Koffer packen

Es ist ein uraltes und entsprechend abgenütztes Thema - und trotzdem hilft es mir jedesmal wieder beim Packen: die Packliste.

Heute habe ich die Koffer für meine beiden Buben gepackt. Sie dürfen morgen für zwei Wochen zu den Großeltern fahren, danach machen wir noch zwei Wochen Familienurlaub. Also muss ich alles Nötige für vier Wochen Sommerurlaub in Österreich einpacken. Und wer das Wetter im Sommer in Österreich, noch dazu im Mittelgebirge kennt, weiß, dass so ziemlich der gesamte Kleiderschrank mitgenommen werden muss. Von wochenlangem Dauerregen mit 8°C Höchsttemperatur, Nächten im Bereich des Gefrierpunktes bis zu Tropennächten mit 28°C und Hitzetagen ist wettermäßig alles möglich.

Schon vor Jahren habe ich daher für die diversen Urlaubsformen meine Packlisten in den Computer getippt. Diese werden jährlich ergänzt und adaptiert. Windeln und Wickelzubehör konnte ich schon vor langer Zeit streichen, dafür werden die Sportutensilien jährlich mehr.

Heute habe ich also meine Liste "Sommerurlaub Österreich" für jedes Kind ausgedruckt, die Mengen der benötigten Kleidungsstücke grob geschätzt und auf die Liste geschrieben. Eine kurze Adaptierung, weil der Urlaub heuer sehr lang ist - und die neue Liste mit dem Jahr 2014 neu gespeichert.


Das Packen geht anhand einer solchen Liste dann Ruck-Zuck. Kleiderschrank auf, alles benötigte herausgenommen, auf der Liste abgehakt und in den Koffer gelegt. Was ich morgen noch bedenken oder einpacken muss, wird mit Leuchtstift markiert.

In der letzten Woche habe ich schon darauf geachtet, dass die Kinder nur mehr Dinge trugen, die nicht in den Urlaub mitgenommen werden sollten. Und das schöne und warme Wetter war mir beim Wäschetrocknen sehr behilflich. Ich bin nämlich ein strikter Gegner des Trockners und lasse meine Wäsche lieber im Sonnenschein und Wind im Freien trocknen. Besser fürs Budget, besser für die Umwelt und ein unvergleichlich frischer Wäscheduft, ganz ohne Weichspüler und Parfums.

Eigentlich kann ich Kofferpacken nicht ausstehen, so gerne ich auch verreise. Kofferpacken für andere, wenn ich noch nicht verreisen darf, ist doppelt hart. Aber mit meiner Packliste geht es eigentlich schnell und stressfrei und ich vergesse nur sehr selten etwas. Und einem schönen Urlaub steht jetzt auch nichts mehr im Wege - hoffentlich spielt auch das Wetter noch mit.

Mit liebem Gruß
Marie

Ferienanfang und Schulsachen

Diese Woche haben meine beiden Buben säckeweise Schulsachen nach Hause gebracht. Bücher, Hefte, Malkästen, Zeichnungen, Turnsachen, Schwimmbeutel, und noch tausend andere Dinge.
Angesichts der nahen Ferien und der Urlaubsstimmung wäre es wunderbar, diese Dinge einfach in den Schrank zu räumen (außer das verschwitzte Turnzeug und die Jausenbrotboxen natürlich) und bis Ende August zu vergessen.

Leider habe ich Ende August angesichts des nahenden Schulanfangs noch weniger Lust, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen als jetzt. Darum habe ich gemeinsam mit meinen Kindern alle Schulsachen in Angriff genommen und soweit wie möglich wieder in Ordnung gebracht. Außerdem ist derzeit überall Ausverkauf, daher können verlorene oder ausgediente Dinge viel billiger ersetzt werden als im August. Die "Aktionen" zu Schulanfang sind nämlich meist gar keine!

Für alle Hefte, Bücher etc. eines Jahres habe ich in einem Möbelhaus schöne bunte Boxen etwa im Format A4 gekauft. In diese kommt alles hinein, was im nächsten Jahr nicht mehr benötigt wird, vor allem Hefte und Bücher. Die unzähligen Zettel und Kopien werfen wir ins Altpapier. Kein Mensch braucht 75 Mathematik-Übungsblätter, auch nicht als Erinnerung. Ein bis zwei Boxen pro Schuljahr reichen aus. Mit wenig Aufwand sind so alle Schulsachen weggeräumt. Die Boxen werden mit Namen und Schuljahr beschriftet - und wenn meine Kinder dereinst mein Haus verlassen werden, dürfen sie all diese Kisten mitnehmen und entscheiden, was damit geschehen soll. Vielleicht wollen sie die Schulsachen auch schon vorher entsorgen, derzeit werden Hefte und Bücher aber noch aufgehoben.

Turnzeug, Tennissachen, Schwimmzeug, Sportschuhe, Fussballschuhe und  dergleichen werden durchgesehen, gewaschen und fix fertig weggeräumt. Fehlende, beschädigte oder zu klein gewordene Dinge und Kleidungsstücke werden repariert oder ersetzt.

Malkoffer, Bastelkoffer, Handarbeitskoffer, Schultasche, Federpennal und Inhalt, Heftmappe etc. werden ebenfalls gereinigt und eventuell neu befüllt. Meine Kinder gehen, trotz ihres Temperaments, eigentlich recht sorgsam mit den Schulutensilien um. Dieses Jahr musste ein Malkasten und ein Federpennal ersetzt werden (nach immerhin drei Schuljahren), zwei Turnhosen sind zu klein, die Badehosen habe ich bereits unterm Jahr neu gekauft, und beide Federpennale werden mit neuen Buntstiften, Bleistiften und Radiergummis ausgestattet. Auch ein paar Filzstifte muss ich nachkaufen und natürlich noch neue Hausschuhe besorgen. Diese überleben - selbst wenn sie nicht zu klein geworden sind - niemals länger als maximal ein Schuljahr.

Die vielen tollen Bastelarbeiten, Bilder, Kunstwerke und Handarbeiten habe ich einzeln abfotografiert und an einem Ort zur Präsentation ausgestellt. Bilder und Zeichnungen hängen an den jeweiligen Kinderzimmertüren (siehe Tipp unten), die Basteleien und Handarbeiten haben einen Ehrenplatz in einem Regal bekommen. Nach einiger Zeit, wenn neue Basteleien dazukommen, werden die alten entsorgt. Aber es gibt von allen Kunstwerken Fotos und jedes wird eine gewisse Zeit zu Hause ausgestellt. Einige wenige besonders gelungene Arbeiten schaffen es in die "Schatzkiste", eine (kleine!) Box, die für Sachen reserviert ist, die wir längerfristig aufheben wollen.

Die Werke der Kinder werden fotografiert, ausgestellt, und nach einer Weile entsorgt.


Die ganze Sache - konzentriert auf einmal erledigt nimmt nicht viel mehr als einen halben Tag in Anspruch. Und nun können wir die Ferien bis zum letzten Tag genießen.

Tipp zur Türgalerie:
Meine Türen sind lackiert und ich mag es gar nicht, wenn etwas mit Klebeband darauf geklebt wird. Auch auf Holztüren hinterlässt der Klebstoff sehr bald hässliche Spuren, bei lackierten Türen blättert der Lack binnen kurzer Zeit unweigerlich ab. Um die Türen nicht zu beschädigen und trotzdem als Galerie nützen zu können, habe ich großen weißen Bastelkarton im Format 80x80 cm besorgt. Dieser Karton ist exakt so breit wie meine Türen (bei schmäleren Türen muss der Karton eben genau auf Türbreite zugeschnitten werden).
An den Kanten (vor allem oben) klebe ich den Karton nun vorsichtig mit Scotch-Band an der Türe an, wobei das Klebeband nur im Türfalz befestigt wird (wenn dort der Lack ein wenig abblättert, sieht man es kaum und kann es auch leicht wieder ausbessern). Damit habe ich eine große leere Präsentationsfläche für die Zeichnungen und Malereien meiner Kinder. Die Zeichnungen werden einfach auf den Karton geklebt, verschönern die Kinderzimmertüren und sind rückstandfrei wieder zu entfernen.

Noch ein paar Tage bis zu den großen Ferien!

Gruß
Marie

Natürlich nehme ich wieder an Linkpartys teil! Schaut auch vorbei und holt euch tolle Ideen.

Weitere Organisationsideen von Marie

http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/02/ordnung-im-badezimmer.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/02/memorykeeping-ein-zuhause-fur-schone.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/01/badutensilos-die-nichts-kosten.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/01/x-mas-deko-verstauen.html   http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/01/samenbox-und-gartentagebuch.html

Toller Nachtisch in 3 Variationen: Blanc Manger

Blanc Manger mit Himbeersauce

Ich liebe Nachtische, vor allem, wenn sie cremig und mit Früchten sind. Hier zeige ich euch meine 3 Variationen von Blanc Manger mit Himbeersauce.

Der Nachtisch ist schnell zubereitet, allerdings sollte man das am Vortag erledigen, da die Creme mindestens 4-5 Stunden im Kühlschrank fest werden muss.

Blanc Manger ist eine uralte Nachspeise, die schon im Mittelalter bekannt war. Das tolle daran ist, dass man den Geschmack beliebig variieren kann. Das ursprüngliche Rezept war einfach eine gekochte Mandelcreme, die mit Gelatine verrührt wurde, damit sie stockt.

Statt Mandelmilch kann man aber auch viele andere Geschmacksträger verwenden. Ich zeige euch:

  • Klassisches Blanc Manger mit Mandelmilch
  • Variation Blanc Manger mit Kokosmilch
  • Variation Blanc Manger mit Lavendelzucker


Blanc Manger

Das Grundrezept ist einfach. Die Milch wird mit dem Geschmacksträger aufgekocht und danach mit Gelatine vermengt. Wenn die Mischung etwas abgekühlt ist, zieht man geschlagenes Schlagobers darunter und füllt die Masse in kleine Förmchen. Nach rund 5 Stunden Kühlzeit lassen sich diese stürzen und mit Fruchtsauce servieren.


Zutaten Grundrezept (für 6 Portionen):

  • 500 ml Milch mit Geschmacksstoffen
  • 80 g Zucker
  • 8 Blatt Gelatine
  • 250 ml Sahne (Schlagobers) geschlagen
Mandelmilch
500 ml Milch mit 100 g geschälten Mandeln
Mandeln mit der Milch gut aufkochen, danach abseihen. Die Mandeln werden nicht weiterverarbeitet. Wer möchte, kann einen Tropfen Bittermandelöl dazugeben.

Kokosmilch
Die Geschmacksmilch besteht in diesem Fall aus
250 ml Milch
250 ml Kokosmilch
ein wenig Kardamom


Lavendelmilch
Den Zucker durch 80 g Lavendelzucker ersetzen


Blanc Manger

Die Milch wird mit den Geschmacksstoffen und dem Zucker kurz aufgekocht. Währenddessen die Gelatine in kaltem Wasser einweichen und nach rund 5 Minuten ausdrücken.

Die Milch vom Herd nehmen, mit der Gelatine gut verrrühren, damit keine Klümpchen entstehen.

Während die Milch - Gelatine  - Masse abkühlt, wird das Schlagobers steif geschlagen.

Sobald die Milchmasse zu gelieren beginnt (Achtung, dieser Zeitpunkt muss genau eingehalten werden!), das Schlagobers vorsichtig unterziehen. Diese Tätigkeit ist etwas heikel. Ist die Masse zu noch zu heiß, dann zerrinnt das Schlagobers (macht auch nicht so viel, die Creme wird dann etwas  weniger luftig, aber sie ist essbar). Wenn die Masse schon zu stark geliert ist, gibt es Klümpchen beim Unterziehen der Sahne. Ausprobieren!

Die Masse in kleine Förmchen füllen, die kalt sind und mit kaltem Wasser ausgespült wurden. Ich nehme dafür immer meine Kaffeehäferln, die haben einen schönen runden Boden.

Die Förmchen mit Klarsichtfolie abdecken und mindestens 5 Stunden im Kühlschrank stehen lassen.

Vor dem Servieren die Form außen ganz kurz mit heißem Wasser abspülen. Dann kann man die Creme sehr gut herausstürzen.

Mit Himbeersauce oder einer anderen Fruchtsauce garnieren, servieren und genießen.

Fruchtsauce:
250 bis 500 g frische Früchte (oder TK Beeren) mit 50 g Zucker passieren, ein paar ganze Früchte aufheben und daruntermischen.
Wenn die Nachspeise nur für Erwachsene bestimmt ist, kann man die Fruchtsauce auch mit einem EL Rum abrunden.


Für die Fruchtsauce ein paar ganze Früchte beiseite legen und nicht mitpassieren.

Gutes Gelingen!
Marie

Ich nehme natürlich wieder an tollen Linkpartys teil! Reinschauen, es gibt so viel Neues zu entdecken.

Weitere Rezepte von Marie

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Kinderspielzeug

Das Babyalter ist vorbei, das Kleinkindalter auch. Einerseits bin ich froh darüber, bereits zwei so selbständige Buben zu haben. Andererseits frage ich mich manchmal, wo die Jahre geblieben sind. Gerade eben noch war ich schwanger - und nun muss ich mich bereits mit einem präpubertierenden Jugendlichen auseinandersetzen.

Am Wochenende war das Wetter teilweise so kalt, dass wir die Zeit nützten, um ein paar Kisten durchzusortieren. Spielzeugkisten.

Generell haben wir nicht allzuviel aufgehoben - dachte ich. Kinderbücher, aus denen meine beiden herauswachsen, geben wir generell schnell weiter. Wir heben nur die absoluten Lieblingsbücher und echte Klassiker auf, die man auch in späteren Jahren noch gerne liest. Das fünfte Eisenbahnbuch, das dritte Tierlexikon, die unzähligen Conny und Drache Kokosnuss Bücher (sehr geliebt zu ihrer Zeit) finden sehr schnell den Weg zu unseren Verwandten und Freunden mit kleineren Kindern.

Auch Spiele und Spielzeug werden relativ schnell verschenkt, Puzzles mit 25 Teilen, Spiele für das Vorschulalter, die Bob der Baumeister Werkbank - lauter Dinge, die man nicht auf Dauer aufheben möchte. Unsere Kinderzimmer sind zwar geräumig, aber nicht allzu groß und ich achte darauf, dass der Stauraum überschaubar bleibt. Somit muss regelmäßig aussortiert werden.

Also haben wir kaum mehr Kleinkinderspielzeug - dachte ich. Am Wochenende holten wir die Kisten heraus. Es waren ziemlich viele, denn das schöne, wertvolle, haltbare, zeitlose Spielzeug haben wir aufgehoben. 6 riesige Kisten voll Playmobil, drei Kisten Matador, vier Kisten Lego Duplo, drei Kisten Brio Eisenbahn - alles seit Jahren verstaut (bis auf Playmobil, das lagert noch nicht so lange im Dachboden).

Was tun? Alles aufheben? Für wen? Für eventuelle Enkelkinder in 20 Jahren? Alles weggeben? Vekaufen? Verschenken? Und wenn kleine Kinder zu Besuch kommen?

Abgesehen vom beträchtlichen materiellen Wert sind alle Spielsachen unglaublich schön. Natürlich hat das eine oder andere Teil gelitten, aber im Prinzip sind diese qualitativ hochwertigen Spielsachen so gut wie unzerstörbar.

Das nächste Dilemma: das Spielzeug gehört beiden Kindern. Natürlich hat der eine vielleicht das Feuerwehrauto und der andere den Zoo bekommen, aber prinzipiell haben sie immer gemeinsam mit allen Dingen gespielt.

Wir diskutierten die Sache, während sich meine Kinder glücklich durch Berge von Kleinkinderspielzeug wühlten und freudiges Wiedersehen mit der Lok Thomas oder dem ersten Duplo Feuerwehrauto feierten.

Nach aufregenden Diskussionen kamen wir zu folgender Lösung:
  • Zunächst wurde aussortiert: alles, was nicht 100%ig ok war, kam in den Müll. Das war allerdings nicht viel...
  • dann bildeten wir Gruppen innerhalb der einzelnen Spielzeuge, also Duplo Fahrzeuge, Steine, Tiere, etc., Brio Schienen, Fahrzeuge, Bauwerke, etc.
  • Meine Kinder entschieden, das Matador nicht zu behalten. Davon hatten wir nie allzuviel und sie spielten auch wenig damit. Also wurde Matador sortiert, fotografiert und auf einer Online-Plattform zum Verkauf angeboten. Den Erlös werden sich die Kinder teilen.
  • Brio Eisenbahn musste bleiben. Absolut! Keine Diskussion. Nur der Bahnhof, den ein ungestümer kleiner Gast einmal irreparabel beschädigt hatte, wurde schweren Herzens entsorgt.
  • Duplo wurde reduziert. Die schönsten Themen und alle Grundsteine wollten sie behalten, viele Sonderthemen und Sonderbausteine wurden in Gruppen zusammengefasst und ebenfalls zum Verkauf eingestellt.
  • Mit dem Playmobil - Kisten haben wir noch nicht begonnen.
Wir legten gemeinsam fest, dass es zu jedem Spielzeug in Zukunft eine große Kiste gibt, die bei Bedarf herausgeholt werden kann. Also eine Kiste mit Brio - Eisenbahn, eine Kiste mit Duplo, etc. Aber eben nur eine Kiste.

Meine Kinder bezeichnen diese Kisten jetzt als Oma - Opa Kisten. (Danke, so alt sind wir noch nicht!). Aber wenn in ferner Zukunft einmal unsere potentiellen Enkelkinder zu Besuch kämen, dann könnten sie damit spielen und hätten tolles Spielzeug.

Bis dahin werden meine Kinder die Kisten sporadisch herausholen, wenn sie dazu Lust haben oder kleine Kinder zu Besuch kommen.

Was macht ihr mit dem Kinderspielzeug, wenn eure Kinder herauswachsen? Welche Lösungen und Strategien habt ihr, damit euch die Kisten nicht über den Kopf wachsen? Bitte um Ideen und Vorschläge.

Mit liebem Gruß
Marie

Hochzeiten

Jetzt im Frühling trudeln sie wieder ein - die Hochzeitseinladungen. Perfekt, wunderschön, an tollen Orten, mit sensationellen Ideen - und leider auch sensationell teuer.

Ich erinnere mich an unsere Hochzeit. Es ist schon lange her, wir waren damals noch Studenten, hatten ein Fülle von Ideen, viele Freunde und ein sehr beschränktes Budget.

Einige Ideen, die uns damals zigtausende Schillinge sparten und unsere Hochzeit zu einem Erlebnis für alle Beteiligten machten, möchte ich euch vorstellen. Noch heute, mehr als 15 Jahre danach, erinnern sich unsere Freunde gerne an dieses schöne und unkomplizierte Fest.

Hochzeitszeitschriften:
Unbedingt notwendig! Man findet so viele Ideen zum Nachmachen. Aber die Zeitschriften sind teuer!
Mein Tipp: ausleihen. In den meisten größeren Leihbüchereien gibt es auch eine Zeitschriftenabteilung. Sie führen zwar vielleicht nicht die allerneuesten Nummern, aber ehrlich gesagt ändert sich am Hochzeitssektor nicht so wahnsinnig viel. Alternative: von anderen Bräuten ausborgen oder im Internet recherchieren.

Das Brautkleid:
Ein tolles Brautkleid musste sein. Einmal im Leben Prinzessin spielen, darauf wollte ich nicht verzichten. Nach einigen strapaziösen Nachmittagen, an denen ich in Begleitung meiner Schwägerin sämtliche Brautmodengeschäfte unserer Stadt abklapperte, war eines klar: entweder ich kaufte ein billiges Hochzeitskleid - von denen mir nicht eines wirklich gefiel - oder Ausleihe. Schließlich entschied ich mich für einen winzigen Brautmodenverleih, der absolut traumhafte Kleider vorrätig hatte. Das Ausleihen kostete samt Reinigung etwa so viel wie ein billiges Kleid. Dafür trug ich eine Robe, die beim Kauf unser gesamtes Hochzeitsbudget aufgefressen hätte. Noch ein Vorteil: nach der Hochzeit konnte ich das Kleid zurückbringen und muss es seither nicht von Schrank zu Schrank räumen und bei jedem Umzug wieder mitnehmen.
Eine weitere tolle Möglichkeit, die viele meine Freundinnen wählten, ist die Trachtenhochzeit. Es muss ja kein weißes Brautdirndl sein. Ein schönes Dirndl mit ganz langem Rock kann man danach kürzen lassen und noch viele Jahre verwenden.

Brautschuhe:
Unter einem langen Kleid sieht man sie nicht. Gar nicht. Ein einfaches weißes Modell, in dem man gut gehen und stehen kann, reicht aus.

Der Hochzeitsanzug:
Hochzeit im Stresemann, abends dann Smoking, klar, das ist stilvoll. Und wenn jemand Stresemann und Smoking öfter braucht, weil er viel auf Bälle geht oder im Diplomatischen Dienst ist, so macht die Anschaffung Sinn.
Wir haben darauf verzichtet. Mein Mann kaufte sich einen wirklich schönen dreiteiligen schwarzen Anzug, den er danach noch etliche Jahre tragen konnte. Erst vor kurzem haben wir ihn ausgemustert. Er war zwar noch in Ordnung, mittlerweile leider aber völlig unmodern.

Kirche, Musik, Agape und Organisation:
Wie gesagt, wir waren sehr jung, hatten wenig Geld und viele Freunde mit ebenso wenig Geld. Also baten wir alle, uns nichts zu schenken, sondern an unserer Hochzeit mitzuwirken. Einige konnten gut singen, sie stellten den Kirchenchor. Ein paar Musiker mit Gitarre und Flöte spielten in der Messe. Vor der Kirche bereiteten einige Freunde eine einfache Agape mit Brötchen, Wein und Wasser vor. Priester und Ministranten waren ebenfalls Freunde. Außer einer kleinen Spende an die Kirche kostete unsere kirchliche Trauung nichts.

Agape:
Trotz kostensparender Organisation konnten wir unmöglich alle Gäste, die in der Kirche dabei waren, zur Tafel bitten. Also luden wir nur die engsten Freunde und die Familie (auch fast 100 Leute) zur Tafel und für alle anderen gab es nach der Kirche eine Agape. Vor unserer Hochzeitskirche gab es einen wunderschönen Vorplatz mit Arkaden, dort konnten unsere Freunde ein einfaches Buffett aufbauen und dort konnte auch die Gratulation stattfinden. Somit konnten wir uns bei allen Gästen bedanken, auch wenn sie abends nicht bei der Tafel geladen waren.

Die Blumenkinder:
Davon hatten wir viele, 10 Stück. Alle Kinder unserer Freunde und mein Patenkind waren dabei. Natürlich konnten wir die Kinder nicht einkleiden. Wir gaben einfach das Motto blau - weiß aus. Die Buben trugen blaue Hosen und weiße Hemden, die Mädchen weiße oder hellblaue oder blau-weiß-gepunktete Sommerkleider. Mein Patenkind trug die Ringe, ihr Bruder die Hochzeitskerze (ein Geschenk einer Freundin meiner Mutter) und die kleineren Kinder einfach Körbchen mit Blütenblättern (diese hatten wir dem Blumenhändler abgeschwatzt).

Papierwaren:
Als angehende Architekten waren wir recht kreativ. Außerdem haben wir einen Freund, der wunderbare Karrikaturen macht. Er zeichnete als Geschenk meinen Mann und mich, diese Grafik verwendeten wir für alle Vordrucke. Papierwaren am Computer gestalten und in einem guten Copyshop auf schönes dickeres Papier drucken lassen, war damals recht preiswert möglich.
Es war zwar viel Arbeit, vor allem, weil die kleineren Karten, Tischkarten, etc. alle noch geschnitten werden mussten. Außer den Papier- und Kopierkosten war die Sache aber gratis.
Heutzutage gibt es im Internet tausende Ideen und kostenlose Vorlagen, die man verwenden kann.

Hochzeitstorte:
Die netteste Geschichte gibt es zu unserer Hochzeitstorte zu erzählen. Eine sehr liebe Freundin bäckt mit Begeisterung Torten. Also baten wir sie um die Hochzeitstorte. Da sie sehr kreativ ist und wir Architektur studierten, wollte sie uns etwas ganz Besonderes schenken. Sie entschied sich für das Empire State Building in Tortenform.
Eine Herausforderung. Denn die Torte musste für fast 100 Gäste reichen und frisch sein. In einer kleinen Küche kein einfaches Unterfangen.
Unsere liebe T. buk schon zwei Tage vorher die Teiggrundlagen. Schokolade, Biskuit, Mandelbiskuit und viel weitere köstliche Variationen. Am Abend vor der Hochzeit begann dann die heiße Phase - das Zusammensetzten der Torte.
Schicht um Schicht wurde mit verschiedenen Cremen aufeinandergeschichtet - fast 1 m hoch. Leider ist T. keine Architektin und der Begriff Statik kam ihr erst in den Sinn, als die Torte sich bedrohlich neigte. Sie war zu groß, zu schwer und zu schlank. Verzweifelt versuchte sie mit verschiedenen Tricks die Torte abzustützen. Vergeblich.

Schließlich blieb ihr nichts anderes übrig, als die Gebäudespitze auf die Basis zu setzten, und den Mittelteil daneben stehen zu lassen. Ein zweigeteiltes Gebäude. Erst um 5 Uhr früh kroch sie todmüde ins Bett.
T. war anfangs todunglücklich, aber alle Hochzeitsgäste waren von der Torte und der dazugehörigen Geschichte begeistert. Und für uns war es die beste und schönste Torte, die wir je gegessen hatten.

Musik bei der Tafel:
Eine Band oder Musikgruppe konnten wir uns nicht leisten. Keine Chance. Außerdem finde ich die meisten Gruppen recht aufdringlich. Einen Abendgestalter, der unsere Gäste animiert oder bei Laune hält, brauchten wir außerdem nicht. Wir hatten auch so viel Spaß.
Ein guter Freund brachte einfach seine Musikanlage mit, alle Freunde entsprechende CDs und als DJs wechselten sie sich ab. Super! Heutzutage ist es noch einfacher: eine tolle Playlist am iPod zusammenstellen und nach Bedarf abspielen.

Kreativität ist gefragt. Eine Hochzeit, auch mit vielen Freunden und Gästen, muss nicht teuer sein. Im Gegenteil, wenn viele Freunde mithelfen, wird es ein besonders schönes Fest.

Mit liebem Gruß
Marie