Montag, 25. November 2013

Renovieren oder nicht renovieren? Das Dilemma mit gemieteten Wohnungen...

Seit einiger Zeit haben wir ein eigenes Haus - unser erstes - das wir derzeit in liebevoller Kleinarbeit renovieren. Davor haben wir viele Jahre in Mietwohnungen verbracht, in drei verschiedenen, um genau zu sein.

Unsere erste Wohnung war halb Studentenwohnung, halb WG, in einem alten Haus aus der Gründerzeit. Die Wohnung war zwar frisch renoviert, hatte also neue Leitungen, eine moderne Heizung und neue Fenster, ansonsten war es aber eine typische Wohnung aus der Zeit der Jahrhundertwende, mit hohen Räumen, Füllungstüren und einem sehr kreativen Grundriss.

In dieser ersten Wohnung haben wir kaum etwas selbst gestaltet - aus Zeit- und Geldgründen. Als Studenten hatten wir keinen finanziellen Spielraum und - da wir unser Studium abschließen wollten - auch wenig Zeit. Unsrer Möbel bekamen wir großteils geschenkt, es war ein kunterbuntes Durcheinander mit viel Charme. Das teuerste Stück war die Küche, eine kleine Küchenzeile für die winzige Gangküche um immerhin umgerechnet 1500 Euro. Dafür mussten wir schon ordentlich sparen.

Unsere zweite Wohnung war nur eine schnelle Übergangslösung. Eine kleine Wohnung aus den 1960-er Jahren, in der davor eine sehr alte Dame gewohnt hatte. Mit viel Enthusiasmus, ebenfalls noch wenig Budget und ein paar guten Ideen renovierten wir die Wohnung in ein paar Wochen, um sie für uns bewohnbar zu machen. Wir ließen in der Küche ein paar zusätzliche Steckdosen stemmen, weil dort nur zwei Stück vorhanden waren. Außerdem rissen wir das alte Linoleum in Bad, Küche, WC und Vorraum heraus und verlegten neue Fliesen. Die Wände und die Türen wurden frisch gestrichen, das vorhandene Parkett in Wohnzimmer und Schlafzimmer gründlich gereinigt. Fertig. Für etwas über ein Jahr eine durchaus praktikable Lösung.

Unsere dritte Wohnung war unser erstes richtiges Familiennest. Eine große Wohnung aus den 1970-er Jahren mit riesigen Fensterflächen und einer schönen großen Terrasse mitten im Grünen. Einziges Problem: alles war dunkelbraun. Sehr stylish, der totale 70-er Jahre Look, nur leider ziemlich abgewohnt. Und ich muss zugeben: ich persönlich mag den 70-er Jahre Stil nicht. Angesichts unserer Situation - ein Säugling beim Einzug, knapp danach die nächste Schwangerschaft und der nächste Säugling, hatten wir wenig Möglichkeiten zur Renovierung. Es musste vorerst reichen die Wände zu streichen und die Böden, die völlig desolat waren, zu ersetzen.

Da uns klar war, dass auch diese Wohnung NICHT die endgültige Lösung ist, wollten wir nicht allzuviel Geld investieren.

Und hier beginnt genau das Dilemma der Mietwohnungen und des DIY. Was zahlt sich aus? Wieviel Geld soll man investieren? Und auf der anderen Seite: kann ich mehrere Jahre mit diesen schrecklichen Fliesen / Fenstern / Tapeten / Böden / etc. leben?

Unser Bad war der schlimmste Alptraum: dunkelbraune Badkeramik, braun - beige Fliesen bis unter die Decke, die wie im Gefängnis wirkten. Allerdings alles in halbwegs gutem Zustand und leicht zu reinigen. Einige Zeit sahen wir uns täglich diesen Alptraum an, dann war es einfach zu viel. Wir konnten dieses Bad nicht einen Tag länger ertragen.

Da neu verfliesen viel zu teuer gewesen wäre und sich die bestehenden Fliesen auch von den 6 cm Gipsdielenwänden nicht hätten abschlagen lassen, mussten wir nach einer Alternative suchen. Eine Fliesenbeschichtung war die Lösung. Gemeinsam mit einem neuen Kasten und einer Duschwand war eine relativ kostengünstige Lösung gefunden. Das Bad war auch danach nicht optimal - aber um vieles besser.

Die Küche - eine teure Markenküche - stammte ebenfalls aus den 1970er Jahren. Leider war sie total in Ordnung, kein Scharnier, das klemmte, keine Lade, die nicht funktionierte. Eine Küchenrenovierung, die wir immer wieder ins Auge fassten, war uns dann doch zu teuer. Das war eine gute Entscheidung, denn mit der Küche konnten wir de facto recht gut leben - und haben viel Geld gespart.

Was ich bereue: dass ich die fürchterlichen braunen Türen und Fenster nicht weiß gestrichen habe. Unsere Wohnung, so leicht und luftig und hell wir sie auch gestaltet haben, wirkte immer ein wenig düster - trotz der riesigen Fensterflächen. Hier hätte ich einfach einmal die Initiative ergreifen müssen.

Fazit: mit ein wenig Fantasie und Farbe lässt sich auch eine Mietwohnung sehr gut und kostengünstig den eigenen Bedürfnissen anpassen. Wenn man die Wohnung allerdings nicht als Dauerlösung sieht und nur über ein begrenztes Budget verfügt, sollte man wirklich große Investitionen, wie beispielsweise ein komplett neues Bad oder eine neue Küche, gut überlegen. Denn die Kosten, die man einem Nachmieter eventuell verrechnen kann, betragen meist nur einen Bruchteil der Anschaffungskosten.

Wichtig ist, dass man selbst herausfindet, womit man gut leben kann oder was täglich Energie kostet, weil man es nach einiger Zeit "nicht mehr sehen kann".

Man sollte sich aber im Klaren sein, dass sämtliche Investitionen, die man in einer Mietwohnung tätigt, de facto beim Auszug zu einem großen Teil verloren sind. Weiters ist es wichtig, sich vorher beim Vermieter zu erkundigen, welche Renovierungmaßnahmen überhaupt zulässig sind - und sich die Erlaubnis beispielsweise für neue Böden, neue Fliesen, etc. schriftlich geben zu lassen. Sonst können - je nach Bedingungen im Mietvertrag - sogar Kosten auf den scheidenden Mieter zukommen, weil er die Veränderungen wieder rückgängig machen muss.

Tipps und Tricks für Mietwohnungen findest du hier.

Gruß
Marie







Donnerstag, 21. November 2013

Der immerblühende Garten

Der immerblühende Garten ist ein wunderbarer Traum. Leider leben wir in einem Klima, das dafür nicht gerade optimal geeignet ist.


Ein paar Ringelblumen blühen trotz tiefer Temperaturen noch unermüdlich.

Als wir den Garten vor etwas mehr als zwei Jahren übernahmen, war er eine verwilderte "grüne Höhle". Außer ein paar Sträuchern im Frühjahr und etlichen vergessenen Frühlingsblühern gab es rund ums Jahr kaum Blüten oder Farbe.

In den vergangenen zwei Jahren setzten wir etwa 2000 Frühlingsblüher, zahlreiche neue Sträucher und viele Stauden und einjährige Blumen. Kinder und Ehemann unterstützen mich dabei mit allen Kräften.

Mein Ziel ist es, den Garten zu jeder Jahreszeit zu einem Erlebnis zu machen. Dazu gehören auch blühende Pflanzen.

Was meinem Garten derzeit noch Farbe gibt:

Der Kerzenknöterich war dieses Jahr ein wenig übereifrig und wuchs fast 1,5 m hoch. Seltsam. Dafür war er nach dem heißen Sommer am Ende. Es half nur mehr abschneiden. Seit Ende August hatte er aber Zeit, sich zu erholen und bezaubert mit diesem zarten rosa Blütenflor.

Kerzenknöterich am Teich.
 
Die Schafgarbe durfte, als sie verblühte, stehen bleiben, damit ihre festen Blütenstände dem Garten im Winter ein wenig Struktur geben. Trotzdem zeigt sie ein paar neue gelbe Blüten.

Schafgarbe - verblühte und gelbe Blütenstände.

Die Scheinbeere bezaubert mit buntem Laub und roten Beeren. Ich habe sie ganz frisch an einen schattigen Platz gesetzt. Hoffentlich wächst sie gut ein und bedeckt bald den Boden.

Scheinbeere mit roten Früchten.

Rund um den Teich wachsen kleine weiße Blumen, die ein wenig an Kamille oder Margeriten erinnern. Sie sind definitiv Unkraut, aber wenn man sie ein wenig im Zaum hält, blühen sie von Juli bis November immer wieder. Nur den Namen kenne ich noch nicht, bin daher für Hinweise dankbar.

Kleine weiße Blumen am Teichrand.

Auch zwischen den Sträuchern fühlen sich diese Blumen wohl.


Letztes Frühjahr bekam ich ein paar Töpfe mit Primeln geschenkt. Als sie verblüht waren und am Tisch nicht mehr so attraktiv aussahen, setzte ich sie unter einen großen Hartriegelstrauch - und vergaß sie. Irgendwann im Laufe des Sommers, beim Unkraujäten, konnte ich keine Spur von ihnen entdecken und war der Meinung, dass sie den Umzug in den Garten wohl nicht überlebt hatten.
Doch Primelchen sind robust. Und so verschönern sie derzeit meinen Novembergarten. Wobei ich mich zu erinnern glaube, dass sie ursprünglich rot waren. Im Garten finden sie zu ihrer natürlichen gelben Farbe zurück.

Kleine gelbe Primeln unter dem Hartriegel.

Ursprünglich waren sie rotblühend - aber im Garten werden sie wieder gelb.

Besonders haben es mir jene Sträucher angetan, die mitten im Winter blühen - Zaubernuss, Winterjasmin und Duftschneeball. Einen rosa blühenden Duftschneeball setzten wir unmittelbar neben die Terrasse - und er zeigt neben sehr hübschen Blättern auch schon ganz leichte rosa Blütenansätze. Hoffentlich hält er im Jänner, was er verspricht.

Der Duftschneeball zeigt schon ganz zarte Blütenansätze.

Im Gemüsegarten ist der Winter eingekehrt. Ein paar Pflanzen sind allerdings noch auf den Beeten zu finden. Ein wunderschöner Kohlkopf, den wir diese Woche verspeisen werden - für nächste Woche ist strenger Frost angesagt.

Ein Kohlkopf im Gemüsebeet.

Wunderschön und tiefrot und gelb präsentiert sich auch noch der Mangold. Angeblich ist diese Sorte winterhart. Ich bin gespannt, ob das stimmt, bei uns kann es vor allem im Jänner und Feber  viele Wochen lang Frost geben.

Mangold im Gemüsebeet.

Soweit zu meinem Garten im November. Bisher wurden wir vom Frost verschont und es ist noch relativ grün. Und ich freue mich schon, wenn Anfang Jänner die ersten Kaukasusschneeglöckchen ihre Köpfe durch den Schnee stecken werden.

Gruß
Marie


Donnerstag, 14. November 2013

Was macht man mit der übriggebliebenen Gans? Bröselknödel!

Bröselknödel.
Montag war Martini, die Gans war wunderbar, aber wie immer haben wir es nicht geschafft, sie komplett aufzuessen. Sie war einfach zu groß.

Aus den Resten koche ich Ganslsuppe. Das übrige Fleisch, die Innereien etc. werden mit Wurzelwerk zu einer guten Suppe verkocht. Als Suppeneinlage gibt es schnelle und gute Bröselknödel.

Rezept:

2 Eier
100 g Butter
200 g Brösel oder Knödelbrot oder altes Weißbrot
1/8 l Milch
Salz
Pfeffer
Petersilie
Muskatnuss

Zuerst Butter und Eier in eine Schüssel geben und gut verrühren.

Eier und Butter

Die Eier müssen nicht getrennt werden sondern können ganz verwendet werden.

Handwarme Butter dazugeben und verrühren.


Die Milch kommt mit dem Weißbrot oder den Bröseln in eine andere Schüssel. Gut durchmischen und 20 Minuten durchziehen lassen.

Man kann Brösel, Knödelbrot oder Weißbrotreste verwenden.

Milch in eine zweite Schüssel geben.
Milch und Weißbrot gut vermischen und durchziehen lassen.


Danach den Butter-Eier-Abtrieb mit den weichen Brotbröseln gut vermischen. Ich mache das mit dem Stabmixer, weil ich Knödelbrot verwendet habe. So wird die Masse ganz gleichmäßig.

Die Masse mit dem Mixer gut durchrühren, bis sie gleichmäßig und glatt ist.

Aus meinem Garten habe ich Tiefkühlpetersilie. Im Sommer habe ich etliche Portionen in kleinen Kunststoffboxen eingefroren - im Winter kann ich damit würzen. Obwohl - derzeit hätte ich sogar noch frische Petersilie im Garten. Aber es regnet so und ich will nicht hinausgehen.

Die Petersilie in der kleinen Box - natürlich ordentlich beschriftet.

Und so sieht die TK Petersilie aus - fertig zum Gebrauch.

Die Masse wird mit Petersilie, Salz, Muskatnuss und Pfeffer gewürzt und gut durchgemischt.

Alle Gewürze beigeben.

Masse gut durchmischen.


Danach kann man mit nassen Händen kleine Knödel formen. Ich stelle mich immer unmittelbar neben die Spüle, lasse das Wasser rinnen und befeuchte die Hände nach jedem zweiten Knödel. So bleibt nichts kleben und die Knödel werden glatt und rund.

Mit nassen Händen kleine Knödel formen und auf ein Brett legen.

Das Rezept ergibt 20 kleine Knödel.

Ein roher Knödel.

Jetzt Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen, salzen und die Knödel vorsichtig einzeln einlegen. Zuerst sinken sie auf den Grund.

Den Topf offen lassen und die Hitze reduzieren. Das Wasser darf nur mehr ganz schwach wallen.


Zuerst sinken die Knödel auf den Grund.

Die Knödel etwa 10 Minuten im schwach wallenden Wasser ziehen lassen. Dabei steigen sie an die Oberfläche.

Die Knödel steigen langsam einer nach dem anderen an die Oberfläche.

Nach 10 Minuten die Knödel mit einem kleinen Schöpfer oder einem Löffel vorsichtig herausheben und auf ein Brett zu Abkühlen legen.

Die fertigen Knödel kühlen aus.

Die Knödel kühl lagern und vor dem Servieren in den Suppenteller geben und die heiße Suppe darübergießen.

Guten Appetit!

Marie

Montag, 11. November 2013

Ein Flachdach begrünen

Ein Sedum-Pflänzchen im neu begrünten Dach. Mal sehen, ob es anwächst.


Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir unsere Gartenhütte aufgestellt, einen einfachen Bausatz aus Massivholz mit einem flachgeneigten Pultdach. Die mitgelieferte Dacheindeckung aus Bitumenbahnen hat sich schon nach wenigen Wochen verabschiedet. Unser Nachbar war wenig erbaut, dass er nach jedem kleineren Windstoß Bitumenfetzen aus seinen gepflegten Blumenbeeten klauben musste.

Die angebotenen Dachdeckungen mit Bitumenschindeln, etc. gefielen uns gar nicht, für massivere Deckungen war die Tragfähigkeit nicht gewährleistet. Die maximale Auflast unseres Daches darf 100 kg pro m2 nicht überschreiten. Man kann das Dach also für Wartungszwecke begehen, eine schwere Dachdeckung ist aber nicht möglich - und bei einer Gartenhütte auch wenig sinnvoll.

Zunächst deckten wir das Dach mit einer starken Teichfolie zweilagig ein. Am Ortgang (seitlicher Abschluss des Daches) zogen wir die Folie in die Höhe und tackerten sie an die seitliche Leiste. Um die Dichtheit zu gewährleisten zogen wir die zweite Bahn darüber, klebten sie fest und befestigten darüber eine weitere Holzleiste. Alle Durchtrittsstellen wurden wasserdicht mit Kleber oder Silikon geschlossen. Somit können maximal kleinste Feuchtigkeitsmengen eindringen und diese können aufgrund der offenen Unterkonstruktion auch wieder austrocknen.

Das Dach überstand den Winter problemlos und das Innere der Hütte ist völlig trocken.

Da Teichfolie nur bedingt UV beständig ist, mussten wir aber über eine Abdeckung nachdenken und so beschlossen wir, das Dach zu begrünen. Zunächst befestigten wir an der unteren Traufe eine Kiesfangleiste. Diese wurde mit der unteren Folienbahn verschraubt, die obere Bahn wurde darüber verklebt, damit kein Wasser eindringen kann.

Die Kiesfangleiste.

Die Kiesfangleiste und der Ortgang. Die Teichfolie wird unter der Leiste eingeklemmt, Durchdringungen sind mit dichten Schrauben ausgeführt und zusätzlich nochmals eingedichtet. Das Nezt wurde an den Ortgang getackert, hier fehlt noch der wasserdichte Anstrich über den Tackernägeln. Generell ist der Ortgang mit der Holzleiste natürlich nicht wartungsfrei und muss regelmäßig gestrichen werden.

Mit 5 cm Steinwolle und einem einfachen Netz aus dem Baumarkt befestigten wir das "Substrat" für unser Gründach. Die Steinwolleplatten wurden auf dem Dach ausgelegt, darüber wurde in Bahnen das absolut witterungsbeständige Netz (Spachtelnetz für Fassaden) ausgerollt und an Ortgang und oberen Abschluss an die Holz-Abdeckleiste getackert und die Stellen sofort wasserdicht verschlossen.  Die Überlappungsstellen bleiben natürlich offen, um diese zu fixieren, wurden alte Ziegel und Waschbetonplatten auf das Dach gelegt. Sobald alles eingewachsen ist, sieht man sie nicht mehr.

Über der Steinwolle liegt das Baunetz, befestigt mit übriggebliebenen Ziegeln. Diese dienen als zusätzliche Fixierung gegen das Abheben bei Wind und werden hoffentlich ganz einwachsen.


In das Netz schnitten wir kreuzförmig kleine Öffnungen und pflanzten die Moss-Sedum-Pflänzchen ein.

Mit dem Stanleymesser wurden kleine Öffnungen in das Netz geschnitten und die Moos-Sedum-Pflänzchen eingesetzt.


An der unteren Traufe zogen wir die Steinwolle nicht ganz bis zum Rand, sondern ließen etwa 5  bis 7 cm frei. Dadurch konnten wir das Netz in die Kiesfangleiste stopfen und mit Steinen beschweren. Außerdem bildet diese Kieselschichte gleich eine gute Drainage.

An der Traufe wird alles mit Steinen fixiert und danach bepflanzt.
 Ob das Gründach einwachsen wird, steht noch in den Sternen, die Steinwolle bildet aber bei Trockenheit im Sommer gleich eine gewisse Dämmung für die Hütte und sollte als Substrat ausreichen.

Vorsicht bei der Verarbeitung von Steinwolle: Herstellerangaben beachten, Handschuhe und Atemschutz tragen. Das ist wirklich wichtig, die Steinwollenadeln können in Lunge und Haut eindringen und Schäden verursachen. Bestenfalls juckt es "nur", schlimmstenfalls muss man mit Entzündungen rechnen

Im Frühjahr berichte ich weiter, ob das Dach erfolgreich angewachsen ist.


Projektkosten:

für das Dach (11 m2):

Teichfolie 22 m2 à 12 Euro                     264 Euro
Kiesfangleiste 2 x 2 m à 35 Euro               70 Euro

für die Begrünung

Steinwolle 11 m à 10 Euro                      110 Euro
Kunststoffgitter 11 m2 à 2 Euro                  22 Euro
Sedum Pflanzen 10 Stück à 1,50                 15 Euro
Befestigungsmaterialien                              10 Euro

GESAMTSUMME                                    491 Euro

Kosten pro m2 : knapp 45 Euro

Arbeitsaufwand (jeweils 2 Personen)
Foliendach herstellen: rund 3 Stunden
Gründach herstellen: rund 4 Stunden
inklusive aller Vorbereitungs- und Abdichtungsarbeiten

Generell ist das ein Versuch, ein Gründach einfach und kostengünstig herzustellen. Diese Art der Dachdeckung ist aber auf jeden Fall NUR für Gartenhütten etc. geeignet und darf in dieser Form keinesfalls auf Wohnhäuser angewendet werden. Sie können die Idee gerne auch ausprobieren, aber ich lehne natürlich jede Form der Haftung ab.

Gruß
Marie

Ich mach mit!
art.of.66





Montag, 4. November 2013

Erfahrungsberichte im Web

Manchmal lese ich sie, die vielen Erfahrungsberichte in den diversen Communities, bevor ich ein neues Gerät anschaffe. Meist allerdings nicht - und manchmal ärgere ich mich dann darüber, weil mein neues Gerät exakt jene Fehler aufweist, die schon viele andere vor mir festgestellt haben.

Allerdings ist das Web geduldig und es kann (fast) jeder (fast) alles schreiben, ohne dass es auf Wahrheitsgehalt oder Relevanz geprüft wird. Was soll man also glauben?

Mein ganz persönlicher (bauchgefühlorientierter) Analyseleitfaden, der mir durch diesen Dschungel hilft.

1. Es gibt nur wenige wirklich notorische Meckerer. Und die kann man recht leicht entlarven.
2. "Normale" Menschen wie Sie und ich schreiben meist nur dann Erfahrungsberichte, wenn wir entweder extrem "entzückt" (25%) oder extrem "angewidert" sind (75%). Dann machen wir unseren Gefühlen allerdings sehr detailliert Luft.
3. Firmen bezahlen Leute für (positive) Testberichte.

Daher prüfe ich die diversen Foren auf folgendes:

Wenn es sehr viele und auch detaillierte negative Berichte zu einem Produkt gibt, gespickt von ein paar kurzen nichtssagenden superpositiven Meldungen - dann weiß ich schon, was das bedeutet. Finger weg von diesem Produkt. Die positiven Meldungen sind oft nicht authentisch. Und detaillierte Fehler- und Mängelberichte deuten darauf hin, dass sich die Dinge wirklich so abgespielt haben.

Wenn es extrem schlechte, allerdings sehr allgemein gehaltene Testberichte mit zahlreichen Gemeinplätzen gibt, dann ist hier wohl ein notorischer Meckerer am Werk. Dem schenke ich wenig Glauben.

Detaillierte und genaue positive Beschreibungen sind schwerer zu durchschauen. Hier kann ein unabhängiger oder ein bezahlter Autor dahinter stecken.

Mein Fazit: viele detailliert geschriebene Beschwerden, die auch konkrete Beispiele und Fehler benennen, beeinflussen mich in meiner Kaufentscheidung. Euphorische positive Meldungen sehe ich mit Skepsis. Am Besten ist es, wenn man über ein Standardprodukt nur wenig findet. Aber generalisierte negative Bewertungen ohne konkrete Angabe von Fehlern und Schaden finden bei mir auch kein Gehör.

Anlass: meine hochwertige und teure neue Waschmaschine gibt scheinbar - nach nur 10 Monaten - den Geist auf. Natürlich hat sie noch Garantie, aber der Ärger ist ärgerlich. Tonnen von Wäsche und wochenlanges Warten auf den Kundendienst.
Im Netz finde ich leider viele, viele Berichte, die genau die Fehlersituation meiner Waschmaschine beschreiben - leider meist mit schlechtem Ausgang. Trotz Reparaturen haben die meisten Maschinen nach zwei Jahren endgültig den Geist aufgegeben. Oder die User haben die Maschine bald danach entnervt entsorgt.

Ich werde die Testberichte in Zukunft doch häufiger VOR dem Kauf lesen.

Schreiben wir alle doch öfter echte Berichte, wie es uns mit unseren Geräten ergangen ist - detailliert und ehrlich. Das hilft anderen - und letztendlich auch uns - bei der nächsten Kaufentscheidung.

Jetzt organisiere ich erst einmal den Waschsalon. Meine Kinder brauchen saubere Socken - und trotz guter Wäscheplanung kommen wir definitiv nicht länger als eine Woche ohne Waschmaschine aus.

Liebe Grüße
Marie