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Dienstag, 13. September 2016

Speisekammer - kleine Räume mit großer Wirkung

Ich bin in der glücklichen Lage fast neben der Küche eine winzigkleine Speisekammer zu haben. Mehr einen kleinen Raum unter der Treppe, der aber dunkel, gut gelüftet und gleichmäßig temperiert ist. Eine absolute Notwendigkeit, da unser kleines Cottage keinen Keller hat. Irgendwo muss man ja seine Sachen deponieren.



Als wir unser Häuschen übernahmen, sah die Speis so aus. Oh mein Gott!




Dann stellte sich heraus, dass die darüberliegende Treppe im Ansatz leider völlig durchgemorscht war, also sah es so aus.




Dann fiel noch die Seitenwand um. Normal bei Baustellen in alter Bausubstanz, aber lustig war es nicht, ehrlich nicht. Ich war so geschockt, dass ich nicht einmal ein Foto machte. Die Baufirma stellte die Wand auch blitzschnell wieder neu auf, weil ja der Termin für die neue Stiege schon fixiert war - hach, wer kennt das nicht, eine Überraschung nach der anderen beim Bauen. Spannend, niemals langweilig und furchtbar teuer.

Bevor wir dann einzogen, malten wir die Speis weiß aus, montierten provisorisch ein paar Regale und fertig. So blieb die kleine Kammer nun fast zwei Jahre. Ein praktisches aber bisher nicht wirklich durchdachtes und vor allem ziemlich grobes Provisorium.




Vor einer Woche machten wir uns daran, dem Raum ein neues Gesicht zu geben. Zunächst wurde alles, wirklich alles ausgeräumt und der Fliesenboden, der leider in Kontakt mit einem (teuren!) Rotwein kam, ordentlich gereinigt. Katze Lilith sei Dank, wir wischen den Barolo vom Boden auf statt ihn zu trinken.

Auch ein Grund, um Vorräte etc. besser zu verstauen und sicher zu verwahren. Unsere Tiere sind einfach überall und wenn Hund Katze jagt, geht schon einmal etwas zu Bruch.




Weil normale Dispersion oder Innenraumfarbe im täglichen Gebrauch (vor allem in engen Räumen und Durchgängen) sehr schnell unansehnlich wird, entschieden wir uns für eine abwaschbare Latexfarbe. Zunächst war ich skeptisch, zu sehr erinnerte mich die Farbe an gatschgrüne ekelige abwaschbare Turnsaalgarderoben meiner Schulzeit. Heutige Latexfarbe hat aber mit der ursprünglichen Ölfarbe wirklich gar nichts mehr gemein. Sie ist farbenfroh, leicht zu verarbeiten und in verschiedenen Oberflächen zu erhalten. Im seidenmatten Finish ist sie von Innenraumdispersion kaum zu unterscheiden, aber sehr gut zu reinigen.




Wir kombinierten weiße Latexfarbe mit einem Rest roter, die uns von Küche und Kamin übrig geblieben war. Dazu weiße Regalschienen und weiße Sesselleisten. Ich liebe diese klassischen Sesselleisten im AltWienStil. Wenn man die rohen Leisten kauft und selbst lackiert, sind sie kaum teurer als einfache Sesselleisten, dafür Vollholz und hundertmal schöner. Kleiner Luxus auch in der Speis.




Die Regale bleiben aus hellem Naturholz und sind nur klar lackiert. Unbehandelte Bretter haben sich absolut nicht bewährt, sie sind nicht reinigbar und für eine Speis ungeeignet.




So sieht die Speis also derzeit aus. Fliesenboden wieder ordentlich sauber und alle Fugen frisch versiegelt. Rückwand rot, der Rest der Wände weiß. Sockelleisten weiß, Regalschienen weiß, ein einfache Lampe, die aber gutes Licht gibt.




Betreffend Funktionen und Aufbewahrungslösungen überlege ich schon seit einigen Wochen, was wir brauchen und wie wir das umsetzen. Dazu mehr, wenn alles eingeräumt ist.

Die Türe fehlt auch noch. Zunächst wollten wir eine einfach Schiebetüre montieren, sind von der Idee aber wieder abgekommen. Da der Eingang extrem schmal ist und zusätzlich noch etliche haustechnische Nischen Beachtung finden müssen, werden wir ein leichte Lamellendrehtüre selbst bauen. Pläne gibt es schon, die Ausführung lässt noch auf sich warten, DIY dauert seine Zeit. Dafür bekomme ich genau die Lösungen, die ich will.

Fortsetzung folgt jedenfalls.

Und ihr? Wer renoviert, malt, verschönert oder dekoriert sein Haus? Wer hat noch Ideen, Projekte oder Tipps? Bitte gleich hier verlinken.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Linkparty #11 Von Tag zu Tag ist noch offen. Mach mit und zeig uns deine Projekte. Ich freue mich! 









Donnerstag, 11. Juni 2015

Holunderblüten

Wer den Geschmack von Holunderblüten mag, ist hier an der richtigen Adresse. Zugegeben, sie schmecken intensiv und sind nicht jedermanns Sache. Liebhaber hingegen kommen hier auf ihre Kosten.

Dieses Jahr blühte der Holunder besonders schön und meine Männer brachten mir einen ganzen Korb voll mit herrlichsten Blüten. Also habe ich in den Tiefen meiner Rezepte und Kochbücher nach Ideen gesucht.

Herausgekommen sind drei Holunderspezialitäten.




Holunderblütensirup - der Klassiker

Meine Kinder lieben den frischen, fruchtigen Sirup und so entstanden ein paar Flaschen davon.

Zutaten für ca. 4 Flaschen à 750 ml

Ca. 15 große Holunderblüten
Saft von 2 Zitronen und 2 Zitronen in Scheiben geschnitten
1 TL Zitronensäure
1 kg Zucker (wer es süßer mag: 2 kg Zucker beimengen)
2,5 l Wasser

Holunderblüten gut waschen, mit allen Zutaten vermischen und ca 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen. Danach filtern (am besten durch ein feines Leinentuch) und ganz kurz aufkochen. Ich weiß, das Aufkochen wird in manchen Kochbüchern nicht empfohlen, es verändert den Geschmack auch ein wenig. Aber in den letzten Jahren wurden mir - trotz absoluter Sauberkeit - immer wieder einzelne Flaschen schimmelig. Seit ich den Saft kurz aufkoche (wirklich nur eine Minute), passiert das nicht mehr.

Den heißen Sirup in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.

Der Saft wird im Verhältnis 1:6 mit Wasser oder Mineralwasser (oder Apfelsaft) aufgespritzt, schmeckt fruchtig und frisch und ist nur wenig süß. Tolle Variante: mit Sekt oder Prosecco mischen, als "Hugo" überall bekannt und beliebt.


Der Saft hält kühl und dunkel gelagert ein paar Wochen. Länger bewahre ich ihn nicht auf, um ihn dauerhaft haltbar zu machen, müsste man wesentlich größere Mengen an Zitronensäure und Zucker zusetzen. Dafür sind mir die Zähne meiner Kinder aber zu schade, ehrlich. Ganz ohne Zitronensäure geht es auch nur dann, wenn der Saft binnen Tagen verbraucht wird und bis dahin im Kühlschrank lagert.


Holunderblütenhonig - ein völlig neuer uralter Tipp




Irgendwo in meinem Hinterkopf war noch die Idee des eingekochten Honigs da, vage Erinnerungen aus meiner Kindheit. In einem uralten Kochbuch wurde ich fündig. Übrigen Holunderblütensirup aus der Saftherstellung kann man solange Einkochen, bis die Konsistenz honigartig wird.

Na, das wollte ich einmal ausprobieren, wie gesagt, dieses Jahr hatte ich sehr viele Blüten. Also kochte ich rund 3 Liter Saft auf 4 kleine Gläser ein. Es dauerte ziemlich lange, der Sirup köchelte mehrere Stunden auf kleiner Flamme vor sich hin, wurde ständig dunkler, sämiger und weniger.

In gut gespülte kleine Gläser abgefüllt wird er wohl eine Weile halten.

Der Geschmack: ungewöhnlich, aber sehr gut. Wirklich honigartig, mit einem zitronig - hollerigen Akzent. Toll beispielsweise zu Naturjoghurt oder aufs Honigbrot. Ob er gut hält, den Geschmack verändert, etc., weiß ich noch nicht, auch die Herstellung war eher langwierig. Aber einen Versuch war es wert.


Holunderblüten - Gelee mit Blüten




Hier habe ich Anleihe an einem Rezept für Rosenblütengelee genommen. Fruchtiger Weißwein und Apfelsaft werden zu gleichen Teilen mit Gelierzucker 3:1 eingekocht, etwas Holunderblütensirup dazu und nochmals kuirz aufkochen. In der letzten Minute Holunderblüten dazugeben und kurz aufwallen lassen. Sofort heiß abfüllen, Gläser verschließen und kopfüber auskühlen lassen, damit sich die Blüten besser verteilen.

Das Gelee ist ein großer Hit bei meiner Familie, sonntags auf die Buttersemmel, in einem süßen Apfelschmarrn oder pur zu Joghurt oder Eis.

Mein Vorratsschrank füllt sich wieder, auch das Trocknen der Kräuter hat bereits begonnen. Von den frischen Gartengenüssen ganz zu schweigen. Sommer ahoi!

Mit liebem Gruß

Einen wunderschönen Frühsommertag wünscht

Marie

Jetzt gibt es wieder tolle Linkpartys mit vielen guten Ideen. Komm mit! Ich mach mit!