Donnerstag, 24. Oktober 2013

Lackieren und Streichen

Wer gerne bastelt, renoviert oder die Wohnung umgestaltet, kommt um Farbe nicht herum. Farbe ist die einfachste, schnellste und kostengünstigste Methode, um einem Raum, einem Möbelstück oder einem Aussenbereich ein völlig neues Gesicht zu geben.

Meine Tipps, damit es klappt.

Generell: es zahlt sich immer aus, ein gutes Produkt zu wählen. Billigangebote machen wenig Freude, mehr Arbeit und das Ergebnis ist oft minderwertig.

Es ist wichtig, für die entsprechende Aufgabe das richtige Material zu wählen. Für Lackierarbeiten im Innenbereich beispielsweise nehme ich ausschließlich wasserverdünnbare Acryllacke, die möglichst emmissionsarm sind. Schließlich will ich dort ja leben, wohnen, schlafen. Gute Acryllacke lassen sich fast ebenso leicht verarbeiten wie Kunstharzlacke und das Reinigen von Pinseln und Malgeräten ist viel einfacher.

Im Aussenbereich, vor allem in bewitterten Bereichen, habe ich allerdings mit Acryllacken keine guten Erfahrungen gemacht. Unabhängig von den Beteuerungen der Hersteller sind sie einfach nicht so haltbar und farbbeständig wie Lacke auf Kunstharzbasis. Das ist meine ganz persönliche Meinung, aber ich verwende im Aussenbereich unter Einhaltung aller Sicherheitsvorschriften nur mehr Kunstharzfarben.

Lassen Sie sich nicht von den Versprechen der Hersteller ködern, dass ein oder zwei Anstriche ausreichen. Das mag im Idealfall unter Top-Bedingungen der Fall sein - im normalen DIY - Malerleben muss man für ein schönes Lackierergebnis mit drei bis vier Anstrichen rechnen. Punkt! Am Besten, man stellt sich gleich von Anfang an darauf ein.

Bei guten Wandfarben und einem perfekten Untergrund, sind 2 Anstriche meist ausreichend. Bei dunklen Wandfarben ist es unbedingt erforderlich, den Untergrund zuerst weiß zu streichen. Sonst kommen Farbunterschiede, Flecken, etc. immer wieder "durch".

Bei Wänden rate ich generell: Wände zuerst perfekt ausbessern, spachteln, schleifen. Bei Bedarf Haftgrund aufbringen. Dann einmal dünn weiß streichen. Nach diesem ersten Anstrich sieht man sofort, wo noch nachgebessert werden muss. Also eventuell nochmals kleine Fehlstellen spachteln bzw. Flecken mit Fleckenblocker behandeln. Ausgebesserte Stellen leicht zwischenschleifen. Nochmals weiß streichen. Dann sollte der Untergrund perfekt sein - und dem Endanstrich steht nichts mehr im Wege.

Wichtig beim Lackieren, egal ob mit Pinsel, Walze oder Spray: dünne (!) Schichten auftragen und dazwischen immer wieder schleifen - dann wird das Ergebnis perfekt und dauerhaft haltbar.

Wovon ich nur abraten kann: die diversen elektrischen Malerpistolen. Sie funktionieren einfach nicht - zumindest nicht diejenigen, die im Baumarkt angeboten werden. Ich habe mich auch von den Versprechungen und Videos blenden lassen. Leider.
Wirklich teure Profigeräte - und ich rede hier nicht von Geräten um 150 Euro - mögen im Profibereich ihre Berechtigung haben. Für uns Heimwerker gilt: gute Pinsel, gute Schaumstoffrollen zum Lackieren, gute Malerrollen zum Streichen. Damit bekommen wir ein perfektes Ergebnis.

Auf zum fröhlichen Lackieren und Streichen
Marie





Montag, 21. Oktober 2013

Planung versus Spontanität

Was ist besser: zu planen oder spontan zu entscheiden?

Eine Frage, die mich täglich aufs Neue beschäftigt. Einerseits bin ich ein ziemlich strukturierter Mensch, der gerne weiß, woran er ist. Auf der anderen Seite geht es mir manchmal fürchterlich auf die Nerven, wenn alles im Voraus schon entschieden sein soll.

Als Architektin bin ich mit Planung bestens vertraut. Planung, die lange vor der Erstellung eines eigentlichen Plans auf Papier beginnt und erst lange nach Fertigstellung des Bauwerks endet. Eine schlampige, zu kurze oder zu wenig detaillierte Planungsphase verursacht im Bauen vor allem eines: horrende Zusatzkosten und zeitliche Verzögerungen. So ist es. Punkt!

Vieles von dem, was ich im Berufsleben täglich brauche, kann ich auch wunderbar im Familienleben anwenden. Und wenn man sich die Zeit nimmt, um Projekte zeitgerecht und halbwegs detailliert zu planen, dann klappen sie auch.

Auf der anderen Seite möchte ich nicht immer alles planen! Ich will einfach nicht! Gerade, weil ich im Beruf dazu verpflichtet bin. Also habe ich einen, wie ich finde, guten Mittelweg gefunden.

Generell heißt es für mich: Alltag, Familienleben, Haushalt, Aktivitäten, etc. müssen prinzipiell geplant werden. Sonst bricht binnen kurzer Zeit unabdingbar das Chaos aus. Keine Mahlzeiten am Tisch, kein Toilettenpapier am Stillen Örtchen, keine Unterschrift unter der Schularbeit, keine Socken im Schrank - die Liste wäre endlos.

Auf der anderen Seite ist es wunderbar, einen schönen Herbsttag wie heute einfach spontan zu einem Ausflug auszunützen - ohne vorherige Planung.

Das Geheimnis liegt darin, dass Routineaufgaben und alles, was erledigt werden muss, so geplant ist, dass Freiraum für spontane Aktivitäten geschaffen wird. Das Abendessen war vorbereitet, Hausaufgaben wurden schnell erledigt, das Fussballtraining kurzerhand abgesagt, ein paar im Vorratsschrank befindliche Köstlichkeiten eingepackt - und los ging es.

Trotzdem blieb nichts Wichtiges auf der Strecke, weil ich die heutigen Arbeiten eben morgen erledige. Aufgrund meines Planes weiß ich, dass ich dafür Zeit habe.

In diesem Sinne: planen wir unseren Alltag - aber lassen wir Zeit für Spontanität!

Marie



Dienstag, 8. Oktober 2013

Abendessen

Unter der Woche kommen wir nachmittags oft erst zwischen 17 h und 18 h nach Hause. Sport und diverse Freizeitaktivitäten, zu denen ich meine Kinder meist noch hinbringen und abholen muss, daneben Beruf und sonstige Verpflichtungen, unsere Nachmittage sind eng verplant. Mein Mann kommt sogar noch später, meist erst gegen 19 h. Die Kinder essen mittags in der Schule, die Mahlzeiten dort sind schmackhaft und recht ausgewogen. Als Selbständige esse ich mittags meist nur eine kalte Kleinigkeit, auch bei meinem Mann wird keine Kantine angeboten.

Spargelrisotto mit frischem Gemüse

Mein Mann und ich essen untertags also nur Weckerln, Obst und Joghurt - und sind dann abends entsprechend hungrig. Die beiden Buben könnten sowieso den halben Tag essen und geben sich auch zum Nachtmahl nicht mit einer Kleinigkeit zufrieden. Sport und Hausaufgaben am Nachmittag lassen den Kalorienbedarf am Abend ordentlich steigen.

Nun stehe ich also täglich vor der Herausforderung, abends ein gutes, gesundes, schmackhaftes, ausgewogenes, warmes, preiswertes Essen auf den Tisch zu stellen. Zwischen Hausarbeit und Hausaufgabenkontrolle von 17 bis 19 Uhr keine ganz leichte Aufgabe.

Geschnetzeltes mit Eierschwammerln - die Pfifferlinge haben wir am Wochenende selbst gefunden

Ich habe mir eine Rezeptmappe speziell für meine Abendmahlzeiten zusammenstellt. Diese enthält Rezepte mit viel Gemüse, Vollkorn und hochwertigem Eiweiß und - das wichtigste - alle Gerichte sind am Vortag oder am Vormittag zuzubereiten und benötigen meist nur einen Topf. Meine Sammlung umfasst zahlreiche Lasagnevariationen, Vollkornpizza mit unterschiedlichen Belägen, diverse Gulaschvariationen (Kartoffelgulasch - mhh), Nudeln mit diversen Saucen, Risottogerichte, Eintöpfe, Suppentöpfe, Aufläufe, etc. Mit ein wenig Einfallsreichtum und der Hilfe der vielen Rezeptideen im Internet kann man für jede Jahreszeit und für jeden Geschmack viele tolle Speisen finden.

Wenn wir nach Hause kommen, muss ich das jeweilige am Vortag zubereitete Gericht nur aufwärmen oder maximal Reis oder Nudeln frisch kochen. Das geht problemlos in 30 Minuten neben der Hausaufgabenkontrolle, meist geht sich sogar noch ein frischer Salat oder ein Obstteller aus. Zur Essenszeit gegen 18 h 30 ist alles fertig, vor allem, wenn die Kinder das Tischdecken übernehmen. Die Gerichte sind einfach zuzubereiten, meist recht kostengünstig (Saisonware oder Gemüse aus dem Garten), schmackhaft und gesund. Und wenn mein Mann etwas später kommt, macht das auch nichts, die Speisen sind gut warmzuhalten oder nochmals aufzuwärmen.

Schneller Eintopf mit Gemüse und Fleisch

Wenn die Kinder dann ins Bad gehen und ich die Küche fertig mache, koche ich oft auch das Gericht für den nächsten Tag. Derzeit ist mein Tiefkühlschrank leider noch zu klein, also kann ich kaum einmal die doppelte Menge kochen und etwas einfrieren. Aber sobald wir übersiedelt sind, habe ich einen richtig großen Schrank - und dann muss ich wirklich nur mehr alle zwei Tage abends kochen.

Am Beginn der Woche erstelle ich einen Speiseplan, somit kann ich nach der Arbeit noch einzelne frische Zutaten oder Salat kaufen. Am Wochenende kann dann, je nach Lust und Laune, auch aufwändiger gekocht werden.

Gruß
Marie

Montag, 7. Oktober 2013

Küchenschränke für Kindergeschirr adaptieren

Wohnen mit Kindern bedeutet vor allem in den ersten Jahren ständige Veränderungen – auch oder gerade in der Küche. Also ist es sinnvoll, die Einrichtung einiger Schränke zumindest einmal jährlich zu überdenken und neu zu organisieren.

Solange die Kinder klein sind braucht man vor allem Flascherln und Kunststoffgeschirr. Es macht Sinn, das gesamte Kindergeschirr an einem Ort aufzubewahren, statt es in verschiedenen Kästen und Laden zu verstauen. Generell habe ich meine Kästen und Ablagen nach zwei Systemen organisiert, je nach Art der aufzubewahrenden Dinge. Entweder Gleiches zu Gleichem, ich bewahre also beispielsweise alle Gläser in einem Schrank auf. Andere Dinge sortiere ich nach dem Ort der häufigsten Nutzung, so befinden sich beispielsweise alle Küchentextilien wie Geschirrtücher, Topflappen, Servietten und Tischtücher in der Küche und nicht im Wäscheschrank.

Beim Kindergeschirr gehe ich den Weg, dass alles in einem Fach oder in einer Lade beisammen ist, also Becher, Schüsseln, Flascherln und Sauger, Babylöffel, Latzerln, Tischunterlagen, Schnuller, etc. Auch die gesamte Babynahrung steht an einem Platz im Vorratsregal, also Milchpulver, Mineralwasser, Babykekse, Glaserln, Biskotten, etc. So können auch der Babysitter oder die Großeltern schnell das Gewünschte finden.

Wenn die Kinder größer werden, nimmt die Anzahl des reinen Kindergeschirrs ab. Meine Kinder durften relativ bald vom kostengünstigen Alltagsgeschirr essen und es ist erstaunlicherweise sehr wenig zu Bruch gegangen. Der Kindergeschirrschrank kann dann sukzessive reduziert werden.

Ab dem Kindergarten bzw. Volksschulalter lohnt sich eine eigene Lade für die diversen Trinkflaschen, Jausensackerln und Lunchboxen. So hat man morgens, wenn es schnell gehen muss, sofort die passenden Dosen bei der Hand und muss nicht lange in der Lade mit den anderen Plastikboxen nach einer Dose in der richtigen Größe suchen.

Apropos: die alten Milchflascherln meiner Kinder habe ich nicht weggegeben. Sie lassen sich prima nutzen, vor allem wenn es Exemplare mit einer relativ weiten Halsöffnung und einem Deckel (ohne Sauger) sind. Diese absolut dichten Flascherln sind perfekt geeignet, um Salatmarinade darin anzurühren und zu schütteln. Außerdem kann man darin kleine Mengen Flüssigkeiten oder Eiweiß hygienisch und gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Kinderkleidung tauschen, weitergeben oder verschenken

Wer Kinder hat, kennt das große Dilemma: die lieben Kleinen wachsen permanent aus ihren Sachen heraus. Oft schneller, als man schauen kann. Also stehen wir Eltern ständig vor der Herausforderung, neue Sachen kaufen zu müssen - und gleichzeitig vor einem riesigen Berg an gut erhaltenen Kleidungsstücken, die eben leider nicht mehr passen.

Wer mehr als ein oder zwei Kinder hat, kann zumindest einen Teil der Kleidung weiterverwenden. Alle anderen müssen sich organisieren. Einerseits natürlich, um Geld zu sparen. Andererseits aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes.

Welche Gründe auch immer ausschlaggebend sind, wichtig ist es, sich zu organisieren. Hier meine besten Tipps, wie man ein wirklich gut funktionierendes Kleiderkarussell aufbaut.

Zunächst einmal: es ist schon lange keine Schande mehr, wenn man übertragene Kleidung trägt. Im Gegenteil, es zeugt von Verantwortungsbewußtsein und Intelligenz - und das verstehen auch die Kinder. Also: das Nachtragen von Kleidung gar nicht zum Thema machen, es soll einfach selbstverständlich sein.

Zunächst muss man aber selbst aktiv werden. Im Bekanntenkreis herumfragen, wer Bedarf an schöner abgelegter Kinderkleidung hat. Gratis oder um einen kleinen Unkostenbeitrag. So kann man sich schnell ein Netzwerk an Abnehmern schaffen.

Ich habe den großen Vorteil, dass meine Schwägerin ebenfalls zwei Buben hat, die genau zwei Jahre jünger sind - ein idealer Abstand. Alles, was meinen Buben nicht mehr passt, wandert automatisch zu meinen Neffen. Gottseidank haben die Buben einen ähnlichen Geschmack!

Es ist natürlich selbstverständlich, dass man nur absolut saubere und einwandfreie Kleidung weitergibt. Alles, was zerrissen, fleckig oder beschädigt ist und auch nicht mehr repariert werden kann, kommt in den Wertstoffmüll. Das gleiche gilt auch für Kleidung, die in die diversen Kleidercontainer von Caritas und Co eingeworfen werden kann, auch hier bitte nur einwandfreie Kleidung spenden.

Der nächste Schritt ist, dass man sich selbst Leute organisiert, von denen man Kleidung übernehmen kann. Hier hilft ein offenes Wort unter Nachbarn und Freunden. Am besten man erzählt von den vielen Dingen, die man herschenkt und merkt an, dass man sich auch über getragene Kleidung für die Kinder freut.

Ich erinnere mich noch, dass mich eine Mutter aus der Klasse meines älteren Sohnes (deren Sohn körperlich wesentlich größer ist als meiner) ganz verschämt fragte, ob ich vielleicht Interesse an ein paar fast neuen Hosen hätte, ihr Sohn sei so schnell daraus herausgewachsen. Und dann ganz erstaut war, als ich freudestrahlend danke sagte und mein Sohn ganz selbstverständlich in der Klasse verkündete, dass seine "neue" Hose von Maxi sei.

Keine falsche Scham, keine falsche Bescheidenheit!!!

Wenn man das erste Baby erwartet, ist es ganz besonders einfach. Man fragt bei Bekannten und Freunden mit etwas größeren Kindern nach, ob sie vielleicht Babykleidung abzugeben oder zu verborgen haben. Damit ist ein Anfang gemacht und oft geht die Kleider - Weitergabe dann automatisch in die nächste Runde.

Gerade Säuglingskleidung kann man auch gut bei Freunden ausborgen. Die winzigkleinen Strampler passen ja oft nicht einmal drei Wochen und sind nach dieser Zeit immer noch wie neu.

Und den meisten Leuten geht es mit Kinderkleidung so wie mir: sie sind froh, wenn sie einen Abnehmer finden, der sich über die Stücke freut.


Je größer die Kinder werden, desto weniger kann man übernehmen. Hosen sind oft schon kaputt, bevor sie zu klein werden und in späteren Jahren tragen die Kinder ihre Kleidung dann doch etwas länger.

Ja - und wenn mir etwas nicht gefällt? Oder wenn mein Kind etwas nicht anziehen will? Nun, dann gibt man es natürlich gleich wieder weiter - solange es noch halbwegs aktuell ist. Gebrauchte Kleidung zu tragen muss ja nicht bedeuten, dass man Dinge anzieht, die nicht gefallen.

Wenn man wirklich niemanden im Umfeld findet, der Bedarf  an getragener Kinderkleidung hat, finden sich sicherlich zahlreiche caritative Organisationen, die für jedes Stück dankbar sind.

Ganz wichtig: wer weiß, dass er Kleidung nicht mehr brauchen wird, soll sie möglichst sofort weitergeben. Dann hat der Beschenkte den meisten Nutzen davon. Die Kleidung jahrelang zu lagern und dann gnadenhalber abzugeben, ist wenig sinnvoll. Die lange Lagerung tut den Stücken nicht gut - und sie werden unmodern.

Eine Bekannte hat die Säuglingswäsche ihre Kinder jahrzehntelang aufgehoben - und dann entsorgen müssen. Schade, ich bin sicher, dass sich die eine oder andere junge Mutter damals sehr über die wirklich schönen Stücke gefreut hätte. Nach zwanzig Jahren waren die Dinge aber nur mehr reif für den Müll!

In diesem Sinne: weitergeben - tauschen - verschenken - und mit Freude annehmen

Einen schönen Tag wünscht
Marie