Donnerstag, 11. Juni 2015

Holunderblüten

Wer den Geschmack von Holunderblüten mag, ist hier an der richtigen Adresse. Zugegeben, sie schmecken intensiv und sind nicht jedermanns Sache. Liebhaber hingegen kommen hier auf ihre Kosten.

Dieses Jahr blühte der Holunder besonders schön und meine Männer brachten mir einen ganzen Korb voll mit herrlichsten Blüten. Also habe ich in den Tiefen meiner Rezepte und Kochbücher nach Ideen gesucht.

Herausgekommen sind drei Holunderspezialitäten.




Holunderblütensirup - der Klassiker

Meine Kinder lieben den frischen, fruchtigen Sirup und so entstanden ein paar Flaschen davon.

Zutaten für ca. 4 Flaschen à 750 ml

Ca. 15 große Holunderblüten
Saft von 2 Zitronen und 2 Zitronen in Scheiben geschnitten
1 TL Zitronensäure
1 kg Zucker (wer es süßer mag: 2 kg Zucker beimengen)
2,5 l Wasser

Holunderblüten gut waschen, mit allen Zutaten vermischen und ca 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen. Danach filtern (am besten durch ein feines Leinentuch) und ganz kurz aufkochen. Ich weiß, das Aufkochen wird in manchen Kochbüchern nicht empfohlen, es verändert den Geschmack auch ein wenig. Aber in den letzten Jahren wurden mir - trotz absoluter Sauberkeit - immer wieder einzelne Flaschen schimmelig. Seit ich den Saft kurz aufkoche (wirklich nur eine Minute), passiert das nicht mehr.

Den heißen Sirup in saubere Flaschen füllen und sofort verschließen.

Der Saft wird im Verhältnis 1:6 mit Wasser oder Mineralwasser (oder Apfelsaft) aufgespritzt, schmeckt fruchtig und frisch und ist nur wenig süß. Tolle Variante: mit Sekt oder Prosecco mischen, als "Hugo" überall bekannt und beliebt.


Der Saft hält kühl und dunkel gelagert ein paar Wochen. Länger bewahre ich ihn nicht auf, um ihn dauerhaft haltbar zu machen, müsste man wesentlich größere Mengen an Zitronensäure und Zucker zusetzen. Dafür sind mir die Zähne meiner Kinder aber zu schade, ehrlich. Ganz ohne Zitronensäure geht es auch nur dann, wenn der Saft binnen Tagen verbraucht wird und bis dahin im Kühlschrank lagert.


Holunderblütenhonig - ein völlig neuer uralter Tipp




Irgendwo in meinem Hinterkopf war noch die Idee des eingekochten Honigs da, vage Erinnerungen aus meiner Kindheit. In einem uralten Kochbuch wurde ich fündig. Übrigen Holunderblütensirup aus der Saftherstellung kann man solange Einkochen, bis die Konsistenz honigartig wird.

Na, das wollte ich einmal ausprobieren, wie gesagt, dieses Jahr hatte ich sehr viele Blüten. Also kochte ich rund 3 Liter Saft auf 4 kleine Gläser ein. Es dauerte ziemlich lange, der Sirup köchelte mehrere Stunden auf kleiner Flamme vor sich hin, wurde ständig dunkler, sämiger und weniger.

In gut gespülte kleine Gläser abgefüllt wird er wohl eine Weile halten.

Der Geschmack: ungewöhnlich, aber sehr gut. Wirklich honigartig, mit einem zitronig - hollerigen Akzent. Toll beispielsweise zu Naturjoghurt oder aufs Honigbrot. Ob er gut hält, den Geschmack verändert, etc., weiß ich noch nicht, auch die Herstellung war eher langwierig. Aber einen Versuch war es wert.


Holunderblüten - Gelee mit Blüten




Hier habe ich Anleihe an einem Rezept für Rosenblütengelee genommen. Fruchtiger Weißwein und Apfelsaft werden zu gleichen Teilen mit Gelierzucker 3:1 eingekocht, etwas Holunderblütensirup dazu und nochmals kuirz aufkochen. In der letzten Minute Holunderblüten dazugeben und kurz aufwallen lassen. Sofort heiß abfüllen, Gläser verschließen und kopfüber auskühlen lassen, damit sich die Blüten besser verteilen.

Das Gelee ist ein großer Hit bei meiner Familie, sonntags auf die Buttersemmel, in einem süßen Apfelschmarrn oder pur zu Joghurt oder Eis.

Mein Vorratsschrank füllt sich wieder, auch das Trocknen der Kräuter hat bereits begonnen. Von den frischen Gartengenüssen ganz zu schweigen. Sommer ahoi!

Mit liebem Gruß

Einen wunderschönen Frühsommertag wünscht

Marie

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Dienstag, 9. Juni 2015

Recycling - Bodenbelag im Garten

Vor einigen Tagen habe ich von unserer Recycling - Ziegelmauer rund um das Rosenbeet berichtet. Wir bekamen ja vor einiger Zeit ein uraltes Haus mit dazugehörigen alten Baumaterialien, das wir sanierten. Und so landete vieles im Garten statt auf dem Bauschutt und wurde wiederverwertet.




Diese alten Bodenfliesen waren früher einmal im gesamten "Hofbereich" verlegt, wie mein Mann sich noch aus seiner Kindheit erinnern kann. Dann kam irgendwann die neue Wasserleitung und der Hof wurde "sauber" zubetoniert. Arghhh! Im Zuge unserer Bauarbeiten kamen aber doch etliche dieser alten Fliesen wieder zum Vorschein. Wir wollten sie unbedingt verwerten, aber es waren leider nicht allzu viele.




Eine liebe Nachbarin kam vorbei und - "durchs Reden kommen die Leut' z'samm", wie man bei uns sagt - sie hatte auch ein paar so alte Steine, die sie nicht wirklich brauchen konnte. Aber sie hatte großes Interesse an unseren uralten Kastenfenstern, die wir gerade herausgebrochen hatten...




(Einschub: die Kastenfenster waren leider absolut nicht mehr zu retten, leider. Außerdem war es uns wichtig, unser Haus dem energetischen Standard von Heute anzupassen, und damit jedes Jahr massiv Heizkosten zu sparen. Das ging mit diesen alten Fenstern leider nicht. Sogar das Denkmalamt war dieser Ansicht und erlaubte uns neue Fenster, wenngleich mit ziemlich vielen Auflagen.)

Gesagt getan: wir bekamen die alten Fliesen, sie zog glücklich mit den alten Fenstern ab, die sie zur Dekoration und für ihr Frühbeet nützen wollte.




Somit hatten wir genug Fliesen, um den Vorplatz vor der neuen Gartenhütte damit zu pflastern. Wobei, Fliesen ist eigentlich der falsche Ausdruck. Es handelt sich hierbei um Grunde um sehr helle Klinkerziegel, im Quadrat als Bodenbelag gebrannt. Die gelbe Farbe kommt daher, dass das Grundmaterial sehr wenig Eisen enthält (Ziegel sind umso röter und beliebter, je mehr Eisen enthalten ist). Die Bodenziegel waren also eigentlich ein billiges Abfallprodukt in den 1920-er und 1930-er Jahren. Jeder Stein sieht ein wenig anders aus und hat einen anderen Farbton. Toll!




Die quadratischen Klinkerfliesen sind auch dick, rund 4 cm. Damit sind sie stabil und frostfest und, wie man sieht, jahrzehntelang haltbar.




Wir jedenfalls finden unseren Bodenbelag zauberhaft. Er sieht aus, als ob es ihn schon ewig gäbe. Besser als Waschbeton, oder?

Verlegt wurden die Platten ganz einfach schwimmend im Sandbett. In den Fugen darf sich Bewuchs einstellen, wenn es zu viel wird, jäten wir es aus. Mein Mann ist nicht nur der beste Ehemann der Welt, er ist auch handwerklich ein Ass. Und so schmücke ich mich in diesem Post wieder einmal mit fremden Federn, denn dieses Ziegelpflaster ist sein Werk.




Ein paar der Ziegelfliesen waren kleiner im Format, also verlegten wir sie am Rand, danach die größeren Platten, wie es sich eben ausging.




Ich liebe es, mit alten Materialien zu experimentieren und sie einer neuen Verwendung zuzuführen. Es muss nicht immer alles neu sein. Gerade im Garten sind Recyclingmaterialien billig, funktionell und wunderschön.

Einen wunderschönen Frühsommertag wünscht

Marie

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Montag, 8. Juni 2015

Sommerlicher Beerenkuchen

Sommer, Sonne, lange Abende auf der Terrasse, Frühstück im Garten, Hitze und Lebenslust. So lässt sich das letzte Wochenende am besten beschreiben. Habe ich schon einmal gesagt, dass ich ein Kind des Sommers bin (*grins)?




Im Sommer stehe ich nicht so wahnsinnig gerne in der Küche, vor allem nicht, um etwas zu kochen. Kalte Küche und Grillen ist ok, aber Backen? Trotzdem, so ein frisches Stück Kuchen, ein kühler Kaffee, ein gutes Buch und ein Plätzchen im Schatten sind nicht zu verachten. Genuss und Entspannung pur.

Mein sommerlicher Beerenkuchen ist schnell gemacht, leicht, und schmeckt vor allem mit sauren Früchten erfrischend und fruchtig.

Teig:
3 Eier
150 g Butter
150 g Mehl
150 g Zucker
2 TL Backpulver
Zitronenschale

Belag:
Obst, alles was schmeckt und verfügbar ist. Ich hatte noch ein paar übrige tiefgefrorene Beeren, aber man kann wirklich jedes Obst verwenden. Wichtig ist, dass die Früchte klein geschnitten werden, da sie sonst zu stark einsinken.




Alles gut miteinander vermischen, dann die Beeren (oder andere kleingeschnittene Früchte) darauf verteilen und 25 Minuten bei 180 °C im Backrohr mit Umluft backen. Fertig.

Die Zubereitung dauert keine 10 Minuten und beim Backen muss ich ja nicht in der Küche sein. Timer sei Dank, mein Backofen schaltet sich automatisch ab.




Linkparty #5 Von Tag zu Tag geht gerade zu Ende und war ein toller Erfolg. Wunderschöne Projekte, tolle Rezepte, viele Anregungen und Ideen. Aber seht selbst.






Danke an alle, die mitgemacht und an alle, die so eifrig geklickt haben. Ich freue mich schon auf die nächste Linkparty.

Einen wunderschönen Sommertag, auch wenn wir heute wieder arbeiten müssen.

Marie

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Mittwoch, 3. Juni 2015

Alte Lieblingsstücke

Ich bin zwar kein absoluter Fan von Shabby Chic und mag meine Sachen eigentlich eher neu, sauber, funktionell und leicht zu reinigen, aber einige alte Dinge haben es mir angetan. Da wir ein altes Haus mit entsprechender Ausstattung erbten (99 % davon waren leider nur mehr reif für den Sperrmüll), konnte ich doch einige Kleinodien aufheben. Gemeinsam mit ein paar Erbstücken meiner Großmütter oder Großtanten kamen so doch etliche alte Dinge zusammen, die ich mit Begeisterung mit Neuem kombiniere.

Ein absolutes Lieblingsstück stelle ich heute vor.

Das uralte Schammerl






Um zu höher gelegenen Kasterln zu gelangen, braucht vor allem mein Kleiner noch ein kleines Stockerl, auf Altösterreichisch auch "Schammerl" genannt. Dieses stammt von meinem Urgroßonkel Joseph. Er war eigentlich Wagner (ein Beruf, der völlig ausgestorben ist, er baute Räder und Speichen für Kutschen), hatte aber auch großes tischlerisches Können. Was mir an diesem Schammerl besonders gefällt, ist die Verarbeitung und Einzapfung der Beine. Handarbeit, die heute nicht mehr zu finden ist und die auch kaum noch jemand beherrscht.








Wenn ich nicht Architektin geworden wäre, dann wäre meine Wahl sicherlich auf Tischler gefallen. Ich arbeite gerne und viel (und leider sehr unprofessionell) mit Holz und bewundere gute Handwerkskunst.

Zu alten und ererbten Dingen habe ich eine sehr pragmatische Einstellung. Entweder ich benütze sie oder sie müssen mein Haus verlassen, egal, woher sie stammen oder wie "wertvoll" sie sein mögen. Vitrinen voller Geschirr beispielsweise, das nicht verwendet wird, gibt es bei mir nicht. Und so ist auch dieses Stockerl täglich in Gebrauch.


Mit liebem Gruß
Marie

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Wer noch Lust und tolle Projekte hat, meine Linkparty Von Tag zu Tag #5 ist noch offen. Komm vorbei!



Linkparty #5

Montag, 1. Juni 2015

Ferienplan 2015

Die großen Ferien stehen fast schon vor der Türe, bei einigen geht es ja schon in den nächsten Tagen los. Bei uns dauert es noch ein bisschen, Zeugnisverteilung ist am 3. Juli, aber schon jetzt ist es dringend notwendig, die letzten Vorbereitungen für die Kinderbetreuung zu treffen.

Ferienplan

In Österreich haben wir 9 Wochen Sommerferien, dazu Weihnachts-, Semester-, Oster-, Pfingst- und Herbstferien, schulautonome Tage und sonstige freie Tage. Die Kinder haben insgesamt fast 14 Wochen frei. Uff! Der normale Arbeitnehmer hingegen hat 5 bis 6 Urlaubswochen.

Um Kinder und Beruf irgendwie unter einen Hut zu bekommen, hilft nur eines: gute Nerven und exakte Planung. Hierbei kann mein Ferienplaner helfen. Auf einem großen Blatt im Format A3 ist alles übersichtlich notiert.

Heuer habe ich meine Freundin Bella gebeten, diesen exemplarisch auszufüllen, da sie drei Kinder hat und beide Elternteile voll berufstätig sind.



Der Ferienplaner hat 6 Spalten. Diese können beliebig ausgefüllt werden. Bella wählte eine Spalte pro Kind und drei Spalten für Infos, etc. So sieht sie beispielsweise, dass sie sich am 3. Juli freinehmen muss, weil Zeugnisverteilung ist (ja, auch Fiona bekommt ein "Zeugnis" im Kindergarten, sie kommt im Hebst in die Schule). Weiters muss am Samstag gepackt werden, weil Sebastian am Sonntag ins Pfadfinderlager fährt. In der ersten Woche sind Lena und Fiona bei den Großeltern, von wo sie am Freitag um 14 h wieder abgeholt werden müssen (das muss Max machen), Sebastian ist bei den Pfadfindern. Zur Info: Lena ist 12, Sebastian 11 und Fiona 6 Jahre alt. Alle drei Kinder sind also in einem Alter, in dem man sie in den Ferien de facto noch nicht einen ganzen Tag alleine lassen kann.
Andere Lösungen sind natürlich auch möglich, je nach Familie und Situation.




Bella wählte bunte Farben je Ereignis und trug diese in die Legende ein. Somit sieht sie nicht nur sofort, wo ein Kind ist, sondern auch, wer es abholt, etc.




Im Notizfeld werden noch Daten und Telefonnummern der Camps, Betreuer, etc. eingetragen. Diese werden erst nachträglich ausgefüllt. Bella und Max sind eine echte Familie und wollen nicht alle Daten im Netz bekanntgeben. 


Ferienplan


Der Vordruck kann gratis heruntergeladen und beliebig oft ausgedruckt werden. Es gibt für jedes Monat ein eigenes Blatt, von Juni bis September.


Ferienplan


Der Plan hängt bei uns an zentraler Stelle, kann täglich geprüft und bei Bedarf auch adaptiert werden.

Viel Spaß mit dem bunten Ferienplaner 2015.

Mit liebem Gruß
Marie

Natürlich nehme ich auch wieder an Linkpartys teil. Es sind ein paar neue dabei! Komm mit, es lohnt sich!