Montag, 28. April 2014

Hochzeiten

Jetzt im Frühling trudeln sie wieder ein - die Hochzeitseinladungen. Perfekt, wunderschön, an tollen Orten, mit sensationellen Ideen - und leider auch sensationell teuer.

Ich erinnere mich an unsere Hochzeit. Es ist schon lange her, wir waren damals noch Studenten, hatten ein Fülle von Ideen, viele Freunde und ein sehr beschränktes Budget.

Einige Ideen, die uns damals zigtausende Schillinge sparten und unsere Hochzeit zu einem Erlebnis für alle Beteiligten machten, möchte ich euch vorstellen. Noch heute, mehr als 15 Jahre danach, erinnern sich unsere Freunde gerne an dieses schöne und unkomplizierte Fest.

Hochzeitszeitschriften:
Unbedingt notwendig! Man findet so viele Ideen zum Nachmachen. Aber die Zeitschriften sind teuer!
Mein Tipp: ausleihen. In den meisten größeren Leihbüchereien gibt es auch eine Zeitschriftenabteilung. Sie führen zwar vielleicht nicht die allerneuesten Nummern, aber ehrlich gesagt ändert sich am Hochzeitssektor nicht so wahnsinnig viel. Alternative: von anderen Bräuten ausborgen oder im Internet recherchieren.

Das Brautkleid:
Ein tolles Brautkleid musste sein. Einmal im Leben Prinzessin spielen, darauf wollte ich nicht verzichten. Nach einigen strapaziösen Nachmittagen, an denen ich in Begleitung meiner Schwägerin sämtliche Brautmodengeschäfte unserer Stadt abklapperte, war eines klar: entweder ich kaufte ein billiges Hochzeitskleid - von denen mir nicht eines wirklich gefiel - oder Ausleihe. Schließlich entschied ich mich für einen winzigen Brautmodenverleih, der absolut traumhafte Kleider vorrätig hatte. Das Ausleihen kostete samt Reinigung etwa so viel wie ein billiges Kleid. Dafür trug ich eine Robe, die beim Kauf unser gesamtes Hochzeitsbudget aufgefressen hätte. Noch ein Vorteil: nach der Hochzeit konnte ich das Kleid zurückbringen und muss es seither nicht von Schrank zu Schrank räumen und bei jedem Umzug wieder mitnehmen.
Eine weitere tolle Möglichkeit, die viele meine Freundinnen wählten, ist die Trachtenhochzeit. Es muss ja kein weißes Brautdirndl sein. Ein schönes Dirndl mit ganz langem Rock kann man danach kürzen lassen und noch viele Jahre verwenden.

Brautschuhe:
Unter einem langen Kleid sieht man sie nicht. Gar nicht. Ein einfaches weißes Modell, in dem man gut gehen und stehen kann, reicht aus.

Der Hochzeitsanzug:
Hochzeit im Stresemann, abends dann Smoking, klar, das ist stilvoll. Und wenn jemand Stresemann und Smoking öfter braucht, weil er viel auf Bälle geht oder im Diplomatischen Dienst ist, so macht die Anschaffung Sinn.
Wir haben darauf verzichtet. Mein Mann kaufte sich einen wirklich schönen dreiteiligen schwarzen Anzug, den er danach noch etliche Jahre tragen konnte. Erst vor kurzem haben wir ihn ausgemustert. Er war zwar noch in Ordnung, mittlerweile leider aber völlig unmodern.

Kirche, Musik, Agape und Organisation:
Wie gesagt, wir waren sehr jung, hatten wenig Geld und viele Freunde mit ebenso wenig Geld. Also baten wir alle, uns nichts zu schenken, sondern an unserer Hochzeit mitzuwirken. Einige konnten gut singen, sie stellten den Kirchenchor. Ein paar Musiker mit Gitarre und Flöte spielten in der Messe. Vor der Kirche bereiteten einige Freunde eine einfache Agape mit Brötchen, Wein und Wasser vor. Priester und Ministranten waren ebenfalls Freunde. Außer einer kleinen Spende an die Kirche kostete unsere kirchliche Trauung nichts.

Agape:
Trotz kostensparender Organisation konnten wir unmöglich alle Gäste, die in der Kirche dabei waren, zur Tafel bitten. Also luden wir nur die engsten Freunde und die Familie (auch fast 100 Leute) zur Tafel und für alle anderen gab es nach der Kirche eine Agape. Vor unserer Hochzeitskirche gab es einen wunderschönen Vorplatz mit Arkaden, dort konnten unsere Freunde ein einfaches Buffett aufbauen und dort konnte auch die Gratulation stattfinden. Somit konnten wir uns bei allen Gästen bedanken, auch wenn sie abends nicht bei der Tafel geladen waren.

Die Blumenkinder:
Davon hatten wir viele, 10 Stück. Alle Kinder unserer Freunde und mein Patenkind waren dabei. Natürlich konnten wir die Kinder nicht einkleiden. Wir gaben einfach das Motto blau - weiß aus. Die Buben trugen blaue Hosen und weiße Hemden, die Mädchen weiße oder hellblaue oder blau-weiß-gepunktete Sommerkleider. Mein Patenkind trug die Ringe, ihr Bruder die Hochzeitskerze (ein Geschenk einer Freundin meiner Mutter) und die kleineren Kinder einfach Körbchen mit Blütenblättern (diese hatten wir dem Blumenhändler abgeschwatzt).

Papierwaren:
Als angehende Architekten waren wir recht kreativ. Außerdem haben wir einen Freund, der wunderbare Karrikaturen macht. Er zeichnete als Geschenk meinen Mann und mich, diese Grafik verwendeten wir für alle Vordrucke. Papierwaren am Computer gestalten und in einem guten Copyshop auf schönes dickeres Papier drucken lassen, war damals recht preiswert möglich.
Es war zwar viel Arbeit, vor allem, weil die kleineren Karten, Tischkarten, etc. alle noch geschnitten werden mussten. Außer den Papier- und Kopierkosten war die Sache aber gratis.
Heutzutage gibt es im Internet tausende Ideen und kostenlose Vorlagen, die man verwenden kann.

Hochzeitstorte:
Die netteste Geschichte gibt es zu unserer Hochzeitstorte zu erzählen. Eine sehr liebe Freundin bäckt mit Begeisterung Torten. Also baten wir sie um die Hochzeitstorte. Da sie sehr kreativ ist und wir Architektur studierten, wollte sie uns etwas ganz Besonderes schenken. Sie entschied sich für das Empire State Building in Tortenform.
Eine Herausforderung. Denn die Torte musste für fast 100 Gäste reichen und frisch sein. In einer kleinen Küche kein einfaches Unterfangen.
Unsere liebe T. buk schon zwei Tage vorher die Teiggrundlagen. Schokolade, Biskuit, Mandelbiskuit und viel weitere köstliche Variationen. Am Abend vor der Hochzeit begann dann die heiße Phase - das Zusammensetzten der Torte.
Schicht um Schicht wurde mit verschiedenen Cremen aufeinandergeschichtet - fast 1 m hoch. Leider ist T. keine Architektin und der Begriff Statik kam ihr erst in den Sinn, als die Torte sich bedrohlich neigte. Sie war zu groß, zu schwer und zu schlank. Verzweifelt versuchte sie mit verschiedenen Tricks die Torte abzustützen. Vergeblich.

Schließlich blieb ihr nichts anderes übrig, als die Gebäudespitze auf die Basis zu setzten, und den Mittelteil daneben stehen zu lassen. Ein zweigeteiltes Gebäude. Erst um 5 Uhr früh kroch sie todmüde ins Bett.
T. war anfangs todunglücklich, aber alle Hochzeitsgäste waren von der Torte und der dazugehörigen Geschichte begeistert. Und für uns war es die beste und schönste Torte, die wir je gegessen hatten.

Musik bei der Tafel:
Eine Band oder Musikgruppe konnten wir uns nicht leisten. Keine Chance. Außerdem finde ich die meisten Gruppen recht aufdringlich. Einen Abendgestalter, der unsere Gäste animiert oder bei Laune hält, brauchten wir außerdem nicht. Wir hatten auch so viel Spaß.
Ein guter Freund brachte einfach seine Musikanlage mit, alle Freunde entsprechende CDs und als DJs wechselten sie sich ab. Super! Heutzutage ist es noch einfacher: eine tolle Playlist am iPod zusammenstellen und nach Bedarf abspielen.

Kreativität ist gefragt. Eine Hochzeit, auch mit vielen Freunden und Gästen, muss nicht teuer sein. Im Gegenteil, wenn viele Freunde mithelfen, wird es ein besonders schönes Fest.

Mit liebem Gruß
Marie

Mittwoch, 19. März 2014

Frisches Fruchtjoghurt

Selbstgemachtes Fruchtjoghurt - mit extra vielen Früchten.

Zu unseren Abendessen beglücke ich meine Familie seit einigen Wochen regelmäßig mit zusätzlichem Obst und Gemüse. Untertags kommt das "Grünzeug" leider zu kurz, trotz ausgewogenem Pausensnack und guter Schulküche. 5 Portionen Obst und Gemüse sollte man ja täglich zu sich nehmen. Mit meiner Salat - und - Obst - Initiative zum Abendessen kommen wir diesem Ziel näher.

In hübschen Gläsern sieht dieses Dessert besonders gut aus.


Gestern stand selbstgemachtes Fruchtjoghurt am Speisezettel. Ein schnelles, gutes, beliebtes und sehr kostengünstiges Rezept. Außerdem enthält selbstgemachtes Fruchtjoghurt doch wesentlich weniger Zucker als gekaufte Produkte - und schmeckt viel besser.

Zitronenmelisse und Limette als Dekoration.

Zutaten für 4 Portionen:

1 Becher Naturjoghurt mit dickerer Konsistenz (zb griechisches Naturjoghurt), 250 g
1 EL Zucker oder Honig (kann man bei sehr süßen Früchten auch weglassen!)
400 bis 600 g Obst (bei meinem Rezept waren es 1 Banane, 1 Apfel, 150 g Erdbeeren)
1 Limette oder Zitrone
ein paar Minz- oder Zitronenmelissenblättchen zur Garnitur

Die Zutaten sind für 4 Portionen gerechnet.

Das Obst in kleine Stücke schneiden und mit etwas Zitronensaft marinieren. Naturjoghurt mit Zucker verrühren, Obst dazugeben. Alles in Gläser füllen und mit Limettenscheiben und Melisse garnieren.

Zubereitungszeit: 5 Minuten

Guten Appetit!

Ein schnelles Rezept, das immer gut schmeckt.

Das Obst war leider noch nicht aus meinem eigenen Garten, hier wächst derzeit noch wenig Essbares. Aber die Melissenblättchen sind schon frisch gepflückt.

Gutes Gelingen!
Marie

Hier findest du weitere schnelle, gute und kostengünstige Rezepte:

http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/02/vollkornpizza-mit-artischocken-und.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/02/lavendelzucker-und-vanillezucker.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2013/11/kekse-backen-mit-kindern.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2013/11/was-macht-man-mit-der-ubriggebliebenen.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2013/07/schnelle-gemusebeilage-frisch-aus-dem.html

Ich nehme natürlich wieder an Linkpartys teil! Danke an die Veranstalter!
http://frollein-pfau.blogspot.de/

Mittwoch, 5. März 2014

Rezepte - Linkparty

Soeben habe ich eine ganz neue tolle Rezepte - Linkparty gefunden.

Küchenwerke 

Ein neuer, frischer Blog, tolle Ideen und hier kann man einmal nur seine besten Rezepte verlinken.

Hier gibt es weitere tolle Linkpartys, die ich gerne besuche!

Reinschauen lohnt sich. 

Ich mach schon mit!

Liebe Grüße
Marie

Dienstag, 4. März 2014

Liebster Award!

Mein zweiter Award. Wahnsinn. Danke an Franziska von Everything by my.

Ich freue mich sehr und werde gleich einmal zur Beantwortung der Fragen schreiten.



Warum wolltest du einen Blog schreiben?

Ich habe vor einem knappen Dreivierteljahr mit meinem Blog begonnen, Gründe dafür gibt es viele. Ich schreibe gerne, fotografiere und zeichne mit viel Enthusiasmus und stecke eigentlich ständig mitten in einer Reihe von Projekten.
Mein Blog ist vor allem ein Projekttagebuch für mich selbst - und ich freue mich sehr, dass es bereits viele gibt, die an meinen Ideen und Gedanken Gefallen finden.


Das Peinlichste, was dir jemals passiert ist? 

Uuupps! Da werde ich rot! Und verrate sicher nichts....


Glaubst du an Sternzeichen und deren Charaktereigenschaften?

Naja - das ist sehr unterschiedlich. Prinzipiell bin ich Technikerin und Architektin und habe auch einmal kurz intensiv in die Naturwissenschaften hineingeschnuppert (Mathe - und Physikstudium, aber nicht abgeschlossen). Daher stehe ich Dingen wie Astrologie eher kritisch gegenüber.
Manchmal jedoch bin ich verblüfft, dass Charaktereigenschaften dann doch sehr zutreffend sind. Aber vielleicht ist das Zufall.


Wie inspirierst du dich für deine Kreativitäten?

Lesen, Lesen, Lesen, Schauen, Spazieren Gehen, Ausstellungen, Museen, Reisen, Messen, Gespräche mit Freunden und Kollegen, Kinder - an Ideen mangelt es mir nie. Leider aber an der Zeit (und manchmal auch an der Beharrlichkeit), um alles umzusetzen.
 
Wie stehst du zu Mode und Trends?


Trends in Architektur und Design verfolge ich mit Interesse und einer gehörigen Portion Skepsis. Bei mir muss jeder Trend die drei F (fff) - Prüfung bestehen. Form Follows Function.
Mode- und Stylingtrends sind mir nicht so wichtig, ich habe für mich persönlich einen klassisch - sportlichen Stil gefunden, den ich mag und der mich in meinem Beruf unterstützt. Ich bin doch sehr oft auf Baustellen, etc. unterwegs. Aber ich bewundere Leute mit mehr Mut zum Styling, die Trends folgen und diese perfekt auf sich selbst abstimmen.

Dazu habe ich ein tolles Beispiel für Euch. Schaut doch einmal hier vorbei.


Jetzt soll ich noch 5 Blogger nennen, an die ich den Award weiterreichen möchte. Das wird diesmal schwer. Ich habe erst vor ein paar Tagen den Award an 10 tolle Blogs weitergeben dürfen.
Es sollen kleine, neue Kreativblogs sein - und ich kenne derzeit einfach zu wenige davon.


Daher meine große Bitte:

Wenn Du einen kleinen tollen Blog hast, der einen Award verdient und hier mitliest, dann schreib mir doch bitte, als Kommentar oder per Mail. Ich reiche den Award dann gerne an dich weiter!

Wenn Du einen kleinen tollen Blog kennst, der mir bisher entgangen ist und der einen Award bekommen soll, bitte um Nachricht.

Danke an Euch!

Die 5 Fragen muss ich mir auch noch überlegen. Mal sehen...

Mit lieben Grüßen
Marie

Montag, 3. März 2014

Das Haus für alle Lebenslagen

Heute möchte ich ein wichtiges und ernstes Thema ansprechen, das uns alle in irgendeiner Form betrifft oder irgendwann betreffen wird. Die meisten meiner lieben Leserinnen sind zwar, soweit ich weiß, zwischen 30 und 50 Jahre alt, aktiv und engagiert, und von diesem Thema derzeit nicht wirklich betroffen. Aber wir alle haben Eltern, deren Kräfte vielleicht langsam nachlassen. Wir selbst werden ebenfalls irgendwann in das Alter kommen, in dem es schier unmöglich erscheint, eine Stiege zu erklimmen oder alleine in die Badewanne zu steigen.

Worum es in diesem Post geht? Um die Adaptierung und Planung unserer Häuser, Wohnungen und Lebensbereiche, damit wir auch im Alter, in Krankheit oder mit einer Behinderung so autonom wie möglich leben können.

Gleich vorneweg eine ziemlich harte Wahrheit, mit der ich als Architektin immer wieder konfrontiert werde:

Die Entscheidung, ob ein älterer oder behinderter Mensch zu Hause betreut werden kann oder in ein Pflegeheim eingewiesen werden muss, liegt in 85% der Fälle am Zustand und an der Ausstattung seiner Wohnung.

Eine bittere Wahrheit. Denn in einer barrierefreien, gut ausgestatteten Wohnung können auch sehr alte oder behinderte Menschen mit mobilen Diensten gut versorgt werden. Eine Putzfrau, Essen auf Rädern oder ein anderer Essensdienst, eine mobile Krankenschwester oder Heimhilfe - und ein Mensch, der nicht auf eine 24 Stunden Hilfe angewiesen ist, kann durchaus in seinem eigenen Zuhause alt werden. Viele Kommunen gewähren auf diese Dienste finanzielle Zuschüsse, sodass auch Bezieher kleiner Einkommen diese Hilfen problemlos in Anspruch nehmen können.

Dazu möchte ich als Beispiel meine Großmutter anführen, die mittlerweile schon verstorben ist. Sie war eine sehr kluge und vorausschauende Dame, die diese Wahrheit schon früh erkannt hat.
Nachdem ihr Mann starb, als sie selbst 60 Jahre alt war, kaufte sie sich eine kleine Eigentumswohnung, die alle ihre Bedürfnisse erfüllte. Die Wohnung war nicht allzu groß (60m2), verfügte aber über zwei schöne Zimmer und einen großen sonnigen Südbalkon. Im Haus gab es einen Lift und der Blick aus der Wohnung ging in einen begrünten Innenhof. Trotzdem lag die Wohnung in einem belebten Stadtviertel, in dem alle Geschäfte des täglichen Bedarfs in unmittelbarer Umgebung zu Fuß zu erreichen waren.
Die Wohnung war nach heutigem Standard nicht barrierefrei gestaltet, aber sie war so angelegt und eingerichtet, dass auch ein sehr alter Mensch (und meine Großmutter wurde über 90 Jahre alt) gut damit zurechtkam.
In den letzten Jahren erblindete meine Großmutter völlig, trotzdem konnte sie bis 4 Monate vor ihrem Tod ganz alleine in ihrer geliebten kleinen Wohnung leben. Einer aus unserer Familie schaute mindestens alle zwei Tage bei ihr vorbei, sie hatte eine Putzfrau, eine Heimhilfe und bekam Essen auf Rädern. Außerdem trug sie ein Notfallarmband, mit dem sie schnell Hilfe herbeiholen konnte.
Möglich war die häusliche Betreuung nur deshalb, weil die Wohnung
  • auf einer Ebene lag
  • es keinerlei Stolperfallen gab
  • das Bad so ausgestattet war, dass die Heimhilfe die nötige Körperhygiene durchführen konnte
  • die Toilette so beschaffen war, dass sie ohne Hilfe schnell zu erreichen war
  • die Küche so ausgestattet war, dass die Zubereitung kleiner Mahlzeiten möglich war
  • es im Haus einen Lift gab
  • am Weg von der Wohnung auf die Straße keinerlei Stufen zu überwinden waren
  • es einen Freifläche gab (Balkon und Hof), der barrierefrei zu erreichen war
Meine Großmutter war nicht gehbehindert, trotzdem stellten Stufen für sie in den letzten Jahren ein fast unüberwindliches Hindernis dar.

Warum ich diesen Post schreibe? Weil es mir ein Anliegen ist, dass wir alle in unseren eigenen vier Wänden glücklich leben können, und zwar so lange wie möglich.

Die Planung für den dritten Lebensabschnitt - und das ist das wirklich wichtige - beginnt aber viel, viel früher. Wer in seinem mühsam ersparten und mit viel Liebe gebauten Haus alt werden möchte, muss diesen Umstand schon bei der Planung berücksichtigen. Auch dann wenn man das Haus Jahrzehnte früher baut.


Wessen Haus für einen Alterssitz ungeeignet ist, der sollte es rechtzeitig umbauten oder sich um ein neues Domizil umsehen. Rechtzeitig bedeutet hierbei spätestens im Alter zwischen 50 und 60! Denn sobald eine Betreuung notwendig wird oder ein Nachlassen der Kräfte eintritt, ist es leider meist zu spät. Eine so große Veränderung wie einen Umbau oder einen Umzug verkraftet man finanziell und kräftemäßig nur dann, wenn man nicht bereits durch einen anderen Umstand, beispielweise eine Krankheit oder ein anderes Leiden, geschwächt ist.

Was bedeutet das nun für uns konkret?

Als Kinder: sehen wir uns die derzeitigen Wohnsitze unserer Eltern einmal kritisch an. Können diese barrierefrei adaptiert werden? Und wenn ja, mit welchen Kosten und mit welchem Aufwand? Und wann sollen diese Adaptierungsarbeiten stattfinden? Oder ist ein RECHTZEITIGER Wohnungswechsel besser?
Allerdings darf man hier nie aus den Augen verlieren, dass wir unseren Eltern zwar einen Rat geben können. Unsere Eltern haben aber jedes Recht, ihre Entscheidungen alleine zu treffen - auch und vor allem in dieser Hinsicht.

Für uns selbst:
Wer gerade baut, sollte sich folgende Fragen stellen:
  • Ist ein Eingang des Hauses völlig ohne Stufen zu erreichen?
  • Kann ein barrierefrei erreichbares Geschoß folgendermaßen umgebaut werden: Küche, barrierefreiees Bad, barrierefreies WC, Aufenhaltsraum, Schlafraum auf EINER Ebene?
Der Einbau von Liften, gleich welcher Art, ist zwar fast überall möglich, meist aber mit sehr hohen Kosten verbunden. Ein einfacher Treppenlift, der allerdings nur für leicht gehbehinderte Personen geeignet ist, kommt je nach Einbausituation auf mindestens 12.000 Euro. Für einen richtigen Lift muss man alleine für die Liftkabine mit rund 40.000 Euro rechnen, dazu kommen dann noch sämtliche notwendigen Baumeisterarbeiten mit Liftschacht etc.

Das sind Ausgaben und Umbauten, die man leicht einsparen kann, wenn man das Haus von vorneherein so plant, dass es im Ernstfall barrierefrei adaptierbar ist.

Barrierefrei adaptierbar heißt, dass ich natürlich in ein neues Haus für eine junge Familie keine behindertengerechten Bäder einbauen lasse. Das wäre Unfug. Es bedeutet aber, dass ein bestehendes Bad im Bedarfsfall so umgebaut werden kann, in dem man beispielsweise die Badewanne entfernt, das Waschbecken unterfahrbar macht und eine bodenebene Dusche einbaut.

Wir alle stellen uns insgeheim vor, bei guter Gesundheit 90 Jahre alt zu werden und dann friedlich in unseren Betten einzuschlafen. Leider entspricht das nur in den seltensten Fällen den Tatsachen. Stellen wir uns der Realität und planen wir unseren dritten Lebensabschnitt ebenso sorgsam wie alles andere. Je leichter wir uns das Leben und vor allem das Wohnen im Alter schon in früheren Jahren einrichten, desto länger können wir autonom in unseren eigenen vier Wänden leben.

Mit lieben Grüßen
Marie