Vorzimmer und Eingangsbereich

Das Vorzimmer war lange ein Stiefkind in der Planung und Gestaltung des Hauses. Es ist klein, unregelmäßig geformt, aber sehr hell durch die Eingangstüre mit Glaseinsätzen und ein relativ großes Fenster.
Ursprünglich war es gar kein abgemauerter Raum sondern nur eine vorgebaute Veranda, die dann, irgendwann in den 1950-er Jahren, als Vorzimmer geschlossen wurde.


Zunächst standen im Zuge der Renovierung des Hauses wichtigere Bereiche an. Das Vorzimmer war nur ein Durchgangsraum und diente zum Abstellen von all dem, was gerade geliefert wurde oder sonst auf den Einsatz wartete. Wenig attraktiv.

Im Herbst nahmen wir uns dieses Stiefkindes endlich an, strichen Türen und Fenster, malten die Wände aus und verlegten die Bodenfliesen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es im Rohbauzustand. Zwar waren alte Wand- und Bodenbeläge entfernt, ein neuer Zugang zum Atelier vom Baumeister durch die Wand gebrochen, die Nische für die Garderobe abgemauert, alle Elektroleitungen erneuert, die Heizung eingebaut und die diversen Altlasten wie Gas- und Stromzähler vom Haustechniker sachgerecht entfernt und alles wieder verputzt - danach passierte aber einmal eine ganze Weile nichts. Aus Kostengründen, aus Zeitgründen, man kennt das ja.

Natürlich könnte man sich eine Fachfirma nehmen und alles wie von Zauberhand in einer Woche erledigen lassen. Dagegen sprechen für mich zwei Gründe. Erstens: der Preis. Fachfirmen sind leider mittlerweile unerschwinglich teuer, man kann sie als Otto Normalverbraucher nur dort engagieren, wo es nicht anders geht oder Selbermachen definitiv verboten bzw. zu gefährlich ist. Zweitens: die Freude am handwerklichen Arbeiten. Ich liebe es einfach, Dinge selbst zu gestalten. Für mich wäre ein fixfertiges Haus vermutlich eher Alptraum als Traum. 

Ein paar Projekte für das Vorzimmer stellt ich schon hier und hier vor. Beispielsweise das Schlüsselbrett und die Wandgestaltung. Hier packte mich irgendwann der Frust über den schrecklichen Zustand und ich gestaltet die Wand, auch wenn das restliche Vorzimmer noch eher nackt war.
 

Mittlerweile werden die Dinge schön langsam fertig - oder kommen zumindest in die finale Phase.
  • Wände und Boden sind verlegt und ausgemalt, die Grundfarbe ist weiß, eine Wand wurde grün akzentuiert
  • Der Garderobekasten steht und ist eingeräumt
  • Der Durchgang ins Atelier ist fast fertig und wartet nur noch auf den letzten Anstrich. Durch die beengte Raumsituation in unserem kleinen Knusperhaus konnten wir hier auf keine Standardzarge zurückgreifen. Also baute mein Mann kurzerhand eine Zarge nach Maß. Sieht toll aus.
  • Die Garderobe in der Nische ist fertig. Auch eine Maßanfertigung nach eigenen Entwürfen. Klingt toll, nicht? In Wirklichkeit ließen wir MDF Platten im Baumarkt zuschneiden und strichen sie weiß. Aber das Ergebnis überzeugt.
  • Die kleine Organisationswand gibt es schon länger und sie funktioniert richtig gut. Alles ist an seinem Platz und es entsteht auch im täglichen Betrieb kein Chaos. 
  • Die MDF Platten für die Sitzbank und die Kindergarderobe sind zugeschnitten und harren des Anstrichs. Zunächst muss aber der Schrank an die Zarge angepasst werden - und davor die Zarge fertig gestrichen. Eigentlich hasse ich solche Arbeitsketten, wenn man immer warten muss, aber hier geht es nicht anders.
  • Die grünen Ikea Schuhschränke sind ebenfalls bereits in Betrieb. Sie sind zwar nicht unbedingt ein optisches Highlight, passen in der Nische aber recht gut und nehmen immerhin alle Flip-Flops, alle Sportschuhe und das gesamte Hundezubehör wie Leinen, Halsbänder, Gacki-Sackis, etc. auf. Klappe auf, Schuhe rein, Klappe zu, das schaffen sogar meine Kinder.
  • Eine Lampe gibt es schon, nach einer zweiten über der Türe suche ich noch. 


Die beiden schwarze Körbchen kaufte ich um 50 cent in einem Billigstore. Den Boden lackierte ich mit der grünen Farbe, auch die grünen Polkadots sind schnell aufgemalt. Die Körbchen dienen dazu Krimskrams aufzunehmen, also Schlüsselbund, Handy, Sonnenbrillen, was man so im Vorzimmer "fallen" lässt.


Das kleine schwarze Regal ist ein Gewürzregal von Ikea, 2,99 Euro, das ich schwarz lackierte. Der Stiftehalter ist eigentlich ein Teelicht ebenfalls aus einem Billigstore um unter einen Euro. Mir gefiel die unregelmäßige Musterung. Beides hat sich im Betrieb bereits bewährt.


Körbe und Matten aus Naturmaterialien bilden einen neutralen Kontrast und geben dem Vorzimmer Wärme. Sie mildern die schwarzen Akzente ab und verbinden den mandelfarbenen Fliesenboden mit den dunklen Elementen. Neutrale Farben und Naturmaterialien sind, richtig dosiert eingesetzt, ein tolles Element, das ausgleichend und beruhigend wirkt. Außerdem haben alle diese Körbe die wunderbare Eigenschaft, dass sie fast überall im Haus einsetzbar sind. Ich dekoriere oft um, die Bedürfnisse meiner Familie ändern sich rasend schnell. Von der StudentenWG zum Zwei-Personen-Vollzeitarbeit-Haushalt zum Haushalt mit zwei Kleinkindern zum Haushalt mit zwei Teenagern in wenigen Jahren. Neutrale Organisationselemente lassen sich wunderbar im ganzen Haus einsetzen, sind praktisch und robust und passen zu jedem Konzept.



Der dunkle Spiegel hängt tief genug, dass auch der jüngste Hausbewohner noch die Frisur checken kann, bevor er aus der Türe stürmt, und hoch genug, dass auch Erwachsene sich gut darin sehen können. Darunter sind drei Löcher - so oft musste ich ihn umhängen, bis die Höhe endlich passte. 

Nochmals zu den Arbeiten: so gerne ich an meinem Haus herumbastle - und wir haben die Innengestaltung großteils in Eigenregie erledigt - so klar ist auch, wovon ich definitiv die Finger lasse. Alle Arbeiten im Bereich der Haustechnik, also Elektro, Heizung, Installateur, Gas, alle Arbeiten am Dach und an der Außenhaut des Hauses, alle Arbeiten an tragenden Bauteilen, Fenstern und Türen gehören ausschließlich in die Hände eines Fachmanns. Da gibt es keinerlei Diskussion, nur Fachleute haben das Wissen und die Erfahrung, um diese Arbeiten sachgerecht auszuführen. Dafür muss man eben entsprechend ansparen.
Alle Arbeiten, die im Bereich des Innenausbaus liegen und im Prinzip ungefährlich sind, erledigen wir selbst. Da haben wir dann maximal damit zu kämpfen, dass unsere Wände eben nicht ganz so perfekt sind wie vom Maler oder man auf unseren Selbstbaumöbeln Pinselstriche sieht.

Noch ein Tipp: eine gute Fachfirma und ein seriöses Unternehmen wird immer dazu bereit sein Eigenleistungen zu akzeptieren, soferne sie besprochen und ordnungsgemäß ausgeführt sind. Es lohnt sich also, vorher mit dem Handwerker abzuklären, welche Arbeiten notwendig sind und was man davon leicht selbst erledigen kann und darf, um Kosten zu sparen. Eine Handwerkerstunde kostet derzeit je nach Gewerk zwischen 45 und 120 Euro netto. Das Einsparungspotential für den Privatkunden ist hier also durchaus gegeben.

Leider gibt es aber immer noch Firmen, die einen Auftrag nur dann annehmen, wenn sie alles komplett von Grund auf selbst erledigen. Aus Gewährleistungsgründen ist das durchaus zu verstehen, allerdings sehe ich täglich in meinem Job, dass es bei vielen Arbeiten auch mehr als nur eine mögliche Version der Sanierung gibt. Grob und salopp gesagt, zwischen durchaus für einige Zeit brauchbarer sachgerechter Oberflächenkosmetik mit einem gehörigen Schuss Eigenleistung und einem kompletten Neubau durch einen Handwerker liegen natürlich Welten, nicht nur preislich. Fachfirmen tendieren dazu, den Neubau als einzige Möglichkeit darzustellen. Hier muss man hartnäckig bleiben, selbst recherchieren und einen zweiten Handwerker oder Architekten befragen. Dabei stellt sich meist schnell heraus, ob der Neubau wirklich die einzige Alternative ist oder ob es doch noch kostengünstigere Lösungen gibt.

UPDATE: weil ich einige Fragen bekommen habe, ob ich nicht viel billiger bauen würde, weil ich ja Firmen kenne und in der Branche arbeite. Antwort: ein klares NEIN. Ja, ich kenne gute und seriöse Firmen, mit denen ich gerne zusammenarbeite, aber diese sind für mich ebenso teuer wie für alle anderen Kunden. Der Preisgestaltung der Firmen liegt im Normalfall eine strikte Kostenrechnung zugrunde und von den 120 Euro Stundenlohn, die der Bauherr zahlen muss, bekommt der Arbeiter maximal 10 Euro netto. Der Firmenchef will auch halbwegs leben können, ein kleines Büro muss finanziert werden, niemand ißt "goldene Nockerln". Den Rest des Geldes - ratet mal! Den frisst leider unser völlig aus dem Ruder gelaufenes Steuersystem auf. Also muss ich die gleichen Preise zahlen wie alle anderen Kunden auch, denn keine Firma kann heute etwas verschenken. Nicht, weil sie nicht will - sondern weil alle KMUs schlicht und einfach immer extrem hart am Wind segeln. Traurige Tatsache. Somit geht es mir nicht besser als allen anderen, ich muss genauso mit einem durchschnittlichen Einkommen meine Renovierung zu ortsüblichen Preisen finanzieren. Das geht nur mit einer gehörigen Portion Eigenleistung und guter Finanzplanung, wie bei euch allen auch.

Ich wünsche allen DIY Freaks und natürlich auch allen anderen eine tolle Woche. Die Sonne scheint, die ersten Frühlingsblüher stecken die Köpfchen heraus und abends ist es schon länger hell. Jaaa! Wir Sommerkinder beginnen langsam wieder zu leben. Morgen ist meteorologischer Frühlingsbeginn, der Winter ist vorbei!

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!


Alles aus einer Hand - oder doch selbst organisiert? Wie soll man bauen?

Gerade in letzter Zeit tauchte diese Frage bei meinen Bauprojekten ziemlich oft auf. Bei privaten Bauherren, die kleinere Arbeiten oder Renovierungen erledigen möchten und wo das Budget knapp bemessen ist, ortet man Einparungspotential, wenn man alle Arbeiten direkt selbst vergibt, mit den einzelnen Firmen selbst verhandelt und sich selbst um Preise, Materialkosten und Termine kümmert.


Wenn ich einzelne Firmen direkt beauftrage, so habe ich auch die volle Kontrolle, wer auf meiner Baustelle tätig ist und kann den Preis verhandeln. Theoretisch. Denn ich kenne im Normalfall vor Arbeitsbeginn maximal den Bauleiter oder die Ansprechperson, selten aber die Arbeiter selbst. Wie in jeder Branche können diese Meister ihres Fachs oder nur angelernte Hilfskräfte sein. Außerdem ist es zulässig, dass eine Firma Teile der Arbeiten an eine andere Subfirma vergibt, außer man schließt das im Vertrag ausdrücklich aus. Auch dann kann man nicht wirklich sicher sein, außer man überprüft jeden Arbeiter, der auf die Baustelle kommt. In der Praxis unmöglich. Trotzdem wird eine renommierte Firma mit einer ordentlichen Referenzliste sich natürlich bemühen, die Arbeiten sachgerecht auzuführen, wenn auch nicht zwingend persönlich. Diese Direktvergabe ist nur sinnvoll, wenn ich nur eine Arbeit von einem Handwerker benötige, der auch die Berechtigung hat, kleinere Nebenarbeiten selbst durchzuführen. Also beispielsweise, wenn man die Fliesen im Bad erneuern will. Dann beauftragt man einen kompetenten Fliesenleger zu einem Pauschalpreis und die Sache wird hoffentlich gut erledigt.


Nachteil bei Direktbeauftragung: erstens muss ich als Bauherr die einzelnen Gewerke miteinander koordinieren. Was schon bei einem einfachen Badezimmerumbau schwierig werden kann, ist bei einer komplexeren Baustelle für den Laien schlicht unmöglich, abgesehen davon, dass ein Baustellenkoordinator eine entsprechende Ausbildung vorweisen muss. Dann passiert es beispielsweise, dass der Maler sich weigert, auf den - wie er sagt - unsachgemäß gespachtelten Wänden zu arbeiten. Nun liegt es an mir, den Spachtler oder Trockenbauer herzubestellen, der wiederum klar beweist, dass seine Arbeiten allen Vorschriften genügen. Und dann wird es für den Bauherren wenig lustig, denn der Spachtler weigert sich, etwas auszubessern und der Maler verlangt einen Aufpreis, weil die Wände nicht seinen Vorgaben entsprechen und er nochmals spachteln muss. Wer hat Recht? Wer will nur Zusatzkosten lukrieren? Als Laie kann man das schlicht und einfach nicht entscheiden und solange man dem Maler nicht mehr Geld gibt, wird dieser mit der Arbeit nicht beginnen. Klar, was ich damit sagen will? Als Laie geht man unter, man kennt Normen und Vorschriften nicht so genau und manche Firmen legen es leider darauf an durch Nachträge Mehrkosten zu lukrieren.


Es geht auf Baustellen teilweise zu wie im Kindergarten und manchmal fühle ich mich als Architektin bei Baubesprechungen wie in der Irrenanstalt, wenn der Maler dem Elektriker vorwirft, alles ruiniert zu haben oder um verschwundenes Werkzeug gestritten wird, das irgendjemand irgendwo liegen gelassen hat. Ehrlich! Wie bei den Dreijährigen in der Sandkiste.


Aus meiner Praxis kann ich nur davor warnen, bei komplexeren Arbeiten, an denen mehr als ein Gewerk beteiligt ist, eine Einzelvergabe durchzuführen. Es funktioniert einfach nicht. Viel sinnvoller ist es, die Arbeit dem Hauptgewerk zu übergeben und diese Firma dafür verantwortlich zu machen alle Arbeiten entsprechend zu koordinieren.

Nehmen wir an, ich möchte einen Balkon sanieren. Die Betonplatte ist alt, aber tragfähig, allerdings hat sie Wasser- und Frostschäden. Das Geländer ist ok, bis auf ein paar Kleinigkeiten, muss aber neu gestrichen werden. Der Belag ist kaputt und muss ersetzt werden. Außerdem fehlt die Wassernase, damit das Wasser ordentlich abrinnen kann und die Anschlüsse ans Mauerwerk sind zu erneuern.
An diesen kleinen Arbeiten sind nun folgenden Gewerke beteiligt:
  • Der Baumeister zur Betonsanierung
  • Der Gewichtsschlosser, um das Geländer auszubessern
  • Der Spengler für die Wassernase und die Blechanschlüsse ans Haus
  • Der Maler für das Anstreichen des Geländers
  • Der Schwarzdecker, falls die Betonplatte abgedichtet werden soll
  • Der Fliesenleger, um den Bodenbelag zu verlegen
  • ...
Wenn man als Laie für diese Sanierung, die rund 2500 Euro kosten wird, die einzelnen Firmen koordinieren muss, terminlich und arbeitsmäßig, so kann man nur scheitern. Es wird nicht funktionieren und mit erheblichen Mehrkosten verbunden sein. Sinnvoller wäre es, ein Gewerk, in diesem Fall rate ich zum Baumeister, mit der Komplettsanierung zu beauftragen. Ein Ansprechpartner, eine Rechnung, wenn möglich ein Fixpreis, eine Ansprechperson im Falle der Gewährleistung.


Der Baumeister wiederum wird die Arbeiten, für die er keine Konzession hat, an Subunternehmen vergeben und diese koordinieren. Dafür ist er ausgebildet, das ist sein Job. Im Normalfall hat auch jede Baufirma eine Menge Firmen an der Hand, mit denen sie regelmäßig zusammenarbeitet und die ein eingespieltes Team bilden. Außerdem sind sämtliche Meinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen Subfirmen schlicht und einfach Aufgabe des Baumeisters und tangieren den Bauherren nicht. Selbst wenn eine Subfirma während des Auftrags in Konkurs geht, ist es nicht Aufgabe des Auftraggebers für Ersatz zu sorgen. Der Baumeister muss die vereinbarte Leistung im vereinbarten Zeitraum zum vereinbarten Preis erbringen, eine seriöse Baufirma wird das auch tun. Die Vergabe des Hauptauftrags sollte allerdings an eine seriöse Firma erfolgen, die entsprechende Referenzen vorweisen kann, einige Jahre Erfahrung hat und die wirtschaftlich gut dasteht. Billigstanbieter stellen hier oft eine gefährliche Gratwanderung dar, das sollte auch jedem klar sein.

Wie bei jedem Auftrag kann ich dem Baumeister auch bei einem Gesamtauftrag natürlich einzelne Punkte vorschreiben, beispielsweise welche Fliesen er verlegen soll oder welche Farbe das Geländer bekommt. Das ist jedem klar, aber ich kann dem Baumeister durchaus auch vorgeben, dass eine bestimmte Spenglerfirma die Spenglerarbeiten ausführen soll. Der Baumeister vergibt die Spenglerarbeiten dann an diese Firma, ich habe meine Wunschfirma auf der Baustelle und muss trotzdem die Zusammenarbeit nicht koordinieren.

Wovor ganz klar zu warnen ist: die Einzelabrechnung oder die Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand. Im Bauwesen werden diese Rechnungen auch Regierechnungen genannt und manche nicht ganz seriöse Firmen versuchen die Bauherren damit zu ködern, "dass Sie nur bezahlen, was Sie wirklich bekommen". Finger weg davon, Bauleistungen sollten immer, wirklich immer als Pauschale vergeben werden. Pauschale bedeutet de facto "ein Stück fertige Arbeit", beispielsweise ein Stück fix und fertiger Fliesenboden im Vorzimmer inklusive sämtlicher Materialien und Arbeiten. Was dazu notwendig ist, hat die Firma vorher einzukalkulieren. Wenn während des Baus Probleme auftreten, und das ist immer der Fall, so muss die Firma das eben selbst managen und hat das im Normalfall auch einkalkuliert. Natürlich gibt es Dinge, die vorher definitiv nicht sichtbar und damit auch nicht kalkulierbar sind. Solche Kosten wird der Bauherr dann trotzdem zusätzlich tragen müssen, aber das kommt nicht allzu oft vor und muss von der Firma dann auch klar argumentiert werden. Bei Regievergaben sind horrende Rechnungen aber die Regel, also Finger weg davon.


Die Fotos, die ich euch hier zeige, sind Impressionen von meinen Baustellen, wenn es so richtig schlimm aussieht. Dann, wenn der Bauherr tränenüberströmt oder zumindest ziemlich verzweifelt neben mir steht (was wirklich vorkommt), weil zwar alles nach Plan läuft, er sich aber nicht vorstellen kann, dass aus diesem Chaos einmal eine fertige Wohnung oder ein neues Bad wird. Ich persönlich liebe diesen Zustand, den Geruch, den Staub, das Durcheinander, den Lärm, die Arbeit der Bauwerkzeuge und die Gewissheit, etwas richtig Tolles zu schaffen. Ich sehe das Fertige im Chaos und freue mich, dass die Arbeit gut voran geht. Nachsatz: wenn dann alles fertig ist, weinen meine Bauherren kaum, im Gegenteil und wenn dann nur Freudentränen.

Einen schönen Freitag, ich gehe jetzt auf die Baustelle. Grins!

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Linkparty #15 Von Tag zu Tag ist offen - mach mit!

 
Der Frühling lässt dieses Jahr wirklich auf sich warten. Wir haben Ende Feber und erst vor zwei Tagen hat das allererste verzagte Schneeglöckchen sein Köpfchen herausgesteckt. Ansonsten - Fehlanzeige, alles braun, kalt, winterlich, tot. Nach dem eiskalten Jänner mit Werten weit unter -10°C kein Wunder. Hier im Weinbauklima wird es selten so kalt, ich bin schon gespannt, welche meiner Pflanzen den Winter nicht überlebt haben. In manchen Jahren war es ganz anders ...


Aber: das erste Schneeglöckchen bedeutet auch, dass der Winter phänologisch vorbei ist. Aus, vorbei, Ende. Es ist Vorfrühling und Anfang März beginnt meteorologisch auch schon der Frühling.


Darum habe ich heute ein paar frühlingsfrische Bilder für euch - natürlich nicht aktuell sondern aus vorigen Jahren und freue mich auf viele fröhliche, bunte und kreative Projekte.



So, nun seid ihr an der Reihe. Woran arbeitet ihr gerade, was habt ihr gesehen, gebastelt, gewerkelt, genäht, gekocht, gebacken, erlebt oder geplant? Her mit den Ideen, wir alle freuen uns über neue Anregungen.

Linkpartyregeln
  • Projekte, die zum Thema Haus und Garten, Familie, Leben, Hobbys, DIY, etc. passen. Aber auch Fotos, Impressionen, Eindrücke, Reiseerinnerungen sind willkommen. Alles, was unser Leben bereichert
  • Es können gerne auch ältere Projekte verlinkt werden, auch mehrere Projekte pro Blog sind herzlich willkommen
  • Bitte keine Werbung, keine Links zu Shops, keine kommerziellen Links
  • Link zum Post, nicht zum gesamten Blog
  • Backlink im Post


Am Ende der Linkparty gibt es eine Projektgalerie auf Pinterest und einen Beitrag im Blog. Durch die Teilnahme an der Linkparty erklärst du dich damit einverstanden, dass dein Projekt dort veröffentlicht wird.

Mit liebem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich mit meinen Projekten auch immer an den vielen wunderbaren Linkpartys teil, die ich im Bloggerland so finde. Vielen Dank an die Veranstalter für die Mühe!

Glutenfreies Schär Vollkornbrot und ein tolles Frühstück mit den Kids


Wie bereits angekündigt, durften wir dieses Wochenende Vollkornbrot von Schär testen. Glutenfreies Vollkornbrot. In meiner Familie gibt es so gut wie keine Allergien oder Unverträglichkeiten, aber wir müssen nicht weit schauen - gleich zwei sehr gute Freunde meiner Kinder leiden seit dem Kindergartenalter an Zöliakie. Somit sind wir mit glutenfreier Ernährung relativ vertraut.


Das Schär Paket kam und wurde gleich mit großer Begeisterung ausgepackt. Es enthielt zwei Brote mit je 350 g, etliches an Informationsmaterial, Testpakete von Butterkeksen und einen netten Beutel, liebevoll in einen Karton verpackt.




Wir hatten uns mit den Freunden meiner Kinder zum Frühstück verabredet, Samstag früh, leider war das Wetter hundsmiserabel. Kalt und finster. Daher auch die schlechten Fotos mit Kunstlicht, der Nebel macht uns in Wien im Winter leider sehr zu schaffen.
 
Egal, draußen war es trüb und kalt und finster, aber unser Frühstückstisch war reich gedeckt und der Appetit groß. Hier nun das Testergebnis von vier absolut unbestechlichen Teenagern. Sie nehmen wahrlich kein Blatt vor den Mund. Getestet haben meine beiden Alex (12) und Vic (14), weiters C. (15) und N. (12), auch zwei Buben, beide mit Zöliakie, außerdem mein Mann, eine Freundin (51), die auch gerne glutenfrei isst, wenngleich bei ihr keine Zöliakie diagnostiziert wurde und meine Wenigkeit.


Verpackung: Das Design fiel ganz klar durch, und zwar bei allen. Die Farben sind zu schreiend, Schriftarten und Zeichnungen altmodisch, die Information nicht gleich sichtbar, die Schriftart für die Zutaten zu klein (man kann sie eigentlich nur mit Adleraugen oder mit Brille lesen). Gerade die Zutatenliste muss unserer Meinung nach bei Produkten für Allergiker in einer Größe sein, die problemlos lesbar ist. Das Verpackungsmaterial fühlt sich unangenehm an, hält die Ware aber gut frisch, somit geht hier der Nutzen vor der guten Haptik. Ansonsten ist das Design absolut zu überdenken. Ein Minuspunkt - aber wirklich der einzige.

Jetzt zu den weiteren Ergebnissen, wesentlich erfreulicher als das Verpackungsdesign. Und ehrlich gesagt kauft man glutenfreies Brot ja sicherlich nicht wegen der tollen Verpackung, oder.


Das Brot riecht angenehm frisch, fühlt sich gut an und lässt sich auch leicht mit Butter oder Aufstrich bestreichen. Es fällt also nicht auseinander. Es ist vom Gewicht her wesentlich leichter als Vollkornbrot, von der Konsistenz aber angenehm griffig - ein Mittelding zwischen Vollkornbrot und Vollkorntoast.


Manche glutenfreie Produkte haben die Eigenschaft, dass sie fast ein wenig gipsig schmecken, weil das Mehl um so vieles leichter ist. Das ist, vermutlich aufgrund der Körnermischung, bei diesem Brot von Schär absolut nicht der Fall.


Der Geschmack ist angenehm, frisch, körnig, aber nicht so herzhaft, dass es nur zu pikanten Belägen passen würde. Unsere Tester waren sehr unterschiedlich, einer ganz puristisch, nur Aufstrich, damit man "das Brot richtig schmeckt". Ein anderer war ganz auf süß und fruchtig eingestellt, aber auch zu Marmelade und Obst passt das Brot sehr gut, es ist nicht so körnig - dominant, sondern angenehm frisch und neutral.


Geschmacksnote von allen Testern: Sehr Gut, keine Frage. Auch die Konsistenz wurde mit Gut bewertet, nicht mit Sehr Gut im Vergleich mit zb Roggenvollkornbrot, aber auf jeden Fall mit Sehr Gut im Vergleich mit anderen glutenfreien Backwaren. Hier waren vor allem die beiden Kinder mit Zöliakie begeistert, die ja nur dieses Brot essen dürfen. Endlich ein richtiges Brot, war die einhellige Meinung.

Betreffend Haltbarkeit machten wir die Erfahrung, dass die eine Scheibe, die vom ersten Frühstück übrig blieb, auch am nächsten Tag noch sehr gut schmeckte. Einfach einen Clip auf die Verpackung und ab in die Brotdose.
Das zweite Brot blieb fünf Tage originalverpackt liegen, war beim Öffnen dann aber ebenso frisch und kernig wie das erste. Die Verpackung mag zwar optisch nicht überzeugen, das Material hält das Brot aber richtig gut frisch.
Das Ablaufdatum war mit über 6 Wochen angegeben. So lange wollten wir nicht warten, über die Dauerfrische und Haltbarkeit gibt es daher von uns keine Testergebnisse.

Die Zutatenliste war zwar schlecht lesbar, allerdings sehr ausführlich und die einzelnen Bestandteile (die ich teilweise das erste Mal hörte) wurden im beiliegenden Heft gut erklärt. Somit weiß man recht genau, was sich in dem Brot versteckt, soweit ich das beurteilen kann, enthält es wirklich fast ausschließlich natürliche Zutaten und kommt ohne Zusatzstoffe und Haltbarmacher aus.


Nun zum Preis: es war kein Preis angegeben, wenn ich es mit anderen Schär Produkten im Handel vergleiche, dann wird das Brot vermutlich rund 3 Euro pro 350 g kosten. Das sind ziemlich genau 8,50 Euro pro Kilo. Uff! ABER - und jetzt kommt das große ABER: das Brot mit 350 g ist aufgrund der leichteren Konsistenz von der Menge und Ausgiebigkeit mit einem Vollkornbrot von rund 500 g vergleichbar. Das relativiert den Kilopreis ein wenig. Auch immer noch sehr teuer, für ein Kilo gutes Vollkornbrot zahle ich derzeit im normalen Supermarkt (nicht beim Bauern, im Biosupermarkt etc.) etwa 3 bis 5 Euro. Der (allerdings nur von mir aufgrund von Vergleichsprodukten geschätze) Preis des Schär Brotes dürfte auf jeden Fall ganz am oberen Ende der Skala liegen. Kein Wunder, dass Familien mit Zöliakiekindern in Österreich steuerliche Begünstigungen erhalten.

Somit wäre das einzige wirkliche Argument, das Produkt nicht regelmäßig zu kaufen, eigentlich der Preis, denn der Geschmack überzeugt auf jeden Fall.

Gesamturteil: Sehr Lecker!

Danke an die Testplattform Kjero, die mich zu diesem Test eingeladen hat, es hat mir und meiner Familie sehr viel Spaß gemacht. Danke auch an die Firma Schär für das schöne Paket.


Oh, jetzt hätte ich fast die Butterkekse vergessen. Diese waren als kleine Zugabe dabei. Sie sind sehr knusprig, angenehm, weil nicht so süß, nur der "klassische Mangel" glutenfreier Produkte fällt ein wenig auf: sie schmecken leicht "gipsig". Trotzdem bekommen sie von den Testern auf jeden Fall ein GUT, vor allem deshalb, weil sie so schön knusprig sind.

Mit liebem Gruß
Marie

Dieser Post wurde von Schär und Kjero gesponsert. Alle Meinungen sind zu 100 % meine eigenen bzw. die meiner lieben Mittester.

Glutenfreie Ernährung

Meine Familie ist - gottseidank - weitgehend allergiefrei. Von unserer unmittelbaren Umgebung kann ich das allerdings nicht behaupten, gleich die beiden besten Freunde meiner Buben müssen sich glutenfrei ernähren. Müssen - nicht wollen - bei beiden wurde schon im Kindergartenalter nach vielen Umwegen Zöliakie diagnostiziert. Auch im weiteren Freundes- und Bekanntenkreis gibt es zahlreiche Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und drei weitere Personen, die glutenfrei essen müssen.

Somit stehe ich immer wieder vor der Herausforderung, glutenfrei kochen oder backen zu müssen. Da die Freude meiner Kinder sehr oft bei uns sind, habe ich glutenfreies Gebäck standardmäßig im Tiefkühlschrank.

Über die Testplattform Kjero bekam ich nun eine Einladung zum Produkttest von Schär. Schär stellt - meiner Meinung nach - sehr schmackhafte glutenfreie Fertigprodukte her, zb. die kleinen Kuchen. Vor allem mag ich aber das glutenfreie Kuchen - und - Kekse - Mehl, mit dem man richtig gut backen kann. Leider ist es auch sehr teuer, seufz. Mehr als 3,50 Euro für ein kg Mehl. Dafür werden die Vanillekipferln damit noch wesentlich zarter als mit Weizenmehl.

Hin und wieder habe ich bereits glutenfreie Rezepte vorgestellt, beispielsweise das glutenfreie Tiramisu mit Schär - Biskotten, das wirklich toll schmeckt.

http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2014/09/glutenfreies-tiramisu.html

Sobald das Schär - Testpaket in meinem Postkasten ist, werde ich mit meinen Buben und deren Freunden testen und darüber berichten. Vier Teenager sind absolut unbestechliche Tester, wenn es schmeckt, dann schmeckt es - wenn nicht, dann nicht.

Mit liebem Gruß
Marie