer zweiten Phase kann dann Bereich für Bereich geplant und schrittweise umgesetzt werden.

Es muss nicht alles gleich, sofort und heute sein. Die schrittweise Gestaltung unserer Lebensbereiche ist spannend und gerade beim Arbeiten kommen die besten Ideen. Manche Bereiche müssen sich entwickeln und eine erste schnelle finanziell aufwendige Lösung kann sich bald als grundfalsch herausstellen.

Jetzt bist du an der Reihe. Welchen Bereich in deiner Wohnung hast du mit minimalen Mitteln umgestaltet, obwohl er unpraktisch, hässlich oder ungeliebt war? Und was ist daraus geworden?

Ich bin neugierig!

Gruß
Marie

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Projektplanung

Erste Ideen sammeln.
Es ist für den Erfolg eines Projektes ganz besonders wichtig, dass die Planung stimmt. Von Anfang an. Was man dazu braucht?

* ein wenig Grips
* ein Blatt Papier
* ein paar Stifte
* ein paar Informationen

Mehr nicht. Keine Planungssoftware, keine ausgeklügelten Formulare, keine tollen Hilfsmittel. Es ist absolut möglich, ein komplexes Projekt in allen Details auf ein paar Blatt Papier zu skizzieren.

Wenn die Planung dann genauer wird, muss man sicherlich auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen. Dann tut der Computer auch gute Dienste. Aber die prinzipielle Planung, die Ideensammlung, das Herausarbeiten und Lösen von Details und Problempunkten, kann und sollte "zu Fuß" gemacht werden.

Ich kenne viele Architekten und fast alle entwerfen ihre Projekte nach wie vor mit der Hand. Mit dem Bleistift. Am Papier. Weil es sich hier so wunderbar denken lässt. Weil Papier viel geduldiger ist. Weil die prinzipielle Denkarbeit durch das Zeichnen gefördert wird.

Hier ein Beispiel für eine schon ein paar Jahre zurückliegende Planung. Im Jahre 2008 erhielt ich den Auftrag, das Schlafzimmer eines Sommerhauses umzugestalten. Folgende Punkte waren zu berücksichtigen.

* geringes Budget
* das Zimmer wird von verschiedenen Familienmitgliedern benützt
* es sollte möglichst neutral und pflegeleich gestaltet werden
* Stauraum in Kästen und Kommoden
* das Zimmer war ziemlich klein

Hier ist das erste Konzept. Auf einem Blatt A4 legte ich Grundriss und Möblierungsplan fest, überlegte eine erste Gestaltung mit Farben und Textilien und identifizierte ein paar Problempunkte.

Übersicht Projektplanung Seite 1.

Zur besseren Vorstellbarkeit sind kleine perspektivische Handskizzen sehr hilfreich.


Blick in die linke Ecke mit Detailideen wie Farbfeld hinter dem Betthaupt und Zierleiste an der Decke.
Blick in die linke hintere Ecke mit der Schranklösung. Eine einfache Bleistiftzeichnung genügt.

Der Grundriss mit dem ersten Möblierungsvorschlag, maßstäblich gezeichnet.
Es ist schon in dieser Phase sehr wichtig, den Raum exakt zu vermessen und alle Maße genau zu notieren. Auch die erste Skizze muss annähernd maßstäblich sein, sonst verläuft man sich schnell und findet später schlecht das richtige Maß.

Problempunkt Kasten - Nachtkasterln - Bett.
Es ist wichtig, schwierige Punkte genau einzukreisen und eine Lösung zu suchen. In diesem Fall ist die Schranktüre nur bis ca. 60 Grad öffenbar. Die Auftraggeber erklärten sich damit einverstanden, ein Nachtkasterl sei aber unverzichtbar.

Nachtkasterl, Lampe und Bett.
Die Gestaltung der Wände, die Farbgestaltung und vor allem auch Bilder - alles sollte quasi gleichzeitig fertig werden. Nachdem das Schlafzimmer nicht ein persönliches Zimmer von zwei Personen ist, sondern den diversen Kindern und Schwiegerkindern im Sommer als Zimmer dient, sollte es nicht allzu persönlich gestaltet werden. Aber es sollte auch nicht an ein Hotelzimmer erinnern.

Fingerfarbbilder der Enkelkinder.
Also hatte ich die Idee, dass die damals noch sehr kleinen Enkelkinder der Familie mit Fingerfarben auf drei Keilrahmen einfach ihrer Kreativität freien Lauf lassen sollten. Abstrakte Bilder von Familienmitgliedern eben.

Farbkonzept, Materialien und Oberflächen.
Die Farben wurden in Abstimmung mit der Familie festgelegt. Es handelt sich um ein Nordzimmer, allerdings mit einem großen Fenster. Es wurden warme Wandfarben, helle Textilien und dunkle Möbel gewünscht.

Das generelle Farbkonzept. Hier sind die Farben durch den scan leider etwas verfälscht.
Farb- und Stoffmuster.
Aus diversen Katalogen schnitt ich Farb- und Stoffmuster aus und ergänzte das erste Konzept. Wichtig ist, es einfach zu halten.

Weitere Detaillösungen und Überlegungen, diesmal zur Beleuchtung.

Überlegungen zur Beleuchtung.
Die Finanzen waren ebenfalls ein wichtiger Punkt. Für einen ersten Kostenrahmen reicht aber eine kleine überblicksmäßige handschriftliche Liste. Die genaue Projektplanung erstelle ich dann allerdings auch am Computer - und natürlich dann die Kostenverfolgung.

Erste Kostenschätzung der damals bekannte Kosten.
Auch ein ungefährer Zeitplan und Arbeitsplan muss relativ bald erstellt werden. Bei diesem Projekt war ich für alles verantwortlich, auch für die Durchführung. Daher enthält der Plan, wie bei privaten Projekten im eigenen Haus auch, Details wie das Ausräumen des alten Zimmers, die Entsorgung der Möbel, etc. Und auch einen groben Plan der Elektroinstallationen legte ich fest.

Ein grober Arbeitsplan. Für den Anfang genügt das.
Zimmeransicht mit einem Online-Raumgestalter.
Da Ikea damals einen online - Raumgestalter anbot, konnte ich einen Teil des Zimmers ausdrucken und mit eigenen Skizzen ergänzen. Meine Handskizzen oben gefallen mir aber besser. :-)

Fotos des fertigen Zimmers folgen. Es ist wirklich fast genau so geworden. Und bewährt sich seit fünf Jahren.

Auf die Plätze, fertig, los! Welches Projekt in Ihrem Haus wollten Sie immer schon in Angriff nehmen? Schnappen Sie sich einen Zettel, einen Bleistift, ein Maßband und ein paar Buntstifte und zeichnen Sie los. Jeder kann zeichnen!

Wer möchte mir so ein Projekt schicken? Skizzen und Vorher - Nachher Fotos? Ich würde gerne darüber berichten.

vontagzutag. mariesblog (at) gmail. com (Leerzeichen entfernen und Klammeraffen einfügen).

Gruß
Marie

Besuchen Sie mich auf Facebook.

Ich mach mit: blick7

Montag, 25. November 2013

Renovieren oder nicht renovieren? Das Dilemma mit gemieteten Wohnungen...

Seit einiger Zeit haben wir ein eigenes Haus - unser erstes - das wir derzeit in liebevoller Kleinarbeit renovieren. Davor haben wir viele Jahre in Mietwohnungen verbracht, in drei verschiedenen, um genau zu sein.

Unsere erste Wohnung war halb Studentenwohnung, halb WG, in einem alten Haus aus der Gründerzeit. Die Wohnung war zwar frisch renoviert, hatte also neue Leitungen, eine moderne Heizung und neue Fenster, ansonsten war es aber eine typische Wohnung aus der Zeit der Jahrhundertwende, mit hohen Räumen, Füllungstüren und einem sehr kreativen Grundriss.

In dieser ersten Wohnung haben wir kaum etwas selbst gestaltet - aus Zeit- und Geldgründen. Als Studenten hatten wir keinen finanziellen Spielraum und - da wir unser Studium abschließen wollten - auch wenig Zeit. Unsrer Möbel bekamen wir großteils geschenkt, es war ein kunterbuntes Durcheinander mit viel Charme. Das teuerste Stück war die Küche, eine kleine Küchenzeile für die winzige Gangküche um immerhin umgerechnet 1500 Euro. Dafür mussten wir schon ordentlich sparen.

Unsere zweite Wohnung war nur eine schnelle Übergangslösung. Eine kleine Wohnung aus den 1960-er Jahren, in der davor eine sehr alte Dame gewohnt hatte. Mit viel Enthusiasmus, ebenfalls noch wenig Budget und ein paar guten Ideen renovierten wir die Wohnung in ein paar Wochen, um sie für uns bewohnbar zu machen. Wir ließen in der Küche ein paar zusätzliche Steckdosen stemmen, weil dort nur zwei Stück vorhanden waren. Außerdem rissen wir das alte Linoleum in Bad, Küche, WC und Vorraum heraus und verlegten neue Fliesen. Die Wände und die Türen wurden frisch gestrichen, das vorhandene Parkett in Wohnzimmer und Schlafzimmer gründlich gereinigt. Fertig. Für etwas über ein Jahr eine durchaus praktikable Lösung.

Unsere dritte Wohnung war unser erstes richtiges Familiennest. Eine große Wohnung aus den 1970-er Jahren mit riesigen Fensterflächen und einer schönen großen Terrasse mitten im Grünen. Einziges Problem: alles war dunkelbraun. Sehr stylish, der totale 70-er Jahre Look, nur leider ziemlich abgewohnt. Und ich muss zugeben: ich persönlich mag den 70-er Jahre Stil nicht. Angesichts unserer Situation - ein Säugling beim Einzug, knapp danach die nächste Schwangerschaft und der nächste Säugling, hatten wir wenig Möglichkeiten zur Renovierung. Es musste vorerst reichen die Wände zu streichen und die Böden, die völlig desolat waren, zu ersetzen.

Da uns klar war, dass auch diese Wohnung NICHT die endgültige Lösung ist, wollten wir nicht allzuviel Geld investieren.

Und hier beginnt genau das Dilemma der Mietwohnungen und des DIY. Was zahlt sich aus? Wieviel Geld soll man investieren? Und auf der anderen Seite: kann ich mehrere Jahre mit diesen schrecklichen Fliesen / Fenstern / Tapeten / Böden / etc. leben?

Unser Bad war der schlimmste Alptraum: dunkelbraune Badkeramik, braun - beige Fliesen bis unter die Decke, die wie im Gefängnis wirkten. Allerdings alles in halbwegs gutem Zustand und leicht zu reinigen. Einige Zeit sahen wir uns täglich diesen Alptraum an, dann war es einfach zu viel. Wir konnten dieses Bad nicht einen Tag länger ertragen.

Da neu verfliesen viel zu teuer gewesen wäre und sich die bestehenden Fliesen auch von den 6 cm Gipsdielenwänden nicht hätten abschlagen lassen, mussten wir nach einer Alternative suchen. Eine Fliesenbeschichtung war die Lösung. Gemeinsam mit einem neuen Kasten und einer Duschwand war eine relativ kostengünstige Lösung gefunden. Das Bad war auch danach nicht optimal - aber um vieles besser.

Die Küche - eine teure Markenküche - stammte ebenfalls aus den 1970er Jahren. Leider war sie total in Ordnung, kein Scharnier, das klemmte, keine Lade, die nicht funktionierte. Eine Küchenrenovierung, die wir immer wieder ins Auge fassten, war uns dann doch zu teuer. Das war eine gute Entscheidung, denn mit der Küche konnten wir de facto recht gut leben - und haben viel Geld gespart.

Was ich bereue: dass ich die fürchterlichen braunen Türen und Fenster nicht weiß gestrichen habe. Unsere Wohnung, so leicht und luftig und hell wir sie auch gestaltet haben, wirkte immer ein wenig düster - trotz der riesigen Fensterflächen. Hier hätte ich einfach einmal die Initiative ergreifen müssen.

Fazit: mit ein wenig Fantasie und Farbe lässt sich auch eine Mietwohnung sehr gut und kostengünstig den eigenen Bedürfnissen anpassen. Wenn man die Wohnung allerdings nicht als Dauerlösung sieht und nur über ein begrenztes Budget verfügt, sollte man wirklich große Investitionen, wie beispielsweise ein komplett neues Bad oder eine neue Küche, gut überlegen. Denn die Kosten, die man einem Nachmieter eventuell verrechnen kann, betragen meist nur einen Bruchteil der Anschaffungskosten.

Wichtig ist, dass man selbst herausfindet, womit man gut leben kann oder was täglich Energie kostet, weil man es nach einiger Zeit "nicht mehr sehen kann".

Man sollte sich aber im Klaren sein, dass sämtliche Investitionen, die man in einer Mietwohnung tätigt, de facto beim Auszug zu einem großen Teil verloren sind. Weiters ist es wichtig, sich vorher beim Vermieter zu erkundigen, welche Renovierungmaßnahmen überhaupt zulässig sind - und sich die Erlaubnis beispielsweise für neue Böden, neue Fliesen, etc. schriftlich geben zu lassen. Sonst können - je nach Bedingungen im Mietvertrag - sogar Kosten auf den scheidenden Mieter zukommen, weil er die Veränderungen wieder rückgängig machen muss.

Tipps und Tricks für Mietwohnungen findest du hier.

Gruß
Marie







Donnerstag, 24. Oktober 2013

Lackieren und Streichen

Wer gerne bastelt, renoviert oder die Wohnung umgestaltet, kommt um Farbe nicht herum. Farbe ist die einfachste, schnellste und kostengünstigste Methode, um einem Raum, einem Möbelstück oder einem Aussenbereich ein völlig neues Gesicht zu geben.

Meine Tipps, damit es klappt.

Generell: es zahlt sich immer aus, ein gutes Produkt zu wählen. Billigangebote machen wenig Freude, mehr Arbeit und das Ergebnis ist oft minderwertig.

Es ist wichtig, für die entsprechende Aufgabe das richtige Material zu wählen. Für Lackierarbeiten im Innenbereich beispielsweise nehme ich ausschließlich wasserverdünnbare Acryllacke, die möglichst emmissionsarm sind. Schließlich will ich dort ja leben, wohnen, schlafen. Gute Acryllacke lassen sich fast ebenso leicht verarbeiten wie Kunstharzlacke und das Reinigen von Pinseln und Malgeräten ist viel einfacher.

Im Aussenbereich, vor allem in bewitterten Bereichen, habe ich allerdings mit Acryllacken keine guten Erfahrungen gemacht. Unabhängig von den Beteuerungen der Hersteller sind sie einfach nicht so haltbar und farbbeständig wie Lacke auf Kunstharzbasis. Das ist meine ganz persönliche Meinung, aber ich verwende im Aussenbereich unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften nur mehr Kunstharzfarben.

Lassen Sie sich nicht von den Versprechen der Hersteller ködern, dass ein oder zwei Anstriche ausreichen. Das mag im Idealfall unter Top-Bedingungen der Fall sein - im normalen DIY - Malerleben muss man für ein schönes Lackierergebnis mit drei bis vier Anstrichen rechnen. Punkt! Am Besten, man stellt sich gleich von Anfang an darauf ein.

Bei guten Wandfarben und einem perfekten Untergrund, sind 2 Anstriche meist ausreichend. Bei dunklen Wandfarben ist es unbedingt erforderlich, den Untergrund zuerst weiß zu streichen. Sonst kommen Farbunterschiede, Flecken, etc. immer wieder "durch".

Bei Wänden rate ich generell: Wände zuerst perfekt ausbessern, spachteln, schleifen. Bei Bedarf Haftgrund aufbringen. Dann einmal dünn weiß streichen. Nach diesem ersten Anstrich sieht man sofort, wo noch nachgebessert werden muss. Also eventuell nochmals kleine Fehlstellen spachteln bzw. Flecken mit Fleckenblocker behandeln. Ausgebesserte Stellen leicht zwischenschleifen. Nochmals weiß streichen. Dann sollte der Untergrund perfekt sein - und dem Endanstrich steht nichts mehr im Wege.

Wichtig beim Lackieren, egal ob mit Pinsel, Walze oder Spray: dünne (!) Schichten auftragen und dazwischen immer wieder schleifen - dann wird das Ergebnis perfekt und dauerhaft haltbar.

Wovon ich nur abraten kann: die diversen elektrischen Malerpistolen. Sie funktionieren einfach nicht - zumindest nicht diejenigen, die im Baumarkt angeboten werden. Ich habe mich auch von den Versprechungen und Videos blenden lassen. Leider.
Wirklich teure Profigeräte - und ich rede hier nicht von Geräten um 150 Euro - mögen im Profibereich ihre Berechtigung haben. Für uns Heimwerker gilt: gute Pinsel, gute Schaumstoffrollen zum Lackieren, gute Malerrollen zum Streichen. Damit bekommen wir ein perfektes Ergebnis.

Auf zum fröhlichen Lackieren und Streichen
Marie