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Weiche, saubere Wäsche - und wenig Bügelarbeit

Seit ich ein Kind bin, vertrage ich keine Weichspüler. Obwohl ich an keinerlei Hautkrankheiten leide, wird meine Haut rot und juckt - und binnen kurzer Zeit entwickelt sich ein Kontaktekzem. Bei meinem Vater ist es ähnlich und auch mein kleiner Sohn hat die empfindliche Haut geerbt.

Nun, so wir mir geht es vielen, und trotzdem möchte ich, dass meine Wäsche angenehm weich ist und gut duftet.


Mein "Weichspüler".


Ein weiterer Punkt ist, dass ich aus Prinzip keinen Trockner habe. Ich halte es für Stromverschwendung und war bisher auch immer in der glücklichen Lage, dass ich meine Wäsche irgendwo im Freien trocknen konnte. In winzigen Wohnungen ohne Balkon oder in innerstädtischen Lagen mag ein Trockner unbedingt notwendig sein, ich brauche jedoch keinen.

Wäsche, die im Freien getrocknet wird - ohne Weichspüler und fest geschleudert - wird hart. Unweigerlich. Sie wird steif, hart und schwer zu bügeln.

Hier meine Tipps zu natürlich weicher und sauberer Wäsche, die auch kaum gebügelt werden muss.
  • Ich verwende ein ganz einfaches Vollwaschmittel in Pulverform, möglichst ohne Farbstoffe, Geruchsstoffe, Bleichmittel, etc. und dosiere es genau (wenig, aber nicht zu wenig!) - allerdings kein Biowaschmittel und auch keine Seifenflocken etc. Mit alternativen Waschmitteln habe ich bisher überhaupt keine guten Erfahrungen gemacht, die Wäsche vergraut und wird nicht sauber. Aber vielleicht hat hier jemand einen guten Tipp, den ich noch nicht ausprobiert habe?
  • Ich fülle die Waschmaschine voll, aber nicht zu voll. Damit hat die Wäsche genug Platz.
  • Ich schleudere die Wäsche bei maximal 1000 Touren, außer Handtücher, das spart eine ganze Menge Bügelarbeit, auch wenn das Trocknen etwas länger dauert.
  • Ich habe das Glück, dass unser Wasser nicht besonders hart ist. Nun, das ist nicht mein Verdienst, aber es hilft!
  • Ich trockne die Wäsche bei jedem Wetter (außer bei Starkregen) zunächst im Freien. Wobei: derzeit wird sie im Freien nicht wirklich trocken. Also lasse ich sie ein paar Stunden draußen hängen und trockne danach im Haus fertig. Das ist eine Menge Arbeit, ja, aber es lohnt sich. Die Wäsche riecht unvergleichlich frisch und durch den leichten Wind (der bei uns eigentlich immer bläst), erspare ich mir viel Bügelarbeit.
  • Ich habe mir meinen eigenen "Weichspüler" zusammengestellt. Pro Maschinenladung 1/8 l ganz billigen Essig (weiß und ungefärbt) und 5 Tropfen Lavendel- oder Zitronenöl ins Weichspülerfach. Wirkt toll, macht die Wäsche weich und duftig. Und: sie riecht NICHT nach Essig, gar nicht, nicht einmal, wenn man die Maschine unmittelbar nach dem Waschen öffnet. Plus: die Maschine bleibt kalkfrei. Auf Essig und die essentiellen Öle reagiert auch die Haut meines Sohnes nicht allergisch.
  • Alles, was auch im Schrank auf Kleiderbügeln hängt, trockne ich auch auf diesen. Damit muss man vieles gar nicht mehr bügeln (auch manche Hemden, wirklich), der Rest lässt sich viel leichter bügeln.
  • Wichtig ist, dass man sich beim Aufhängen der Wäsche ein wenig Zeit nimmt, jedes Stück ordentlich ausschlägt und schön, gerade und unzerknittert auf die Leine hängt. Damit spare ich mit ein paar Minuten Zusatzmühe mindestens eine Stunde Bügelarbeit ein.
  • Mit meinem "Weichspüler" spare ich viel Geld. Eine Ladung wäsche kostet rund 3 cent. Welcher Weichspüler schafft das?
  • Grobe Flecken behandle ich mit Schmierseife vor. Das hilft, ist billig und viel effektiver, als teure Flecklöser. Oder ich weiche das Kleidungsstück über Nacht mit ein wenig Waschpulver ein.

Maries Tipp

Jeans, vor allem Kinderjeans und alle Jeans ohne Stretchanteil kann man problemlos mit 95° waschen. Sie gehen dann ein wenig ein, aber nur beim ersten Mal.
Kinderjeans kaufe ich ja sowieso immer etwas größer, vor dem ersten Gebrauch wasche ich sie einmal mit 95°. Wenn Jeans nun wirklich sehr schmutzig sind, kann ich sie jederzeit mit 95° waschen und damit komplett sauber bekommen, ohne dass sie dann nochmals die Passform verändern. Im Normalfall wasche ich aber mit möglichst niedrigen Temperaturen, das schont Kleidung und die Umwelt.

Noch eine Geschichte aus der "Waschmittelbranche": im Zuge einer Betriebsbesichtigung bei einem großen Waschmittelhersteller konnte ich vor einigen Jahren den Produktionsprozess beobachten. Zuerst gibt es in einem großen Silo das sogenannte "Grundwaschmittel". Einfach, ohne Duft- und Zusatzstoffe, dieses wird in großen Säcken relativ billig unter einem Handelsnamen an die Gastronomie verkauft. Dann gibt es die kleinen Silos mit Zusatzstoffen, Duftstoffen, etc. - und je nach Marke (der Hersteller vertreibt zahlreiche verschiedene bekannte Waschmittelmarken) wird das Grundpulver mit diesen Zusatzstoffen (die oft einfach nur farbige Kügelchen ohne waschaktiven Nutzen sind) gemischt und unter vielen verschiedenen Handelsnamen zu unterschiedlichen Preisen verkauft.
Tatsache ist: die waschaktive Substanz ist bei allen diesen Pulvern annähernd gleich. Der Preisunterschied ergibt sich aus eventuellen Zusatzstoffen, deren Nutzen oft nicht ganz klar ist. Im Gegenteil, diese Stoffe sind oft sogar allergieauslösend. Das muss man einfach wissen.


Nochmals mein Weichspülerrezept
In eine große Flasche fülle ich 1 l Essig und ca. 40 Tropfen Lavendel- oder Zitronenöl. Gut schütteln und pro Waschgang rund 1/8 l in das Weichspülerfach geben. Reicht für etwa 8 bis 10 Waschladungen und kostet ca. 30 cent.

Einen schönen Wochenanfang wünscht

Marie


Da jedes Kleidungsstück, jeder Hauttyp und jede Waschmaschine anders ist, übernehme ich für meine Tipps keine Haftung, auch wenn sie bei mir seit Jahren sehr gut funktionieren.

Sockenparty

Zugegeben, der Titel klingt verlockend. Besonders lustig ist die Tätigkeit, die dahinter steckt, allerdings nicht. Sie lautet: Organisation der Sockenladen. Aber wenn ich es selbst als Sockenparty bezeichne, macht es mir doch ein ganz klein wenig mehr Freude.


Sockenparty. Kein Vergnügen, aber leider notwendig.

Die Sockenparty findet bei mir etwa alle 6 Monate statt. Als meine beiden Buben noch kleiner waren, konnte ich sie auch noch zur Mithilfe motivieren. Mittlerweile sind sie zwar so weit, dass sie ihre Kleiderschränke halbwegs selbst in Ordnung halten, dafür haben sie wenig Verständnis für meine wiederkehrenden  "Organisationsanfälle" (O-Ton). Mama, chill mal!

Gut, trotzdem kann ich nichts weniger leiden als kaputte Socken, löchrige Socken, einzelne Socken, keine passenden Socken, die sich trotz eines funktionierenden Wäschesystems immer wieder einschleichen. Quasi durch die Hintertüre.

Meine Sockenparty ist also weder lustig noch besonders geschmackvoll, aber sie dauert dafür auch nicht allzu lange. Danach ist wieder für mindestens sechs Monate Ordnung im Sockenland und jedes Familienmitglied findet auch morgens im Halbschlaf saubere und passende Socken.

Für meine Sockenparty brauche ich:

  • eine große freie Fläche, am besten den Fussboden im Schlafzimmer
  • einen Block und einen Bleistift
  • einen Müllsack
  • einen Sack für die Altkleidersammlung (seeeeehr klein)
  • gute Musik
  • Tuch und Putzmittel
  • ALLE Socken, also wirklich alle, außer dem einen Paar, das meine Männer gerade an den Füßen tragen

Zuerst hole ich mir alle Sockenladen aus den Schränken und stelle sie nebeneinander auf. Danach suche ich alle, wirklich alle Socken im ganzen Haus zusammen. Vor allem auch alle Einspänner und die Socken, die gerade in der Wäschetruhe oder in diversen Sporttaschen sind.

Die ungewaschenen Socken kommen auf einen Haufen (äähh!), die Einspänner ebenso.


Wo kommen sie bloß immer alle her, die Einspänner? Und wo zum Teufel ist der zweite???


Zuerst werden die Sockenladen durchsortiert. Normalerweise befinden sich in den Laden nur die sauberen Sockenpaare des jeweiligen Besitzers. Da derzeit aber drei Familienmitglieder eine sehr ähnliche Schuhgröße und damit ähnliche Socken haben, verirrt sich schon einmal ein falsches Paar in die Laden.

Maries Tipp!

Ich kaufe derzeit nur eine Sockengröße und ein Modell in dreifacher Ausführung. Damit ist es egal, in welcher Lade die Socken landen, Hauptsache jeder hat genug frische Paare. Das lästige Einsortieren entfällt damit.

Bei kleineren Kindern: kaufe niemals gleiche Socken in unterschiedlichen Größen für mehrere Kinder! Das Chaos ist damit vorprogrammiert. Einmal erlebt, danke, das brauche ich nicht mehr!

Ich kippe die Sockenlade aus und reinige sie. Danach gehe ich jedes einzelne Paar Socken durch. Alle Socken werden im Sockenknäuel aufbewahrt, auch wenn das angeblich nicht gut für sie ist. Aber so findet man immer ein passendes Paar. Die diversen Aufbewahrungsmethoden mit Rollen, Klammern oder einzelnen Sockenabteilungen finde ich immer amüsant und maximal für einen superorganisierten Erwachsenenhaushalt geeignet.


Ich bewahre Socken in Knäueln auf. Etwas Besseres fällt mir nicht ein.


Jedes Sockenknäuel wird aufgemacht, dann werden die Socken kontrolliert.
  • Passt das Paar zusammen? Manchmal passiert es mir, dass ich ähnliche Socken versehentlich gemeinsam wegräume (abendliches Wäschesortieren - gääähn) und mich über die vielen Einspänner wundere, die sich in der Box ansammeln -> Einspännerhaufen.
  • Sind die Socken sauber? Zu 99% sind sie das, wenn sie in der Sockenlade sind, aber es kommt schon vor, dass ein Kind einmal Socken wegräumt, denen ein Waschgang gut täte -> auf den  Schmutzwäschehaufen.
  • Sind die Socken in Ordnung? Ich stopfe Socken nur dann, wenn es sich lohnt. Socken, die schon mehrere Löcher oder dünne Stellen haben, werden aussortiert -> Nähkorb oder Müll.
  • Passen die Socken noch? Passen sie dem anderen Kind? Wenn nicht, dann entweder Müll oder Altkleidersammlung. Wobei die Socken zumindest bei meinen Kindern eher kaputt gehen als zu klein werden.
  • Werden die Socken überhaupt getragen? Mein Sohn hatte einmal einige Paar Sportsocken eines bekannten Markenherstellers, die er auf den Tod nicht ausstehen konnte. Sie hatten an den Zehen eine dicke Naht, die in jedem Sportschuh für Druckstellen sorgte. In diesem Fall -> Altkleidersammlung. Es ist natürlich selbstverständlich, dass der Altkleidersammlung nur absolut einwandfreie und saubere Kleidung zukommen darf. 

Wenn die Socken den Test bestehen, werden sie zusammengerollt und in die Sockenlade zurückgelegt.

Das klingt jetzt mühsam, dauert pro Sockenpaar aber maximal 20 Sekunden, mit einer normalen Sockenlade bin ich also in weniger als 10 bis 15 Minuten fertig.

Als nächstes ist der saubere Einspännerhaufen an der Reihe. Meist kann ich jetzt fast alle Paare zusammenfinden und zuordnen.

Als letztes der Schmutzwäschehaufen. Auch diese Socken werden kontrolliert und zu Paaren zusammengelegt. Danach wird mit dem verbliebenen Einspännerhaufen verglichen? Gibt es Paare, bei denen nur ein Socken gewaschen ist? Paare zusammensortieren und beide auf den Schmutzwäschehaufen, aber getrennt nach Besitzern. Das ist wichtig für den letzten Schritt.

Zum Schluss bleiben die echten Einspänner übrig. Warum es diese immer wieder gibt und wo um alle Welt das Gegenstück geblieben ist, habe ich bis heute nicht herausgefunden. Ein Mysterium! Die Einspänner wandern in den Müll.

Letzter Schritt: Bestandsaufnahme. Welches Familienmitglied hat wie viele Paare ordentliche Socken? Abzählen und notieren.

Danach kommen die Sockenladen wieder in die Kommoden, die Schmutzsocken in die Wäschetonne, die noch zu stopfenden Socken paarweise (!) in den Nähkorb (das sind meist sehr wenige) und der Müll in die Mülltonne.

Anhand meiner Liste kann ich dann entscheiden, ob und für wen ich Socken nachkaufen muss. Meine Buben haben etwa 25 Paar Alltagssocken, meist blau oder schwarz, einige Paare lustige bunte Socken für den Sommer und etwa 10 Paar Sportsocken. Damit kommen wir gut über die Runden und auch Urlaube oder etwas längere Waschzyklen sind kein Problem. Diese Zahl muss aber jeder für sich selbst festlegen, je nach Lebensstil, Kleidung und Gewohnheiten.

Das gesamte Sockenfest dauert maximal eine Stunde - und es lohnt sich. Wirklich. Auch wenn die Arbeit weder lustig noch besonders angenehm ist.

Zu Besuch bei Freunden zu sein und festzustellen, dass die Kinder Löcher in den Socken haben, finde ich allerdings wesentlich unangenehmer. Hier bin ich ein wenig spießig und "unentspannt", wie meine Kinder finden. Mir ist es trotzdem wichtig, dass wir alle immer saubere und ordentliche Kleidung tragen.

Trotz eines organisierten Waschzykluses, praktikabler Schränke und Ordnungssysteme sind solche geballten Organisationsdurchgänge bei mir leider immer wieder notwendig. Zu schnell ändern sich die Kleidergrößen meiner Kinder und in allen Bereichen gibt es diverse Grauzonen, die sich der alltäglichen Organisation beharrlich widersetzen.

Unsere Großmütter haben diese Aktionen als Frühjahrsputz, Weihnachtsputz, Kleidertausch oder ähnliches bezeichnet, in ein oder zwei Wochen konzentriert durchgezogen und die gesamte Familie während dieser Zeit an den Rand des Wahnsinns getrieben. Danach war aber alles wieder blitzsauber und aufgeräumt.

Heute ist das schon aufgrund der beruflichen Situation der meisten Mütter nicht mehr möglich, daher teile ich diese Megaaufgaben einfach in kleine Häppchen und erledige sie laufend.

Vor kurzem fiel mir ein weltweiter Bestseller einer japanischen Autorin in die Hände, die der Ansicht ist, dass man seinen Haushalt nur einmal organisieren und aufräumen muss und danach für immer ein aufgeräumtes Leben führen kann. Ich habe mehrmals laut gelacht, denn obwohl etliche Ideen durchaus gut und nachahmenswert waren, gilt die Kernaussage wohl bestenfalls für den Haushalt einer alleinlebenden Mitzwanzigerin ohne Kinder. Wir anderen müssen uns leider Tag für Tag mit dem Thema Aufräumen beschäftigen, wenn wir für uns und unsere Familien eine lebenswerte Umgebung schaffen wollen.

Mit liebem Gruß

Marie

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